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Vergangenes - Gegenwart - Zukunft

Rita Häfele VdK-OV. Schriftführerin

Gegründet wurde derVdK-Ortsverband Niefern im Mai 1947. Lothar Sihn, Wilhelm Bügel, Josef Dillenkoffer, Rudolf Lenz, Willi Gräßle und Gertrud Stickel waren die Frauen und Männer der ersten Stunde, die sich zu einer Ortsgruppe zusammenschlossen. Man traf sich damals im Nebenzimmer der "Linde" und schloss sich, mit Unterstützung der Witwen und Veteranen des 1. Weltkrieges zur VdK-Ortsgruppe Niefern zusammen. Einige dieser Männer und Frauen sind dann auch der neuen Ortsgruppe treu geblieben. Ich selbst erinnere mich noch gut an Frau Engelsberger (Hoime Luis'), an Frau Zeller, Ferdinand Manz, um nur einige zu nennen. Josef Dillenkoffer wurde als 1. Vorsitzender gewählt, Lothar Sihn gehörte ebenfalls zur neu gewählten Vorstandschaft. Kurt Muchow und Helmut Bräuner wurden noch im gleichen Jahr Mitglied.
Es folgten rasch, im Laufe der nächsten Jahre, viele Kriegerwitwen, Versehrte, Vertriebene, Flüchtlinge, kurz - das ganze Heer der Kriegsgeschädigten. Sie alle erhofften sich vom VdK Hilfe, um wenigstens die finanzielle Not zu lindern. Ihr ganz persönliches Herzeleid konnte ihnen zwar keiner abnehmen, aber im Kreise derer, die Gleiches oder Ähnliches erlitten hatten, fühlten sie sich angenommen wie in einer großen Familie.
In der Weihnachtszeit machten sich die ehrenamtlichen Helfer auf den Weg und sammelten bei Geschäfts-aber auch Privatleuten, damit die vielen Kriegswaisen zu Weihnachten beschert werden konnten.
Im großen Saal der "Linde" war an langen Tafeln weiß gedeckt. Das Papier war eine Stiftung der Papierfabrik. Ganz vorne war ebenfalls eine lange Tafel quer aufgebaut. Hier lagen die Päckle für die Kriegswaisen, liebevoll von den Frauen der damaligen Vorstandschaft für jedes Kind zusammengestellt.
Als ehemalige Kriegswaise kann ich mich noch sehr gur erinnern, obwohl ich damals zu den jüngsten der großen Schar gehörte. Da war der Auftritt des Gesangvereins, der Musikverein spielte Weihnachtslieder, der Bürgermeister und Vorstand Sepp Dillenkoffer hielten Ansprachen. Es gab ein Theaterstückle, das immer mit Spannung erwartet wurde. Schwester Hedwig und Schwester Erna traten zusammen mit den Mädchen des ev. Mädchenkreises auf und es war jedes Mal wunderschön.
Die Tradition des Theaterspiels von Tante Hedwig und Tante Erna hat sich übrigens bis ins Jahr 2000 erhalten, allerdings nicht mehr mit dem Mädchenkreis. Zuerst waren dann einige junge Frauen des Mütterkreises mit von der Partie. Später, als die Zahl der Kriegshinterbliebenen immer weniger wurde und man auf kleineres Lokalitäten umstieg, waren es dann nur noch Tante Hedwig, Tante Erna und Frau Gretel Rauth, die über Jahre hinweg immer wieder mit ihren teils heiteren, teils ernsten Stückle zum lachen und nachdenken anregten.
DasEreignis für uns Kinder war aber in der damaligen Zeit der alljährliche Waisenausflug.Er fand immer an einem Wochentag statt und wir bekamen deshalb automatisch schulfrei.Der erste Ausflug ging in die "Bärenhöhle". Mit Emil Kärchers "Samba", begleitet von einigen Frauen und Männern der Vorstandschaft, waren wir bis zum frühen Abend unterwegs.

Vor der Bärenhöhle versammelte sich die Schar der Kriegswaisen mit den Betreuern aus der Vorstandschaft

Schloss "Lichtenstein" war ebenfalls ein Ausflugsziel und alle, die dabei waren, erinnern sich auch heute noch gerne daran. Auch später,als die meisten Kriegswaisen der Schule entwachsen waren, wurde die Tradition mit den noch schulplichtigen Kindern fortgesetzt, und wie viel Spaß alle hatten, zeigt unsere Bildergalerie.

