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Pflegebegleiter sind Freiwillige, die sich für pflegende Angehörige engagieren, aber nicht selbst pflegen. Sie stehen den Hauptpflegepersonen zur Seite, um ihnen den Rücken zu stärken. Sie sind eingebunden und getragen in einem Team. Sie können zur Vertrauensperson werden - damit Pflege zu Hause gemeinsam gelingt. Sie sind Partner bei der Klärung von Problemen, bei Fragen der Alltagsgestaltung mit pflegebedürftigen Personen. Sie ermutigen pflegende Angehörige. Sie helfen den Pflegenden ihre Fähigkeiten zur Selbstorganisation der Pflege und des Alltags zu entwickeln. Zudem geben sie ihr Wissen über Hilfsangebote weiter. Sie helfen den Pflegenden, die Hemmschwellen zu überwinden, sich Unterstützung zu organisieren und mit professionellen Diensten zu kooperieren.
Wer sich Pflegebegleitung wünscht, kann telefonisch den Kontakt aufnehmen. Unter der Nummer Telefonnummer (08171) 238175 kann man den Anrufbeantworter der Pflegebegleitung erreichen. Nennen Sie dort ihr Anliegen und bitten Sie um einen Rückruf. Eine unserer Pflegebegleiterinnen ruft sich alsbald zurück. Die Pflegebegleitung der VdK-Pflegebegleiter ist für alle Menschen offen, nicht nur für VdK-Mitglieder.
Schauen Sie sich
das Video zum Thema "Entlastung für pflegende Angehörige"
an.
Sozialverband VdK stellte an
seinem Stammtisch die Mitarbeiter der ehrenamtlichen
"Pflegebegleitung" vor
Bereits im Jahr 2008 organisierte der VdK-Geretsried einen Kurs zum Thema "Begleitung pflegender Angehöriger". Der VdK beteiligte sich seinerzeit an dem Bundes-Modellprojekt des Verbands der Angestellten-Krankenkassen, das vom Forschungsinstitut Geralogik und der Katholischen Fachhochschule Freiburg wissenschaftlich begleitet wurde. Die Kursteilnehmer schlossen mit einem Zertifikat ab, das sie befähigt pflegende Angehörige bei ihrer Aufgabe begleitend zu unterstützen.
Derzeit besteht eine Gruppe von 12 Pflegebegleitern, die sich im Rahmen des VdK regelmäßig treffen. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen aus, unterstützen sich gegenseitig und besprechen Einzelfälle.
Marianne Wild, eine der Leiterinnen der Gruppe der
Pflegebegleiter, stellte zusammen mit sechs Mitarbeitern den
über 50 interessierten Besuchern des Stammtisches die
Intention und Arbeitsweise vor. Pflegebegleiter sind freiwillig und
kostenlos tätig. Sie wissen, wie schwierig, zeit- und
nervenaufreibend Pflege sein kann. Pflegebegleiter anerkennen und
wertschätzen die Arbeit der Pflegenden. Sie haben Zeit und
können sich auf die einzelnen Probleme einlassen. Sie sind
verschwiegen. Alles, was sie erfahren, wird vertraulich
behandelt.
Sie wollen pflegende Angehörige bei ihrer Aufgabe begleiten
und stärken und zusammen mit ihnen Wege und Mittel zu
Entlastung suchen.
Pflegebegleiter sind keine ausgebildeten Pflegekräfte. Sie pflegen nicht im engeren Sinn, weil dazu eine spezielle Ausbildung notwendig ist. Sie sind Begleiter, die den pflegenden Angehörigen beistehen, sich im Dickicht der rechtlichen und sozialen Vorschriften zu Recht zu finden und zu ihrem Recht zu kommen. Sie können beim Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, bei der Beantragung der Pflegestufe, bei der Hilfsmittelversorgung, bei der Auswahl von Pflegeleistungen u.s.w. ihre Erfahrungen einbringen.
Pflegebegleiter stehen auch für ein Gespräch bereit, wenn Pflegende nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht. Dazu muss man nur die Telefonnummer 08171/238175 anrufen. Der Anrufbearbeiter hat keinen Feierabend. Er ist Tag und Nacht erreichbar. Wer dort sein Anliegen schildert und seine Telefonnummer hinterlässt, wir baldmöglichst von einem Pflegebegleiter angerufen. Dann ist Rat und Hilfe für den pflegenden Angehörigern nicht mehr weit.
