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"VdK ist auch für junge Menschen interessant"
Interview Der neue Ortsverbands-Vorsitzende DieterStrodthoff über Aktualität und Überalterung des Vereins








Steht noch im Berufsleben: Dieter Strodthoff Bild: Chelly

Dieter Strodthoff ist Bankkaufmann in Delmenhorst. Der Vater zweier Söhne lebt in Schlutter und ist seit 2001 Mitglied im VdK.

Von Nadia-Zakia Chelly

Frage: Herr Strodthoff, seit einer Woche sind Sie jetzt Vorsitzender des Ortsverbandes des VdK Ganderkesee? Hatten Sie schon Zeit, zu überlegen, was Sie anpacken möchten?
Strodthoff: Ein gewisses Schema ist beim VdK ja vorhanden. Es gibt Feierlichkeiten, zu denen wir regelmäßig zusammen kommen, zum Beispiel den Klönclub oder den Kegelclub. Außerdem bemühen wir uns, einmal im Monat eine Aktion zu machen.
Frage: Aber gibt es nicht auch etwas, das Sie anders machen wollen als Ihr Vorgänger Wilhelm Götze?
Strodthoff: Wilhelm Götze hat jede Woche eine Sprechstunde bei sich zu Hause angeboten. Ein tolles Angebot, das auch viel genutzt wurde. Dazu fehlt mir aber die Zeit. Ich bin berufstätig, und auch die nötigen Kenntnisse habe ich noch nicht. Die erarbeite ich mir gerade. Ich habe mir vorgenommen, an zwei bis drei Nachmittagen im Jahr eine Informationsveranstaltung zu organisieren.
Frage: Worüber wollen Sie informieren?
Strodthoff: Die erste Veranstaltung soll sich mit dem Herzinfarkt beschäftigen. Mein Sohn, der Rettungssanitäter ist, wird den Vortrag halten. Bei einer weiteren Info-Veranstaltung soll es um Vorsorgevollmachten gehen.
Frage: Sie stehen noch mitten im Berufsleben und sind jünger als das Gros der VdK-Mitglieder. Haben Sie deshalb auch einen anderen Blick auf manche Dinge beim VdK?
Strodthoff: Die Altersstruktur beim VdK ist sehr hoch, das ist richtig. Deshalb ist es für mich ganz wichtig, mit Senioren auch seniorengerecht umzugehen. Wir müssen Fahrten anbieten, an denen ältere Teilnehmer Spaß haben. Komfortable Busse gehören dazu oder auch, sich viel Zeit zu lassen. So lange es geht, soll jeder an den Fahrten teilnehmen können.
Frage: Der VdK ist ja ursprünglich der Verband der Kriegsbeschädigten. Ist der Verein noch immer aktuell?
Strodthoff: Aktueller denn je. Als der Verein 1950 gegründet wurde, ging es vor allem um die Kriegsbeschädigten. Das ist heute anders. Heute ist der VdK ein Sozialverband. Neben der Geselligkeit kümmern wir uns um die soziale Sicherheit der Menschen. Wir helfen beim Formulare ausfüllen, bei Fragen zur Sozial- und Pflegeversicherung und bieten Beratungen an. Auch Behinderte können mit ihren Fragen zu uns kommen.
Frage: Haben Sie keine Angst, dass das Interesse am VdK nachlässt und der Verein irgendwann ausstirbt?
Strodthoff: Nein. Momentan steigen unsere Mitgliederzahlen stetig an. Die Menschen wollen Geselligkeit und Beratung. Und das wird auch noch in 40 Jahren so sein. Die heutigen Jugendlichen werden dann bei uns aktiv sein. Ich muss aber betonen, dass der VdK auch schon für Jüngere interessant ist. Gerade kommen viele junge Menschen zu uns, die sich wegen Hartz IV beraten lassen. Junge Menschen machen sich meist keine Gedanken darüber, dass auch sie einmal Hilfe brauchen. Irgendwann ist es dann aber so weit.
Frage: Wie sind Sie eigentlich zum VdK gekommen?
Strodthoff: Meine Eltern waren beim VdK und jedes Jahr, wenn sie Geburtstag hatten, kamen Willi Götze und Anneliese Bredehorn zum Gratulieren vorbei. "Nette Leute", dachte ich mir damals. Ich schaute im Internet nach und es dauerte nicht lange, da hatte ich den Antrag zur Mitgliedschaft ausgefüllt. Das ist mittlerweile sechs Jahre her.





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