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Pflege

VdK: Die Eigenanteile Pflegebedürftiger dürfen nicht steigen
19.06.2019 - Die Bundesregierung hat heute ein Gesetz zur besseren Bezahlung in der Pflege auf den Weg gebracht. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Wir begrüßen das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, das die bessere Bezahlung von Pflegerinnen und Pflegern vorsieht. Es ist richtig und wichtig, wenn endlich ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag dafür sorgt, dass die starke Spreizung der Gehälter je nach Arbeitgeber beendet wird. Andere Menschen zu pflegen und zu unterstützen ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe – und sie ist oft physisch und psychisch extrem belastend. Daher gebührt jedem Menschen, der andere privat oder auch professionell pflegt, Respekt. Dieser sollte sich bei beruflich Pflegenden unbedingt in einer guten Bezahlung widerspiegeln.
Die Pflegebedürftigen in Deutschland brauchen jetzt aber unbedingt eine Antwort auf die Kostenfrage. Die Schultern der Pflegebedürftigen und deren Angehörige können die steigenden Löhne nicht mehr tragen. Klar ist, dass die Eigenanteile nicht weiter steigen dürfen. Pflege darf nicht arm machen.
Wir brauchen endlich Klarheit über die Finanzierung der Mehrkosten und ein nachhaltiges Finanzierungskonzept für die Pflege. Notwendig ist aus Sicht des VdK die Einführung einer Pflegevollversicherung, die sämtliche Kosten in der Pflege abdeckt. Zur Finanzierung einer Pflegevollversicherung sind Steuerzuschüsse notwendig, die die Mehrkosten der Pflegeversicherung ausgleichen. Die Länder fordern wir auf, endlich ihrer Verpflichtung nachzukommen, eine angemessene pflegerische Infrastruktur durch Beteiligung an den Investitionskosten zu gewährleisten.
So wichtig es ist, die Arbeitnehmer in der Pflegebranche zu stärken – die Politik hat neben der professionellen Pflege auch eine Verantwortung für die pflegenden Angehörigen, die einen großen und wichtigen Teil der Pflege in Deutschland leisten. Man muss ihnen dabei helfen, ihren Beruf und die Pflege ihrer Verwandten so miteinander zu vereinbaren, dass ihre Belastungen und finanziellen Einbußen gering bleiben. Konkrete Vorschläge, die sich am Vorbild der Elternzeit und des Elterngelds für Mütter und Väter orientieren, hat der VdK vorgelegt.
Mit der Pflegepersonenzeit und einem Pflegepersonengeld sollen pflegende Angehörige, Nachbarn oder Freunde einen Rechtsanspruch auf eine teilweise oder vollständige Befreiung von ihrer Arbeit und eine Lohnersatzleistung erhalten. Der Sozialverband VdK hat seine Vorschläge dazu der Bundesregierung bereits präsentiert und setzt sich nachdrücklich für deren Umsetzung ein.“

Bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf durch Pflegepersonengeld des VdK
20.6.2019 - Der unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf hat heute seinen Bericht an die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey, übergeben. Die Ergebnisse des Berichts kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
„Der Sozialverband VdK begrüßt den Bericht, den der unabhängige Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf heute an Bundesministerin Franziska Giffey übergeben hat. Besonders freut uns, dass der Bericht eine Lohnersatzleistung für Pflegepersonen empfiehlt und betont, dass eine solche Leistung die Vereinbarkeit von Arbeit und Pflege deutlich verbessern würde.
Der Sozialverband VdK hat Ende 2018 ein eigenes und weitergehendes Konzept für eine entsprechende Lohnersatzleistung unter dem Begriff „Pflegepersonengeld“ erarbeitet. Danach sollen alle Personen, die privat andere pflegen, eine Auszeit für die Pflege nehmen können und dafür einen Lohnersatz erhalten. Dieser soll dem VdK nach 65 bis 100 Prozent des vorherigen Nettolohns der Pflegenden betragen, mindestens 300 Euro und höchstens 1800 Euro pro Monat. Maximal zwölf Monate soll man es beziehen können. Die Auszeit für die Pflege heißt im Konzept des VdK Pflegepersonenzeit. Diese soll mit maximal drei Jahren pro zu betreuendem Pflegebedürftigen länger als bisher betragen.
Mit der Pflegepersonenzeit und dem Pflegepersonengeld folgt der VdK dem Modell der „Elternzeit“ und des „Elterngeldes“ für Mütter und Väter. Dass es analoge Leistungen für Pflegepersonen geben sollte wie für Mütter und Väter bei der Betreuung ihrer Kinder, finden wir als VdK gerecht. Schließlich leisten Menschen, die sich als Angehörige, Freunde oder Nachbarn um Pflegebedürftige kümmern, eine gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit.“
bsc

VdK fordert eine solidarische Finanzierung der Pflege
Der Gesundheitsausschuss des Bundesrats beschäftigt sich heute mit dem Entschließungsantrag der Länder Schleswig-Holstein, Berlin, Hamburg und Bremen zur grundlegenden Neuordnung der Pflegeversicherung. Das kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