Wer die Pflegebegleitung in Anspruch nehmen will, muss nicht VdK-Mitglieder sein. Dieses Angebot ist für alle da.
Gisela Lucht, die Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes, berichtete zu Beginn der Veranstaltung über die Beschlüsse des 19. Ordentlichen Landesverbandstages des Sozialverbandes VdK Bayern. Ähnlich dem Euro-Rettungschirm, den die Staatschefs der 17 Euro-Staaten beschlossen, bedarf es auch eines "Rettungsschirms Pflege", wenn nicht über kurz oder lang die Pflege in Deutschland zusammenbrechen soll. Lucht stellte sich voll hinter die Forderungen des VdK-Bayern zur Finanzierung einer menschenwürdigen Pflege. Besonders hob sie hervor, dass 70 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause gepflegt werden. Pflegende Angehörige sind also die Stütze unserer Gesellschaft.
Gisela Lucht: "Wenn die Gesellschaft die Pflegebereitschaft Angehöriger erhalten will, muss sie dafür sorgen, dass pflegende Angehörige entsprechend gewürdigt, anerkannt, unterstützt und entlastet werden".
Informationsfahrt zur Pflegeakademie nach Neuburg/Donau: Drei VdK-Ortsverbände informieren sich zum Thema Pflege
Vorstände und Mitglieder aus den Ortsverbänden Königsdorf, Geretsried und Wolfratshausen trafen sich zu einer Fahrt zur Pflegeakademie im VdK-Geriatriezentrum Neuburg/Donau. Organisiert hatte die Reise das Ehepaar Angela und Gerhard Richter aus Königsdorf.
Die teilnehmenden 20 Frauen und Männer hatten unterschiedliche Motive zur Pflegeakademie mit zu fahren. Sie sind zum Teil selbst pflegende Angehörige oder beraten Angehörige bei der Pflege. Mancher bereitet sich darauf vor, selbst betagte Eltern oder behinderte Menschen in deren häuslichen Umgebung zu pflegen. Sie alle wissen, dass Pflegende Tag für Tag mit ihrer körperlichen und seelischen Kraft für ihre Angehörigen im Einsatz sind - eine Situation, die einem viel abverlangt und oftmals überfordert.

Oberarzt Dr. Einhard Springer übernimmt persönlich die Führung durch das Krankenhaus
Um Pflege zu erleichtern und Angehörige zu entlasten, hat der VdK Bayern die Pflegeakademie als eine Bildungseinrichtung im Geriatriezentrum Neuburg geschaffen. Die dort angebotenen Pflegekurse wurden in einem Referat von Birgit Merk von der Pflegeakademie vorgestellt. Sie richten sich speziell an pflegende Angehörige. Sie vermitteln Kenntnisse, die zur Pflegetätigkeit in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen notwendig und hilfreich sind. "Eine besondere Qualität haben die Kurse dadurch, dass der Pflegebedürftige mit nach Neuburg gebracht werden kann", so Birgit Merk. Während des Kurses wird er von der Geriatrischen Fachklinik versorgt und gepflegt. Die Kursteilnehmer erfahren, welche individuelle Betreuung ihr Pflegefall benötigt und wie die richtige Pflege zu Hause weiter geführt werden kann.
Nicht zu kurz kommt auch die Information, was man als pflegender Angehöriger tun kann, um sich nicht zu überfordern und selbst krank zu werden. Wer nicht auf sich selbst achtet, tut weder dem Patienten noch sich selbst einen Gefallen. Solche Aufopferung endet häufig im totalen Zusammenbruch des pflegenden Angehörigen.
Neben der Referentin aus der Pflegeakademie informierte der Oberarzt des Geriatriezentrums Neuburg Dr. Einhard Springer die Besuchergruppe über Aufgabenstellung, Arbeitsweise und Möglichkeiten der geriatrischen Klinik, die vom Landkreis Neuburg/Schrobenhausen und dem VdK Bayern e.V. getragen wird.
Die Geriatrie ist eine neue, zukunftsorientierte medizinische Fachrichtung. Sie bietet dem älteren Patienten ein ganzheitliches diagnostisches und therapeutisches Konzept an. Durch die Kombination organmedizinischer Therapie und funktioneller Therapie soll eine größtmögliche Selbständigkeit der Lebensführung erhalten oder wiederhergestellt werden.
