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Ostalb-Bündnis gegen Altersarmut
Aalen. Kreisfrauenrat Ostalb e.V. und VdK Kreisverband sind tief besorgt über wachsende Altersarmut.

Angesichts der Ergebnisse der veröffentlichten Zahlen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur Armutsentwicklung in Deutschland und zu dem vorgestellten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, äußern sich die Vorsitzende des Kreisfrauenrat Ostalb e.V. Margot Wagner und der Vorsitzende des VdK Kreisverbandes Aalen Ronald Weinschenk sehr besorgt.

Seit dem Jahr 2015 ist die Armutsquote in Deutschland auf den neuen Höchststand von 15,7 Prozent angestiegen und hat damit einen neuen Rekord seit der Wiedervereinigung erreicht. In Zahlen ausgedrückt leben bundesweit 12,9 Millionen Menschen unter der Armutsschwelle von 60 Prozent des mittleren Einkommens. Für einen Singlehaushalt sind das netto 917 Euro, für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern netto bei 1926 Euro.

Im Ostalbkreis so Wagner ist alleine die Zahl der Kinder, die in Familien aufwachen die auf Grundsicherung angewiesen sind, von 2011 mit 3348 auf 3590 im Jahre 2015 angestiegen. Besonders Kinder in alleinerziehenden Familien trifft es deutlich mit einem Armutsrisiko von 52,4 Prozent. (Quelle Kinderarmut/Kinder im SGB II Bezug Bertelsmann Stiftung 2016).

Die Wirtschaft floriert, das Beschäftigungsniveau erreicht immer neue Rekorde - und doch kommt der Wohlstand bei immer weniger Menschen an. Das bedeutet, dass die Armut für bestimmte Bevölkerungsgruppen steigt und der wirtschaftliche Erfolg kommt leider nur bei einem Teil der Bevölkerung an. Niedriglöhne und sinkende Renten sind eine reale Bedrohung für viele Menschen. Die Politik muss zur Kenntnis nehmen, dass die Gesellschaft dadurch kontinuierlich an Zusammenhalt verliert, meint die Sprecherin des Kreisfrauenrates, Margot Wagner.

Neben Erwerbslosen, Leiharbeitern sowie Alleinerziehenden und ihren Familien sind immer mehr Rentnerinnen und Rentner von Armut betroffen. Keine andere Bevölkerungsgruppe zeigt eine rasantere Armutsentwicklung. Seit 2006 sei die Quote hier viermal stärker als bei anderen Gruppen gewachsen. Für diese Zunahme macht der VdK Kreisverband das Absenken des Rentenniveaus in den letzten Jahren verantwortlich. "Das Rentenniveau muss bei mindestens 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohnes stabilisiert werden. Erforderlich hierzu die dauerhafte Streichung der Dämpfungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel und die Anpassung der Beiträge bei der Grundsicherung im Alter nach dem realen Bedarf. Um eine spürbare Verringerung des Armutsrisikos zu erreichen, müssten zudem die Abschläge für Erwerbsminderungsrenten von 10,8 Prozent abgeschafft werden", betonte Weinschenk und meint noch "Dass die Rente zum Leben reichen muss".

Besorgniserregend für den VdK Kreisverband und dem Kreisfrauenrat Ostalb sei, dass durch explodierende Mieten und Energiekosten viele Menschen unverschuldet immer mehr unter Druck geraten. Auch die stetig steigende Anzahl von Menschen, die auf private Lebensmittelspenden der Tafeln angewiesen sind, sei nicht akzeptabel. Insbesondere Bezieher von kleinen Renten und niedrigen Löhnen geraten bei der Sicherung ihrer Existenzgrundlagen immer stärker unter Druck.

Vorschlag vom Sozialverband VdK: Notwendig sind grundsätzlich vorbeugende Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt. "Leih- und Zeitarbeit, befristete Arbeitsverhältnisse sowie Teilzeit- und Minijobs leisten der Armut, vor allem bei Frauen, Vorschub. Wenn wir Armut im Alter vermeiden wollen, dann müssen prekäre Beschäftigungsverhältnisse eingedämmt werden" betont der Kreisvorsitzende Weinschenk.

Der Kreisfrauenrat hat mit seinem Jahresthema "Gleiche Teilhabe" auch den Blick auf die jüngeren Generationen gerichtet. Es besorgt zutiefst, dass besonders alleinerziehende Frauen, Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor und Langzeitarbeitslose nicht nur jetzt, sondern auch im Alter zunehmend von Armut bedroht sind.

Grundsätzlich wird von der aktuellen Politik gefordert, vernünftige soziale Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Einkommensschere darf sich auf keinen Fall weiter öffnen.

Ob wir es uns in dem reichen Deutschland wirklich leisten sollten Obdachlosen keine Möglichkeit zum Wohnen zu geben, ob wir wirklich nicht die Tafeln für Bedürftige abschaffen sollten und uns statt dessen über ein andere Gestaltung eines Grundeinkommens Gedanken machen sollten, eine Alternative zu Hartz IV ?

Kreisfrauenrat Ostalb e.V.
Presse-Kontakt - Ansprechpartner: Margot Wagner, Patriziusstr. 15, 73479 Ellwangen

Telefon: 07961 6381, m.wagner@amellwa.de

Sozialverband VdK - Kreisverband Aalen
Presse-Kontakt - Ansprechpartner: Silvia Klaus, Bahnhofstr. 24-28, 73430 Aalen
Telefon: 07361-961615, si.kla@t-online.de
Kreisvorsitzender Ronald Weinschenk ronald.weinschenk@email.de

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