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Hier finden Sie die Entstehung unseres Ortsverbandes

Chronik
VdK Ortsverband Oberhaching - Sauerlach
OV Deisenhofen
OV Sauerlach
OV Arget

Verfasser: Reinhold Löschinger, Sauerlach

So entstand der VdK Bayern.
Am frühen Morgen des 9. Mai 1945 verkündete der Reichssender Flensburg im letzten Wehrmachtsbericht die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht.
Der größte Teil der deutschen Städte lag in Schutt und Asche. Millionen Männer, darunter zahlreiche Frauen, marschierten in die Gefangenschaft und damit in eine ungewisse Zukunft. Ausgemergelte Gestalten in alten Wehrmachtsuniformen zogen durch die Lande, Flüchtlinge strömten in das Land. Der Hunger prägte die Gesichter.

Der Weißenburger Platz in München nach einem Luftangriff
am 25. April 1944© Stadtarchiv München, 2.

Die Amerikaner, zu deren Besatzungsgebiet Bayern gehörte, hatten die Versorgungsbehörden aufgelöst und alle Kriegsopferorganisationen verboten. Wer sollte sich um die hungernden Witwen und Waisen, um die schwerstkriegsbeschädigten Männer innerhalb und außerhalb der Lazarette kümmern?

Kinder-Schicksal 1945, ein elternloser Junge.© DHM, Berlin, F59/987

Die Geschichte des VdK Bayern begann in der Stunde Null mit der Betreuungsarbeit in einem Lazarett in München. Über Lazarettärzte nahmen Gleichgesinnte Kontakt auf, unter ihnen der unvergessene Karl Weishäupl. Bereits im Juni 1945 begann in seiner Vater-Stadt Rosenheim, noch ohne Genehmigung der Militärregierung, der spätere VdK-Präsident und Landesvorsitzende Karl Weishäupl mit der Beratung und Betreuung von Kriegsopfern. Im Juli 1945 wurde diese erste Betreuungsstelle für Kriegsopfer in Bayern genehmigt. Da die Besatzungsmacht alle Bemühungen, eine eigene Organisation zu gründen, ablehnte, liefen die Bestrebungen darauf hinaus, die entstehenden Beratungsstellen dem BRK anzugliedern. Am 18. Oktober 1945 wurde vom BRK-Präsidium die Eingliederung der Kriegsopferberatungsstelle Rosenheim bestätigt und mit der Leitung der Abteilung Kriegsopfer im BRK, Karl Weishäupl beauftragt. Außerdem wurde ihm der Auftrag zum Aufbau von Nebenstellen in einem größeren Gebiet übertragen. Von Mitte März 1946 bis Ende des Jahres war Weishäupl in Oberbayern damit beschäftigt, im Dienste des BRK Abteilungen für Versehrte und Invaliden einzurichten.

Karl Weishäupl stand jahrzentelang an
der Spitze des VdK Bayern und des
VdK Deutschland.
Der VdK-Mitbegründer aus Rosenheim
starb am 10. Okt. 1989 in München.© VdK Landesverband Bayern, München

Nach verschiedenen Anläufen erteilte schließlich die Bayerische Staatsregierung am 29. November 1946 dem Verband der Körperbehinderten, Arbeitsinvaliden und deren Hinterbliebenen in Bayern e.V. die Zulassung. Am 4. Dezember 1946 fand dann im Hause der LVA Oberbayern in München die Gründungsversammlung statt. Zum Landesvorsitzenden wurde Max Peschel und zum Geschäftsführer Karl Weishäupl gewählt. Das Startkapital, 20.000 RM, stiftete das BRK. Es trug zwar keine Zinsen, aber dafür reichlich Früchte. Eine große Sozialorganisation war geboren.1)

Der Dachverband
Gründungsjahr 1950
Als Dachverband der Landesverbände unter dem Namen Verband der Kriegsgeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands in Düsseldorf gegründet, trägt er seit 1994 offiziell den Namen Sozialverband VdK Deutschland. Der Sitz ist in Bonn-Bad Godesberg.
Auf europäischer Ebene ist der Sozialverband in der Dachorganisation der Behindertenverbände, der Action Europeenne des Handicapes (AEH) aktiv. Er ist unter anderem auch Mitglied im Deutschen Behinderten Rat (DBR), im Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie in verschiedenen Gremien.
An der Spitze des Sozialverbandes steht ein Präsident, von 1974-1989
Karl Weishäupl, MdL aus Bayern, seit 1. Oktober 2008 Ulrike Mascher, 1998-2002 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. 2)

