Sozialverband VdK - Ortsverband Ismaning-Unterföhring
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Monatsversammlung am 20.3.2010
Vortrag zum Thema "Arzneimittel für Ältere"

Herr Apotheker Leonhardt bei seinem Vortrag

Herr Apotheker Leonhardt bei seinem Vortrag

Am 20.3.2010 fand unsere letzte Monatsversammlung statt.
Herr Apotheker Leonhard aus Unterföhring hielt einen Vortrag über "Arzneimittel für Ältere" Er erklärte ausführlich die verschiedenen Wirkungen und welche Arzneien man meiden sollte. Knapp 60 interessierte Zuhörer kamen zu dem Vortrag und stellten anschließend viele Fragen.

Für eine stimmungsvolle Unterhaltung vor und nach dem Vortrag sorgten wie immer die Damen der "Fidelen Quetschkommode".

Hier einige Auszüge aus dem Vortrag von Herrn Leonhardt:
Im Alter häufig problematische Arzneimittel
  • Abführmittel
  • Herzmedikamente
  • Blutdruckmedikamente
  • Gerinnungshemmer
  • Schlafmittel
  • Schmerzmittel
Warum Arzneimittel im Alter anders wirken - Beispiele -
  • Hormonelle Veränderungen
  • Organe und deren Zellen reagieren weniger empfindlich
  • Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse gehen zurück
  • Aktivität von Enzymen nimmt ab
Veränderte Aufnahme, Verteilung, Umwandlung und Ausscheidung

Veränderte Arzneimittelwirkungen im Alter

  • Empfindlicher für Benzodiazepine, Neuroleptika, Antidepressiva, Herzglykoside
  • Unempfindlicher gegen Beta-Rezeptorenblocker
  • Stärkere Wirkung von Bluthochdruckmitteln, Entwässerungsmitteln, Schmerzmitteln
  • Entgegengesetzte (paradoxe) Wirkung von Benzodiazepinen, Barbituraten
Dosisreduktion bei älteren Patienten
  • Über 65 Jahre: minus 10 Prozent
  • Über 75 Jahre: minus 20 Prozent
  • Über 85 Jahre: minus 30 Prozent
Problematisch im Alter: Entwässerungsmittel

Probleme:

  • Verstärkte Inkontinenz
  • Verlust von Mineralstoffen, insbesondere Kalium
  • Wechselwirkungen mit einigen Herzmedikamenten und Abführmitteln

Vermeidung:

  • Einnahme von Mineralstoffen nach Rücksprache mit dem Arzt
  • Als Abführmittel nur Quellstoffe oder Lactulose
Problematisch im Alter: Abführmittel

Probleme:

  • Mineralstoffverlust, Darmträgheit, Abhängigkeit
  • Wechselwirkung mit Entwässerungsmitteln und Herzglykosiden

Vermeidung:

  • Viel trinken
  • Bewegung
  • Ballaststoffreiche Ernährung
  • Einnehmen von Quellstoffen
Problematisch im Alter: Herzglykoside

Probleme:

  • Bereits geringe Dosissteigerung ist gefährlich
  • Absolut regelmäßige Einnahme notwendig
  • Wechselwirkungen mit Entwässerungsmitteln und Abführmitteln

Vermeidung:

  • Dosisanleitung genau beachten
  • Ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker keine Entwässerungsmittel oder Abführmittel nehmen
  • Kaliumreiche Ernährung
Problematisch im Alter: Gerinnungshemmer

Probleme:

  • Exakte Dosierung notwendig, Nahrungsumstellung nötig
  • Wunden bluten länger
  • Vor jeder Einnahme weiterer Medikamente Fachmann fragen
  • Keine Acetylsalicylsäure, pflanzliche Venenmittel oder Johanniskraut einnehmen

Vermeidung:

  • Dosisanleitung und Gerinnungswerte genau beachten
  • Ernährungsplan aus der Apotheke besorgen
  • Als Schmerzmittel Paracetamol geeignet
Problematisch im Alter: Benzodiazepine

Probleme:

  • Störung des Schlafrhythmus
  • Müdigkeit auch am Tag
  • Erschlaffung der Muskulatur
  • Gangunsicherheit
  • Gedächtnisstörungen

Vermeidung:

  • Kurzwirksame Medikamente sind verträglicher
Problematisch im Alter: Freiverkäufliche chemische Schlafmittel

Probleme:

  • Mundtrockenheit
  • Können den Augeninnendruck erhöhen
  • Können den Harnabfluss behindern

Vermeidung:

  • Auf pflanzliche Alternativen ausweichen
  • Bei hartnäckigen Schlafstörungen vorübergehend kurzwirksame Benzodiazepine (Arzt)
Problematisch im Alter: Schmerzmittel

Probleme:

  • Acetylsalicylsäure
  • Magenbeschwerden, Blutungen
  • nicht für Asthmatiker geeignet
  • nicht gemeinsam mit Gerinnungshemmern
  • Paracetamol
  • nicht für Alkoholkranke geeignet

Vermeidung:

  • Jeder Schmerz ist anders! Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
Problematisch im Alter: Sildenafil (Viagra)

Probleme:

  • Lebensgefährliche Wechselwirkungen mit einigen Herz- und Blutdruckmedikamenten (Nitroglycerin, Molsidomin)

Vermeidung:

  • Arzt nach Alternativen fragen
Risikofaktoren für Arzneimittelprobleme bei Älteren
  • Veränderte Körperzusammensetzung und verminderte Organfunktion, Verlängerte Halbwertszeit, höhere Arzneimittel-Spiegel
  • Komplexe Verordnungen oder Armut,Schlechte Compliance (Patientenmitarbeit)
  • Pflegende haben Interesse an einem ruhigen Patienten und geben ihm deshalb Beruhigungsmittel
Der SaaL im Hillebrandhof vor Beginn der Veranstaltung

Der SaaL im Hillebrandhof vor Beginn der Veranstaltung

Walter Gold und Apotheker Leonhardt aus Unterföhring im Gespräch

Walter Gold und Apotheker Leonhardt aus Unterföhring im Gespräch

Der Saal im Hillebrandhof während der Veranstaltung

Knapp 60 Leute kamen zu dem Vortrag "Arzneimittel ür Ältere" in den Hillebrandhof

Der Saal im Hillebrandhof während der Veranstaltung

Der Saal im Hillebrandhof während der Veranstaltung