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VdK-Ortsverband Maar besichtigte Muna

Auf eine Rundfahrt durch die Geschichte begab sich der Ortsverband Maar des Sozialverbandes VdK. Gemeinsam besuchte man das Gelände der ehemaligen „Luftmunitionsanstalt Hartmannshain“ im Oberwald bei Grebenhain. Unter der fachkundigen Führung von Carsten Eigner vom Förderverein MUNA-Museum Grebenhain ging es durch das weitläufige Gelände der von 1936 bis 1945 bestehenden Munitionsanstalt (kurz „Muna“). In einer kurzen Einführung erfuhr die Gruppe zunächst einiges über die Geschichte der „Muna“: 176 Hektar Fläche umfasste das Gelände insgesamt, bis zu 800 Arbeitskräfte – zumeist Dienstverpflichtete und Zwangsarbeiter – waren mit der teilweise gefährlichen Arbeit der Fertigstellung von Bomben und weiterer Munition für den Luftkrieg beschäftigt, die bis zu ihrer Auslieferung in den mehr als 100 oberirdischen Bunkern gelagert wurde.
Bei der Fahrt durch das Gelände mit mehreren Stopps konnten die Besucher aus Maar zahlreiche bis heute erhaltene bauliche Hinterlassenschaften der „Muna“ in Augenschein nehmen wie die Ruinen der zur Lagerung der Munition bestimmten Bunker, die mitten im Wald angelegten asphaltierten Verbindungswege, die frühere Flugabwehrstellung oder die betonierten Arbeits- und Packhallen. Bis zu einem verheerenden amerikanischen Luftangriff am 22. März 1945 verlief die Fertigstellung der Munition fast ungestört – weit mehr als 2.000 Tonnen davon lagerten gegen Kriegsende in der Anlage. Die Sprengung der Bunker durch die Wehrmacht bescherte dem Oberwald jahrzehntelang großflächig mit Munition verseuchte Flächen – ein Problem, dass die Gemeinde Grebenhain bis 2013 beschäftigte, wie die Gruppe im Rahmen der Führung erfuhr.
Ein abschließender Höhepunkt war der Besuch in einem Relikt des Kalten Krieges, das sich auch auf dem früheren „Muna“-Gelände befindet, der ehemaligen „Forward Storage Site“ der amerikanischen Streitkräfte oder auf Deutsch das NATO-Lager Grebenhain. In den 27 Bunkern wurde zwischen 1982 und 1991 Panzer- und Artilleriemunition gelagert – heute sind sie an Gewerbebetriebe vermietet und erfüllen so einen wichtigen Nutzen für die Gemeinde Grebenhain, der das Lager seit 17 Jahren gehört. Ein Besuch in der Außenstelle des Muna-Museums in einem der Bunker bildete den Abschluss. Die Gäste aus Maar zeigten sich erstaunt über die Dimensionen der entfernten „Muna“ und darüber, dass noch so viel davon zu sehen ist. „Wir wussten gar nicht, dass es nur ein paar Kilometer entfernt von uns diese gewaltige Anlage für den Krieg gab.“ war ein Ausspruch, die am Ende so oder so ähnlich mehr als nur einmal fiel.

Die Besucher aus Maar mit Ursula und Helmut Eigner

Die Besucher aus Maar mit Ursula und Helmut Eigner© VdK-OV-Maar

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