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Welche rechtlichen Regeln gelten bei der Witwenrente?

ein Kind erziehen, das nicht älter als 18 Jahre alt ist oder
ein Kind erziehen, das behindert ist, wobei das Alter des Kindes in diesem Fall keine Rolle spielt.

Unter den Begriff „Kind“ fallen neben leiblichen Kindern auch die Kinder des verstorbenen Partners sowie, unter bestimmten Bedingungen, Stief- und Pflegekinder, Enkel und Geschwister. Die große Witwenrente erhält man bis zum Lebensende.
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um eine Witwenrente zu bekommen?

Neben diesen Kriterien müssen Witwen weitere Bedingungen erfüllen, die davon abhängen, ob man unter das alte oder das neue Hinterbliebenenrecht fällt.

Die kleine Witwenrente nach altem Recht entspricht 25 Prozent der Rente, die dem verstorbenen Partner zustand oder gestanden hätte. Wer unter das alte Recht fällt, erhält die kleine Witwenrente lebenslang, wenn zudem folgende Bedingungen erfüllt sind:

Man muss mit dem Partner zu dessen Todeszeitpunkt verheiratet gewesen sein.
Man darf nicht erneut geheiratet haben.
Der verstorbene Partner muss die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt haben.

Mit der großen Witwenrente nach alter Rechtslage erhalten Hinterbliebene 60 Prozent der Rente des verstorbenen Partners. Dieser muss auch die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren, also die Mindestversicherungszeit, erfüllt oder vorzeitig erfüllt haben oder Rentner gewesen sein. Außerdem müssen Hinterbliebene mit dem Partner verheiratet gewesen sein und dürfen nicht erneut geheiratet haben.

Hinterbliebene, für die das neue Recht gilt, müssen neben den Voraussetzungen des alten Rechts zusätzlich folgende Vorgaben für eine Witwenrente erfüllen:

Die Ehe muss mindestens ein Jahr bestanden haben. Eine Ausnahme von dieser Regel kann gelten, wenn der Partner unvorhergesehen, etwa bei einem Unfall, gestorben ist.
Das Paar darf kein Rentensplitting vereinbart haben (siehe weiter unten)

Nach neuem Recht erhalten Hinterbliebene mit der großen Witwenrente statt 60 Prozent nur noch 55 Prozent der Rente des Verstorbenen. Zudem ist der Bezug der kleinen Witwenrente auf 24 Monate begrenzt. Auch bezieht die Rentenversicherung mehr Einkommensarten bei der Berechnung der Höhe der Witwenrente ein.
Erwerbsminderungsrente oder Altersrente: Auf welcher Basis errechnet sich die Witwenrente?

Die Rentenversicherung errechnet die Witwenrente eines Hinterbliebenen auf der Basis der Rente, die der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes erhalten hat. Bekam der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes zum Beispiel eine Erwerbsminderungsrente, dann berechnet die Rentenversicherung die Höhe der Witwenrente auf der Grundlage eben dieser Erwerbsminderungsrente. Gleiches gilt, wenn jemand zum Zeitpunkt seines Todes eine Altersrente bekam.
Witwenrente: Was ist der Kinderzuschlag?

Wer Kinder bis zum dritten Lebensjahr erzieht oder erzogen hat und unter das neue Hinterbliebenenrecht fällt (siehe oben), kann zusätzlich zur Witwenrente einen Zuschlag bekommen. Der Kinderzuschlag fällt unterschiedlich hoch aus. Seine Höhe hängt davon ab, in welchem Bundesland man lebt und wie viele Kinder man erzieht oder erzogen hat.
Witwenrente: Wie viel Einkommen darf man haben?

In den ersten drei Monaten nach dem Tod des Partners erhalten Hinterbliebene die volle gesetzliche Rente des Verstorbenen. In diesem „Sterbevierteljahr“ rechnet die Rentenversicherung das Einkommen des Hinterbliebenen nicht auf die Witwenrente an.

Als Einkommen gelten neben Erwerbseinkommen zum Beispiel auch Altersrenten.

Nach dem Sterbevierteljahr rechnet die Rentenversicherung das Einkommen auf die Witwenrente an, wenn es einen bestimmten Freibetrag übersteigt. Dieser Freibetrag hängt vom aktuellen Rentenwert ab und beträgt für Hinterbliebene das 26,4fache des aktuellen Rentenwerts.

Der Freibetrag beträgt seit Juli 2018 monatlich 845 Euro in den alten Bundesländern, in den neuen Bundesländern sind es 810 Euro. Zudem steigt dieser für jedes Kind um das 5,6?fache des aktuellen Rentenwertes, wenn jenes grundsätzlich einen Anspruch auf Waisenrente hat.
Können auch Geschiedene eine Witwenrente bekommen?

Ja, auch Geschiedenen kann nach dem alten wie dem neuen Hinterbliebenenrecht eine Witwenrente zustehen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen:

Die Ehe mit dem verstorbenen Ex-Partner muss vor dem 1. Juli 1977 geschieden worden sein.
Der Ex-Partner muss bis zu seinem Tod die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt oder diese vorzeitig erfüllt haben oder bereits Rentner gewesen sein.
Man selbst darf nach der Scheidung zu Lebzeiten des Ex-Partners nicht wieder geheiratet oder sich verpartnert haben.
Man muss im letzten Jahr vor dem Tod des Ex-Partners Unterhalt von ihm oder ihr bekommen haben oder zumindest ihm oder ihr gegenüber einen Unterhaltsanspruch mit einem Mindestumfang von 25 Prozent des am Wohnort geltenden Sozialhilfe-Regelsatzes gegen ihn oder sie gehabt haben.

Witwenrente und Wiederheirat: Welche Regeln gelten bei einer Abfindung?

Wer erneut heiratet, verliert nach alter wie neuer Rechtslage seinen Anspruch auf eine Witwenrente.

Nach neuer Rechtslage kann man diesen Verlust aber ausgleichen und eine Abfindung für die Witwenrente bekommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man eine kleine oder eine große Witwenrente erhalten hat. Die Höhe der Abfindung beträgt bei der großen Witwenrente zwei Jahresrenten. Die Höhe der Abfindung ergibt sich aus den Auszahlungen der Witwenrente. Bei der kleinen Witwenrente fällt die Abfindung geringer aus.
Rentensplitting und Witwenrente: geht das zusammen?

Nein. Wer mit seinem Partner zu dessen Lebzeiten ein Rentensplitting vereinbart hatte, kann keine Witwenrente beanspruchen. Beim Rentensplitting teilen die Partner ihre Rentenansprüche aus der Ehezeit zu gleichen Teilen untereinander auf. Dabei gibt der Partner mit den höheren Rentenansprüchen einige davon an den Partner mit den geringeren Ansprüchen ab.

*Da die Regeln für die Witwenrente mit wenigen Ausnahmen identisch mit denen der Witwerrente sind, wird im Folgenden der Begriff Witwenrente verwendet.

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Schlagworte Hinterbliebenenrente | Partner | Tod | Deutsche Rentenversicherung
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