"Wir begrüßen wie viele andere diese Initiative, deren Kern die Deckelung der Eigenanteile in der Pflege ist. Es ist wichtig, dass die notwendigen Maßnahmen der Konzertierten Aktion Pflege zur Verbesserung der Situation in der stationären Pflege nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen. Sie zahlen ohnehin schon viel und müssen häufig ihre gesamten Ersparnisse aufbrauchen. Der VdK begrüßt deshalb auch das im Antrag formulierte Vorhaben, die Eigenanteile auch in der ambulanten Pflege zu begrenzen.
Es ist wichtig, dass wir für gleiche Lebensverhältnisse sorgen. Denn die Kostensteigerungen in der Pflege machen nicht vor dem ambulanten Bereich halt, sondern zeigen sich zumeist durch Leistungsverzicht oder Selbstausbeutung der pflegenden Angehörigen. Auch deswegen sind für die häusliche Pflege noch einige Vorarbeiten wie zum Beispiel ein Bedarfsermittlungsverfahren zu leisten. Der VdK unterstützt auch die Forderung, die medizinische Behandlungspflege in Heimen von der Krankenversicherung finanzieren zu lassen. Damit ist sie nicht mehr Teil der gesamten Pflegekosten. Das ist systemgerecht und bedeutet eine finanzielle Entlastung der Pflegebedürftigen.
Dennoch sieht der VdK angesichts der drohenden Kostenexplosion in der Pflege großen Handlungsbedarf. Wir brauchen eine solidarische Finanzierung der Pflege, die die Lasten gerecht verteilt. Der VdK fordert neben Steuerzuschüssen, die die Mehrkosten der Pflegeversicherung ausgleichen, eine Pflegevollversicherung, damit die Eigenanteile nicht weiter steigen, sondern perspektivisch sinken. Die Länder fordern wir auf, endlich Ihrer Verpflichtung nachzukommen, eine angemessene pflegerische Infrastruktur durch Beteiligung an den Investitionskosten zu gewährleisten."

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Beratungstelefon "Leben mit Behinderung":

Telefon: (089) 2117 - 113
Montag bis Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr
Donnerstag von 15:00 bis 18:00 Uhr
lebenmitbehinderung.bayern@vdk.de

Der VdK Bayern landet einen Volltreffer

Das Beratungstelefon "Leben mit Behinderung" ist ein großer Erfolg

Mit seinem VdK-Beratungstelefon "Leben mit Behinderung" hat der VdK Bayern einen Volltreffer gelandet. Das bayernweite Angebot wird seit seinem Start im Januar 2015 hervorragend angenommen. Im ersten Jahr haben die fachkundigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ressorts "Leben mit Behinderung" beim VdK Bayern schon rund 1000 Ratsuchenden geholfen. Ressortleiter Marian Indlekofer rechnet damit, dass sich die Zahl der Anrufe im kommenden Jahr weiter steigern wird.

Sind Sie vom Erfolg des VdK-Beratungstelefons überrascht?
Marian Indlekofer: Definitiv ja, weil es eigentlich viele Beratungsstellen und Hotlines für diese Thematik gibt. Die große Nachfrage zeigt uns aber, dass die Menschen gerade bei Fragen zu Inklusion, Barrierefreiheit und den Rechten bei Schwerbehinderung große Unsicherheiten und Probleme haben und sich einen unabhängigen und vertrauenswürdigen Ansprechpartner wünschen.

Welche Fragen werden am häufigsten gestellt?
Indlekofer: Das Thema "Behinderung" umfasst alle Altersgruppen und alle Bereiche des Lebens. Wir sind selbst oft erstaunt, wie vielfältig die Probleme sind. Die meisten Fragen betreffen das Schwerbehindertenrecht, beispielsweise den Schwerbehindertenausweis, den Grad der Behinderung (GdB) oder den Parkausweis. Diese Fragen sind meist schnell beantwortet. Komplizierter wird es, wenn es um verschiedene Kostenträger und Zuständigkeiten geht. Viele Anrufe erhalten wir von Eltern, die Hilfe suchen, weil ihr Kind eine Behinderung hat und volljährig wird. Andere Fragen betreffen wiederum Rechtsgebiete, die wir als VdK satzungsrechtlich nicht vertreten dürfen, wie beispielsweise das Mietrecht oder steuerrechtliche Angelegenheiten. In solchen Fällen verweisen wir die Anrufer zum Mieterbund Bayern oder zur Lohnsteuerhilfe Bayern (Lohi), mit denen der VdK Kooperationen unterhält.

Wie erleben Sie die Menschen, wenn sie beim VdK anrufen?
Indlekofer: Oft haben die Anrufer gleich mehrere Anliegen, oder sie kennen sich im Paragrafendschungel nicht aus und sind völlig überfordert. Viele rufen auch erst an, wenn sich schon viele Probleme aufgestaut haben. Unsere Aufgabe ist es, erst einmal zu ordnen, welches Problem im Moment oberste Priorität hat und welche Anliegen auf später verschoben werden können. Meist gelingt es uns, die Menschen zu beruhigen. Wenn wir ihnen nicht beim ersten Telefonat weiterhelfen können, dann recherchieren wir und rufen zurück. Und wenn der VdK zur Problemlösung nicht beitragen kann, vermitteln wir die Anrufer an andere Hilfsangebote weiter, beispielsweise an eine Selbsthilfegruppe.

Was unterscheidet das VdK-Beratungstelefon "Leben mit Behinderung" von anderen, ähnlichen Angeboten?
Indlekofer: Seine Unabhängigkeit. Der VdK finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und ist konfessionell, parteipolitisch und wirtschaftlich unabhängig. Der Vorteil unseres kostenlosen Beratungstelefons ist die Möglichkeit, schnelle Hilfe zu leisten. Wenn es um sozialrechtliche Angelegenheiten, Anträge oder Widersprüche geht, leiten wir die Ratsuchenden zu unseren Kollegen in die VdK-Kreisgeschäftsstellen weiter, wo sie dann vor Ort beraten werden.

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