Sozialverband VdK - Ortsverband Bad Königshofen
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Unsere Tagesfahrt 2008 ging nach Ansbach, Fränkische Seenlandschaft, großen Brombachsee und Obereisenheim.

#TEASER_ROT{Gross{Tagesausflug des VdK Ortsverbands Bad Königshofen}}

Um 6.30 Uhr starteten wir mit dem Bus in Bad Königshofen zu unserer Tagesfahrt. Sie führte uns zu unserer ersten Station die Stadt Ansbach. Auf dem Rastplatz Ohrenbach (A 7) machten wir eine kleine Kaffeepause mit Gebäck. In Ansbach wurden wir um 9.30 Uhr von 2 Stadtführerinnen am Anscavallo (Moderne Pferdeplastik gegenüber der Residenz) erwartet.

Moderne Pferdeplastik vor dem Schloss

Ansbach – Markgräfliche Residenzstadt in Mittelfranken
Ansbach, Regierungshauptstadt von Mittelfranken und ehemalige Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, kann auf eine über 1250-jährige, bewegte und wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Die Stadt, die heute 40.000 Einwohner zählt, liegt an der historischen Burgenstraße und grenzt an den waldreichen Naturpark Frankenhöhe. Durch seinen Reichtum an historischen Sehenswürdigkeiten und Schätzen nimmt Ansbach unter den Städten Frankens eine besondere Stellung ein. Beeindruckende Baudenkmäler wie die Hofkanzlei, die Kirchen St. Johannis und St. Gumbertus, die Residenz mit ihren 27 Prunkräumen und die prächtige Orangerie im Hofgarten zeugen von der glanzvollen Vergangenheit der einstigen Residenzstadt.

Heute prägen moderne Bildungseinrichtungen wie die Fachhochschule Ansbach, mittelständische Industrieunternehmen aus den Bereichen Kunststoffverarbeitung, Nahrungsmittel und Elektrotechnik, die verschiedenen Verwaltungseinrichtungen und ein attraktives innerstädtisches Einzelhandelszentrum die einstige Garnisonsstadt.


Die erste Station war die Markgräfliche Residenz.

Markgräfliche Residenz mit Schlossbrunen

Die Residenz entwickelte sich aus einer spätmittelalterlichen Anlage. In der Gotischen Halle der Residenz Ansbach befindet sich heute eine bedeutende Sammlung Ansbacher Fayencen und Porzellane. Ihre jetzige Gestalt erhielt die Residenz im 18. Jahrhundert durch Gabriel di Gabrieli und Karl Friedrich von Zocha. Leopold Retti schuf die Innenausstattung des frühen Rokoko.

Orangerie

Eine Führung durch die 27 Prunkräume ist auf jeden Fall empfehlenswert. Zu den Hauptattraktionen der Residenz zählen der doppelgeschossige Festsaal, das Spiegelkabinett sowie der Kachelsaal mit rund 2.800 Fliesen aus der ehemaligen Ansbacher Fayencemanufaktur. Interessant auch die Bayerische Staatssammlung "Ansbacher Fayencen und Porzellan" im Erdgeschoss.
Vor der Residenz auf dem Schlossplatz ist die Pferdeplastik "Anscavallo" von Jürgen Goertz zu sehen. Abgerundet wird das Ensemble des neu gestalteten Platzes durch zwei Buswartehallen aus der Werkstatt desselben Bildhauers.

Der weitere Weg führte uns in die St. Gumbertuskirche

Gumpertuskirche

Johann-Sebastian-Bach-Platz
Ehemalige Stiftskirche mit gotischen Anbauten, 15. Jahrhundert, barocke Saalkirche, imposanter Orgelprospekt, unter der Schwanenritterkapelle die romanische Krypta (um 1040) und die Fürstengruft (25 Sarkophage aus dem 17. und 18. Jahrhundert).
Von der Gumbertuskirche ging es in die Innenstadt. Hier wurden einige Sehenswürdigkeiten erklärt. Unter anderem die Platenstraße und zum Kaspar Hauser Denkmal.