Aus der Multimorbidität und Instabilität des geriatrischen Patienten ergeben sich die Indikationen für die Rehabilitation im Geriatriezentrum Neuburg. Diese reichen von internistischen Erkrankungen von Herz und Kreislauf, Krankheiten des Magen-Darm-Traktes, Folgen der Zuckerkrankheit etc. über neurologische Befunde z.B. nach Schlaganfall, Folgen des Morbus Parkinson oder Polyneuropathie bis hin zu Erkrankungen des Bewegungsapparates und vieles mehr. Auch auf Funktionsstörungen, wie wiederholte Stürze, Schwindel, Schmerzen, Inkontinenz ist das Geriatriezentrum eingerichtet. Gedächtnisstörungen oder leichte Demenz werden genauso behandelt wie Depressionen.
Oberarzt Dr. Springer: "Wir legen besonderen Wert auf die ganzheitliche Behandlung der Patienten. Wir sind nicht fokussiert auf eine Fachrichtung, sondern wissen beispielsweise um die Zusammenhänge zwischen Kreislaufproblemen, Sturzgefährdung und neurologischen Einschränkungen bei den Patienten."
Ziel der Rehabilitation in Neuburg ist die Besserung und die
Vermeidung von zukünftigen Erkrankungen. Springer: "Wer an
Schwindel leidet, fällt eher einmal hin und bricht sich die
Knochen. Deshalb ist die beste orthopädische Prophylaxe, den
Schwindel zu behandeln und Stolperfallen im Haus des Patienten zu
beseitigen".
Ein ganzes Team von Fachkräften arbeitet in der Klinik
zusammen. Neben den geriatrischen Fachärzten gehören
Ergotherapeuten, Logopäden, Krankenpflegekräfte,
Krankengymnasten, Psychologen und Sozialpädagogen dazu. Auch
der hauswirtschaftliche Bereich spielt eine wichtige Rolle, denn
hier geht es auch um die altersgerechte Ernährung.
Für die Vorträge und die Führung durch das modern
eingerichtete Krankenhaus hatten sich Dr. Springer und Frau Merk
viele Stunden Zeit genommen. Neben allen zeitgemäßen
diagnostischen Einrichtungen setzt die Klinik aber auch Tiere als
Therapeuten ein. Neben Hasen und Mehrschweinchen gibt es auch zwei
Therapiehunde, die sich besonders in der Behandlung neurologischer
Störungen bewährt haben.
Der gute Standard des Geriatriezentrums Neuburg ist nicht zuletzt auf das Engagement des Landkreises und des VdK Bayern zurückzuführen. Manche speziellen Therapieangebote wären ohne die Unterstützung des VdK und seiner jährlichen Haussammlung "Helft wunden heilen" nicht möglich. "Die Krankenkassen haben seit 10 Jahren keine Erhöhung der Pflegesätze der Klinik zugestanden", berichtet Dr. Springer. "Dabei trägt die geriatrische Rehabilitation zu Kosteneinsparung im Gesundheitswesen bei - denn jede Schenkelhalsfraktur kommt der Kasse teurer als die entsprechende Prophylaxe".
Das Fazit der Teilnehmer der Informationsfahrt ist klar: Die Kombination von Pflegeakademie und geriatrischer Klinik ist für pflegende Angehörige ein großer Vorteil. Im Rahmen der "Verhinderungspflege" zahlt die Krankenkasse den Klinikaufenthalt für den Pflegebedürftigen, während der Angehörige den Pflegekurs besucht. Und beide sind nicht voneinander getrennt - für jeden ist optimal gesorgt.
Für
weitergehende Informationen folgen Sie diesem Link!
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Die VdK-Pflegebegleiter in Geretsried

Marianne Wild (li.) und Christina Bock leiten
die Gruppe der VdK-Pflegebegleiter
Es kommt ganz plötzlich – meist ohne Vorwarnung. Der betagte Vater oder die Mutter sind unversehens pflegebedürftig. Ob Schlaganfall, Schenkelhalsbruch oder ein anderes plötzlich auftretendes Gebrechen – die Angehörigen sind gefragt. Die überwiegende Mehrheit der Angehörigen nimmt diese Herausforderung an. Etwa drei Viertel der Pflege wird im häuslichen Umfeld geleistet. Angehörige, z.B. Ehepartner, erwachsene Kinder, aber auch Nachbarn oder Freunde tragen die Hauptlast der häuslichen Versorgung. Sie kümmern sich oft über Jahre hinweg rund um die Uhr um ihre Pflegebedürftigen.
