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Bilder gegen das Vergessen
Unter der Anleitung der Seelsorgerin Eva Buchner malte eine Gruppe von Bewohnerinnen und Bewohnern des Altenheimes mit Buntstiften und Kreide, mit Wasser- und Acrylfarben Bilder gegen das Vergessen.
Die Bilder der Ausstellung vom 2. Juli 2016 sind jetzt auch im Geretsrieder Rathaus zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 30. September montags bis freitags von 7.30 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen. Wer die Bilder im Internet ausehen will kann das hier. tun.


Der VdK-Oberbayern hatte am 30. Juli nach Ingolstadt zur Großveranstaltung "Weg mit den Barrieren" eingeladen
Geretsried war mit einem ganzen Bus dabei.

Mit einer der größten sozialpolitischen Veranstaltungen in Oberbayern wollte der VdK am vergangenen Samstag in Ingolstadt seine Forderung nach umfassender Barrierefreiheit ins Bewusstsein der Bevölkerung heben und die politisch Verantwortlichen zum Handeln bewegen. Aus dem Landkreis waren 130 Menschen angereist, 50 allein aus Geretsried.
Im Stadttheater waren 1.300 Demonstranten für das Recht der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zusammen gekommen, denn Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht.
Aus allen Kreis- und Ortsverbänden Oberbayerns waren VdK-Mitglieder angereist, um sich für die umfassende Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einzusetzen. In Deutschland stoßen Menschen mit Behinderung noch immer auf unüberwindbare Hindernisse. Bestehende rechtliche Vorgaben sind oft unzureichend oder zu unverbindlich. Das muss sich ändern, forderten auch die Demonstranten aus dem VdK-Kreisverband Bad Tölz - Wolfratshausen - Miesbach.
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Die Landesvorsitzende in Bayern und Präsidentin des VdK Deutschland verlangt ein barrierefreies Deutschland. Daneben die Gebärdendolmetscherin.© VdK-Geretsried

Begrüßt wurden die VdK-ler aus ganz Oberbayern vom stellvertretenden Landesvorsitzenden Achim Werner, der von der "Vision eines barrierefreien Landes" sprach. Aus der Vision müsse jetzt Realität werden. Er dankte den angereisten Demonstranten für ihr Kommen.
Landesgeschäftsführer Michael Pausder formulierte die wichtigsten Forderungen des Sozialverbands. Ohne das ständige Drängen des VdK hätte es die Verbesserungen bei der Rente und der Pflege nicht gegeben. Der VdK gibt "denen eine Stimme, die sich alleine nicht wehren können!" Er forderte neben einem gerechteren Steuersystem auch die konsequente Bekämpfung von Steuerflucht und -hinterziehung. Das Verhalten der Großverdiener und Reichen, "die in Deutschland keine Steuern zahlen" und dadurch den Staat jährlich um 100 Milliarden Euro schädigen, bezeichnete Pausder als asozial. Es ist das Geld, das für soziale Aufgaben fehlt.

Ankunft des Geretsrieder Busses in Ingolstadt© VdK-Geretsried

Die Gebärdendolmetscherin übersetzt Michael Pausders Referat.© VdK-Ger.


Ulrike Mascher, Landesvorsitzende des VdK Bayern und Präsidentin des VdK Deutschland, wurde den Zuhörern als die "meistbeschäftigtste Rentnerin Deutschlands" vorgestellt. Sie wies auf die etwa 1,5 Millionen Menschen mit Behinderung in Bayern hin. Nur vier Prozent dieser Personen seien mit einer Behinderung geboren worden. "Jeden von uns kann es treffen", rief Mascher den Anwesenden zu, die zum größten Teil selbst einen Behindertenstatus haben.
Vor 20 Jahren wurde das Benachteiligungsverbot für Menschen mit Behinderungen in die Verfassung aufgenommen und seit 2009 gibt es die Behindertenrechtskonvention. Die Umsetzung dieses Rechts liegt aber noch im Argen. Mascher forderte, dass sich die Barrierefreiheit nicht nur auf den öffentlichen Raum beschränken dürfe. Auch in Schule und Ausbildung, in Geschäften oder Arztpraxen müsse allen Menschen ein ungehinderter Zugang möglich sein. Barrieren behindern auch junge Menschen, zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen. Mascher kritisierte auch Ministerpräsident Horst Seehofer. Mit jährlich nur 20 Millionen Euro mehr im Haushaltsplan ist das Ziel Bayern bis 2023 barrierefrei zu machen unrealistisch.
Beim Thema Barrierefreiheit müsse man Experten und Betroffene an den Planungen beteiligen, forderte die blinde frühere zwölffache Paralympics-Siegerin und Spitzensportlerin Verena Bentele. Sie ist die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und eine Kämpferin für Barrierefreiheit. Bentele: "Zwar hat ein erster Mensch 1969 den Mond betreten, aber Rollstuhlfahrer kommen im Jahr 2016 teilweise immer noch nicht problemlos in einen Zug".
Bentele forderte daneben den Ausbau der "Leichten Sprache". Darunter versteht man ein einfaches, für jeden verständliches Deutsch, wie es manche Bundesbehörden inzwischen anbieten und auf Webseiten verwenden. Jeder Bescheid einer Behörde müsste auch in "leichter Sprache" angefordert werden können - egal ob vom Bund, dem Land oder von einer kommunalen Behörde.
In der sich anschließenden Podiumsdiskussion verwies Bezirkstagspräsident Josef Mederer auf die Anstrengungen des Bezirks Oberbayern in Richtung Teilhabe. Dass Barrierefreiheit bei der Planung von Gebäuden entgegen der allgemeinen Meinung keine Mehrkosten verursachen würden, unterstrich Christine Degenhart, die neue Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer. Über die Bemühungen der Arbeitgeber zur Teilhabe von Menschen mit Handicaps im der Arbeitswelt berichtete Rupert Klinger, Schwerbehindertenvertreter bei Audi in Ingolstadt.

Norbert Pollmann ist blind. Wo er sich auskennt, geht er gerne ohne Assistenz - in Bad Tölz zum Beispiel...© VdK-Geretsried

Auch die VdK-ler im Parkett kamen zu Wort und konnten über ihre persönlichen Erfahrungen mit der heutigen "Barrierefreiheit" berichten. Mit welcher Ignoranz manche Behördenmitarbeiter die Probleme von Menschen mit Handicap behandeln, berichtete der 56-jährige erblindete Norbert Pollmann aus Bad Heilbrunn. Er wirbt seit 2005 dafür, dass Ampeln mit akustischen Signalen ausgerüstet werden, damit auch Blinde die Straßen sicher überqueren können. So ist das Tölzer Behörden- und Gesundheitszentrum Flinthöhe für sehbehinderte Fußgänger nicht gefahrlos zu erreichen. Der Leiter des Tölzer Amtes für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehrswesen Alexander Schindler hält die Kosten für die Umrüstung der Ampeln offensichtlich für zu hoch - "im fünfstelligen Bereich". Er empfahl Pollmann, mit dem Stadtbus vom Bahnhof zum Behördenzentrum zu fahren. "Man muss ja nicht zu Fuß gehen". So sieht Herr Schindler also die Teilhabe behinderter Menschen. Behinderte, die zu Fuß gehen - ja wo gibt's denn so was? Irgend etwas scheint Herrn Schindler nicht kapiert zu haben...

(ab)

Wenn Sie sich über die VdK-Kampagne "Weg mit den Barrieren" informieren wollen, klicken Sie bitte hier

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  2. Ankunft des Geretsrieder Busses in Ingolstadt | © VdK-Geretsried
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