Platenstraße

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Kaspar Hauser

Kaspar-Hauser-Denkmal, Platenstraße

Kaspar Hauser Denkmal

Das 1981 errichtete Denkmal zeigt das "Kind von Europa" in zweierlei Gestalt: Einmal, wie Kaspar 1828 in Nürnberg auftauchte, und zum anderen als jungen Edelmann, der 1833 im Ansbacher Hofgarten ermordet wurde.

Wer war Kaspar Hauser?
Kaspar Hauser wurde am Pfingstmontag, 26. Mai 1828, auf dem Unschlittplatz in Nürnberg aufgegriffen.

Der etwa 16-jährige Junge fiel durch einen unsicheren Gang auf, konnte auf Fragen nichts anderes antworten als "dös wois i net", schrieb mühsam in ungelenker Schrift seinen Namen "caspar hauser" und trug einen Brief an den Rittmeister von Wessenig bei sich.

Von Wessenig wusste mit dem Findling nichts anzufangen und so wurde Kaspar Hausers erste "Wohnstätte" in der zivilisierten Weit der Gefängnisturm Luginsland auf der Nürnberger Burg.

Bis Mitte Juli blieb er eingesperrt, wurde verhört und vor zahllosen Schaulustigen "ausgestellt".

Nach intensiven Untersuchungen der Polizei, der Stadt und einiger Ärzte kam man zu der Überzeugung, dass es sich um einen komplexen Kriminalfall handeln müsse, in dem Kaspar Hauser während seiner Kindheit über längere Zeit ohne soziale Kontakte zu Menschen gefangen gehalten wurde.

Der ihm mitgegebene Brief wurde von zeitgenössischen Fachleuten als Fälschung betrachtet.
Kaspar Hauser, kaum des Sprechens mächtig, konnte nahezu keine Äußerungen über sich machen, außer den berühmten, stets wiederholten Satz: "Ich möchte so ein Reiter wie mein Vater werden".

Nachdem Bürgermeister Binder in einer Bekanntmachung auf den einzigartigen Fall aufmerksam gemacht hatte, kam Kaspar Hauser zum Gymnasiallehrer Georg Friedrich Daumer, der sich seiner Erziehung annahm. Er lernte schnell, verlernte aber auch bedeutende Fähigkeiten seiner hypersensiblen Wahrnehmung.
Bald wurde das Gerücht laut, es handele sich bei Kaspar Hauser um den Erbprinzen aus dem Hause Baden, der beiseite geschafft worden war, um einer Nebenlinie den Weg auf den Thron freizumachen.
Bereits im Oktober 1829 wurde in der Daumerschen Wohnung ein Anschlag auf ihn verübt, den er überlebte. Durch diesen Vorfall wurde klar, dass seine Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Er musste deshalb nun mehrmals den Wohnort wechseln.

Um diese Zeit tauchte auch ein seltsamer englischer Lord auf, der sich binnen kürzester Zeit als Hausers großer Gönner gab und die Vormundschaft für den Findling übertragen bekam. Lord Stanhope veranlasste die Übersiedelung nach Ansbach zum pedantischen Lehrer Meyer, den er gut entlohnte.

Stanhope gab vor, Hauser bald zu sich nach England zu holen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Als Kaspar Hauser im Dezember 1831 nach Ansbach zog war er bereits eine in Europa bekannte Persönlichkeit und somit nahm auch die Ansbacher Bevölkerung großen Anteil an seinem Schicksal, wie es sich bei seiner Konfirmation im Mai 1833 zeigte.
Auch der Präsident des Appellationsgerichtes befasste sich mit dem Lebensweg des Findlings und verfasste die "Erbprinzentheorie". Eine Woche nach der Konfirmation Hausers starb Präsident Anseim von Feuerbach unter äußerst mysteriösen Umständen. Man kann davon ausgehen, dass er vergiftet wurde,

Von nun an waren die Tage des Kindes von Europa gezählt.