VdK-Ausflug in den 50 er Jahren

Josef Dillenkoffer wurde als 1.Vorsitzender von Karl Morell abgelöst. Ihm folgte, nach seinem überraschenden, plötzlichen Tod, Mina Diehl.
Inzwischen war die Mitgliederzahl erheblich zusammengeschmolzen. Manche starben noch nach Jahren an ihren Kriegsverletzungen, andere altershalber. Die Waisenkinder waren alle der Schule entwachsen. Auch die Leute in der Vorstandschaft wurden knapp. Mina Diehl hatte zeiweise drei Ämter. 1.Vorsitzende, Hinterbliebenen-Betreuerin und Unterkassier. Der Beitrag wurde zu der Zeit noch bar bei den einzelnen Mitgliedern kassiert.
1994 übernahm Rolf Häfele das Amt des 1. Vorsitzenden, während Mina Diehl weiterhin Hinterbliebenen-Betreuerin blieb.
Inzwischen war es auch Sozialrentnern möglich, Mitglied beim VdK zu werden und die Mitgliederzahlen stiegen wieder. Leute mit nicht anerkannter Berufskrankheit, Unfallopfer mit Dauerschäden, Krebspatienten, Bandscheiben-Geschädigte, usw.usw. Vielen suchten und fanden Hilfe beim VdK.
1998 wurde der Ortsverband Öschelbronn wegen zu geringer Mitgliederzahl sozusagen eingemeindet und seitdem firmieren wir unter dem Namen Sozialverband VdK Ortsverband Niefern-Öschelbronn Rolf Häfele, der 2006 sein Amt an Wilhelm Kretz weitergab, hatte den Ortsverband mit ca. 80 Mitgliedern übernommen. Bei seinem Abschied als 1.Vorsitzender konnte er stolz auf über 200 Mitglieder hinweisen. Und die Erfolgsbilanz setzt sich fort.
Nach dem etliche Jahre das Vereinsleben nur noch aus der Weihnachtsfeier und der jährlichen Mitgliederversammlung bestanden hat, gibt es seit ein paar Jahren wieder einen Ausflug. Noch nicht regelmäßig, aber immer öfter.Es gab in der Neuzeit eine Theater-Ausfahrt und auch der letzte Ausflug nach Gündelbach in die Besenwirtschaft "Kachelofa" war ein voller Erfolg.
Die Advents-oder Weihnachtsfeier konnte man sich eigentlich ohne "Tante" Erna und "Tante Hedwig", zusammen mit Frau Gretel Rauth und den Flöten-Mädle, gar nicht richtig vorstellen.
Reinhard Schatz, Sohn von Robert Schatz, der über Jahrzehnte Verwaltungsmitglied war, ist nun der musikalische Leiter. Auch ein Theaterstückle, auf das alle immer gespannt warten, gibt's immer noch. Horst Peindl und Rita Häfele, also ich, bilden das Ensemble und haben die Lacher meistens auf ihrer Seite. Für die heiter - nachdenkliche Seite sorgte bis zu ihrer Erkrankung unsere Liesel Seiter aus dem "Oberdorf", wo sie bis 1998 das Amt der 1.Vorsitzenden innehatte.Mit dem Vorlesen ihrer Geschichten machte sie viel Freude. Ihren Part hat seit dem Jahr 2006 unsere Anne Wagner übernommen. Sie ist auch die neue Frauenbeauftragte des Ortsverbandes, die sich um die kranken Mitglieder kümmert und bei den Hochbetagten Geburtstagsbesüchle macht. Unterstützt wird sie dabei von Karin Bohn, die für die inzwischen auch wieder angewachsene Mitgliederschar in Öschelbronn zuständig ist.
Wie allgemein bekannt ist, kann derSozialverband VdKauf 60jährige Tätigkeit zurück blicken. Es ist selbstverständlich, dass der Ortsverband Niefern-Öschelbronn auch feiert. Die Vorarbeiten für eine Jubiläumsfeier laufen und man darf gespannt sein, was dem Vorstand und seiner Mannschaft bis Ende September dazu alles einfällt.

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