Pflegende Angehörige vereinsamen häufig. Sie sind durch lang andauernde Pflege körperlich und seelisch erschöpft. Sie haben keine Zeit mehr für sich selbst. Die Gefährdung der eigenen Gesundheit ist oft eine Folge davon. Die zeitliche Belastung kann in die soziale Isolierung führen.
Aufgabe der Pflegebegleitung ist es, die Pflegebereitschaft und -fähigkeit der Angehörigen zu erhalten und zu sichern. Wesentliche Elemente sind die psychosoziale Beratung, begleitende Unterstützung und Entlastungsangebote. Denn schon aus demographischen Gründen dürfte inzwischen jedem klar sein, dass die Betreuung der Menschen nur durch examinierte Altenpflegerinnen an der Finanzierung scheitert.
Seit einem Jahr gibt es in Geretsried die Pflegebegleiter des VdK-Ortsverbandes. Sie haben ein offenes Ohr für die Probleme der pflegenden Angehörigen. Pflegebegleiter sind keine Ersatzpfleger. Sie helfen aber, wenn sich Angehörige im Dickicht der Rechtsnormen, der Hilfen des Staates, der Pflegekassen und der sozialen Dienste nicht zu Recht finden. Sie erarbeiten zusammen mit den Pflegenden Lösungen für ihr individuelles Problem. Und oft genug reicht das Gespräch mit einem Menschen, der einfach zuhört und nicht gleich versucht, dem Pflegenden eine "Lösung" überzustülpen. Wer die kostenlose und ehrenamtlich geleistete Pflegebegleitung in Anspruch nimmt, erfährt Anerkennung, Zuspruch und Hilfe beim Erkennen der eigenen Situation.
Pflegebegleiter geben Anregungen zur Selbstreflexion und Selbstorganisation. Sie helfen Sinn- und Wertfragen zu klären und begleiten manchmal auch das Abschiednehmen und Trauern. Dabei sind Pflegeberater keine "Allwissenden". Sie kennen aber die Möglichkeiten der Hilfe und können Wege weisen. Gehen muss diese Wege der pflegende Angehörige aber selbst. Pflegebegleiter wollen treue Begleiter in schwierigen Zeiten sein. Dabei sind alle Gespräche durch Vertraulichkeit geschützt.
Die Pflegebegleiter haben vor einem Jahr ein Pflegebegleiter-Seminar erfolgreich abgeschlossen. Seither treffen sich 14 Absolventen regelmäßig einmal im Monat zu einem Meinungs- und Informationsaustausch. Zu den Treffen werden auch Referenten eingeladen, die zu Themen wie Demenz, Hospizarbeit und medizinischen Fragen informieren. Die Rückmeldung der Menschen, die die Pflegebegleitung in Anspruch genommen haben, ist durchwegs positiv.
Wer sich Pflegebegleitung wünscht, kann telefonisch den Kontakt aufnehmen. Unter der Nummer Telefonnummer (08171) 238175 kann man den Anrufbeantworter der Pflegebegleitung erreichen, sein Anliegen nennen und um einen Rückruf bitten. Die Pflegebegleitung der VdK-Pflegebegleiter ist für alle Menschen offen, nicht nur für VdK-Mitglieder.

Pflegende Angehörige begleiten
Pflegebegleitung zielt auf eine Stärkung pflegender Angehöriger und ihre Vernetzung mit Unterstützern vor Ort. Dazu stehen speziell qualifizierte Freiwillige bereit. Wir wissen "Entlastung allein genügt nicht..." Pflegende Angehörige brauchen nicht nur Freiräume zum Erholen und deshalb auch nicht nur Entlastungsangebote. Sie haben im Rahmen ihrer Sorgetätigkeit viele Kompetenzen erworben. Dennoch sind sie oft daran interessiert, die Situation – auch im Hinblick auf das Zusammenleben der Gesamtfamilie – weiter zu verbessern und auftretende Schwierigkeiten "in den Griff zu bekommen".
Der VdK-Geretsried hat über 20 ehrenamtlich tätige Pflegebegleiterinnen und Pflegebegleiter ausgebildet. Sie stehen den pflegenden Angehörigen kostenlos zur Seite. Unter der Telefonnummer (08171) 238175 können pflegende Angehörige Kontakt mit der VdK-Pflegebegleitung aufnehmen. Es meldet sich der Anrufbeantworter. Wer sein Anliegen und seine Telefonnummer hinterlässt, wird alsbald zurückgerufen.