Am 14. Dezember wurde Kaspar unter dem Vorwand, seine Herkunft und den Namen seiner Mutter zu erfahren, in den Ansbacher Hofgarten gelockt. Dort wartete sein Mörder auf ihn. Mit einem gezielten Stich traf er den etwa 21 -jährigen in das Herz. Drei Tage später starb er in der Wohnung des Lehrer Meyers und wurde am 20. Dezember 1833 auf dem Stadtfriedhof beigesetzt.

Seit dieser Zeit ist das Interesse an ihm groß. Über 3000 Publikationen befassen sich mit Kaspar Hauser. Da gibt es die These, dass er legitimer Großherzog von Baden war, die Vermutung, dass es sich schlichtweg um einen Betrüger handelt. Da ist aber auch ein Mensch, der zum Symbol, zum Mythos wurde. Wohl keine andere historisch verbürgte Person hat so explizit die Frage nach dem Woher und Wohin des Menschen aufgeworfen. Kaspar Hauser wurde zum Sinnbild nach der eigentlichen Identität des Menschen.

Auch Aufsehen erregende Forschungsergebnisse wie die widersprüchlichen Genanalysen seines Blutes und seiner Haare konnten die Anteilnahme an seinem Schicksal nicht schmälern.

Seit 1998 veranstaltet die Stadt Ansbach "Kaspar-Hauser-Festspiele" zu Ehren des berühmten Findlings. Die Veranstaltungsreihe hat das Ziel, Kaspar Hauser aus der allzu engen Sicht des kriminalistisch-dynastischen Verbrechens zu befreien und sein Schicksal in vielfältiger Weise darzustellen.

Der Abschluss unserer Stadtführung war die Besichtigung der Synagoge.

Synagoge

Die Synagoge in der Rosenbadstraße ist eine der bedeutendsten erhaltenen barocken Synagogen in Süddeutschland. Sie wurde von Hofbaumeister Leopoldo Retty 1744 bis 1746 erbaut. Im Hof der Synagoge sind auch Reste der Ritualbäder zu besichtigen. Die Synagoge ist nur im Rahmen einer Stadtführung zu besichtigen.

Leider war Stadtführung viel zu schnell zu Ende. Dabei haben wir erfahren, dass wir von Ansbach viel zu wenig kennen.
Einen weiteren privaten Besuch von Ansbach, werde ich in nächster Zeit einplanen.

Von Ansbach fuhren wir nach Gunzenhausen. In Gasthaus Leuchtturm nahmen wir das Mittagessen ein. Um 13.30 Uhr ging es weiter zum großen Brombachsee. Hier hatten wir eine 1 ½ stündige Rundfahrt mit den Schiff gebucht. Es konnte jeder 1 Stück Obsttorte mit Kaffee genießen.

Kleiner Brombachsee
Länge bis 2,5 km, Breite bis 1 km, Tiefe bis 13,4 m, Gesamtfläche 250 ha. Rad- und Wanderweg um den See 8,5 km. Die Seezentren befinden sich in Langlau und Absberg.

Großer Brombachsee
Länge bis 5,1 km, Breite 2 km, Tiefe bis 32,5 m, Gesamtfläche 870 ha. Rad- und Wanderwege um den See 17,5 km. Die Seezentren befinden sich in Ramsberg, Pleinfeld, Allmannsdorf, Absberg-Seespitz und Enderndorf.
Schifffahrt von April - Oktober.

Igelsbachsee
Länge bis 2,2 km, Breite bis 400 m, Tiefe bis 11,5 m, Gesamtfläche 90 ha. Rad- und Wanderweg um den See 6,5 km. Das Seezentrum befindet sich in Enderndorf.

Der Ausklang fand in Obereisenheim im Höllenkeller der Familie Schuler statt. Nach einem guten Glas Wein und einer zünftigen Brotzeit traten wir die Heimreise an.

Es war für alle Beteiligte ein erlebnisreicher Tag.

Bilder und Impressionen finden Sue hier

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