Ortsverband Sauerlach
Gründungsjahr 1947.
Nach der Gründung des VdK in München wurde Hans Lobmeier im Januar 1947 von Karl Weishäupl gebeten, die Organisation im Landkreis Wolfratshausen aufzubauen. Im März fanden dann Versammlungen in Sauerlach, Otterfing und Arget statt. Weitere im Kreisgebiet folgten.3)
Daraufhin wurde in Sauerlach der VdK gegründet, dem vor allem die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen in großer Zahl beitraten. Er nannte sich zunächst Verband der Körperbehinderten.4)

2. Kreisvorsitzender Ernst Hecht aus
Sauerlach (hinter dem Mikrofon)
am 18. März 1967 beim 20-jährigen
Jubiläum VdK OV Schäftlarn© VdK Kreisgeschäftsstelle Bad Tölz

Ernst Hecht (1919-1983), ein engagierter
Komunalpolitiker war Mitglied des
Sauerlacher Bemeinderates un Kreisrat.© SPD-Ortsverband Sauerlach


Vorstände:
Johann Loibl
Michal Grätz, Bürgermeister 1966-1972
1973-1976 Wilhelm Kiesel
1976-1982 Ernst Hecht wurde bereits zwei Jahre nach Gründung des Kreisverbands Wolfratshausen 1959 zum Beisitzer für Sozialrentner und 1962 zum 2. Kreisvorsitzenden gewählt.5)
1982-1984 Gottfried Reiser, kommissarisch
1984-1990 Wilhelm Bahn

Ortsverband Arget
Gründungsjahr 1947
Vorstand:
1947-1990 Georg Meininger
1990 schloss sich Arget Sauerlach an.

Georg Meininger war Gründungsvorstand
des OV Arget. Er leitete den Verband
43 Jahre, bis zum Zusammenschluß
mit dem OV Sauerlach.© privat

Ortsverband Sauerlach - Arget
Vorstand:
1990-1994 Wilhelm Bahn
1994 schloss sich Sauerlach-Arget dem OV Deisenhofen an.

Ortsverband Deisenhofen
Gründungsjahr 1949
Die Vorstände:
1949-1956 H. Zantner
1956-1984 Erich Stegmann, geboren in Darmstadt, war Gemeinderat in Oberhaching und 1. Vorsitzender des Deisenhofener Fußballvereins. Er gründete 1957 die Vereinigung der mund-und fußmalenden Künstler.
Wegen seiner Verdienste (großzügige Spenden), wurde er mit der goldenen Ehrennadel des VdK ausgezeichnet.6)
1984-1990 Franz Starke, er unterstützte den schwer behinderten
1. Vorsitzenden Erich Stegmann in vorbildlicher und uneigennütziger Weise.

Franz Starke war lange Jahre
Schriftführer und auch
Vorsitzender vom OV Deisenhofen.© privat

Arnulf Erich Stegmann (1912-1984)
bei der Arbeit. Seit frühester Jugend
verwehrte ihm eine tückische Krankheit
den Gebrauch seiner Hände.Stegmann
bewies, dass im Menschen die hohe
Fähigkeit der Auflehnung des schöpferischen
Trotzes gegen das Unabänderliche
vorhanden ist und aktiviert werden kann.
Er war geradezu ein Musterbeispiel für
die Bewältigung des Nachkrieg-Schicksals
des Deutschen Volkes.© Privat

OV Deisenhofen-Sauerlach/ OV Oberhaching- Sauerlach
seit 1994

im Oktober 1994 Umbenennung in OV Oberhaching-Sauerlach
Die Vorstände:
1990-2002 Hartwin Kunze
2002-2010 Bärbel Lang, seit 2010 Ehrenvorsitzende
2010- Walter Lederwascher

Bärbel lang, die rührige und immer
einsatzbereite Ehrenvorsitzende© Privat

Unsere ältesten und treuesten Mitglieder:

05/1947 65 Jahre Lechner Johann
06/1947 65 Jahre Kraus Egid / verstorben: 28.09.2013
07/1947 65 Jahre Kohl Alfred
10/1947 65 Jahre Betz Maria
06/1948 64 Jahre Löschinger Reinhold / verstorben: 25.08.2014
10/1950 62 Jahre Ess Hubert
11/1952 60 Jahre Kuempfbeck Eduard
03/1955 57 Jahre Nußbaum Anton
06/1955 57 Jahre Zehetbauer Ludwig
09/1955 57 Jahre Preuss Paul

QQuellennachweis:
1) 50 Jahre VdK Bayern 1946-1996, eine Dokumentation des VdK Bayern
2) Wikipedia, Sozialverband VdK Deutschland
3) ISAR-LOISACHBOTE, Ausgabe Nr. 85, 9. April 1957
4) Gemeinde-Archiv Sauerlach, Hecht-Nachtmann, B 322/2
5) ISAR-LOISACHBOTE, Ausgabe Nr. 226, 21. September 1959
20. November 1962
6) DER SPIEGEL, 51/1965