Festakt

Die Kluft wächst!

VdK NRW setzt sich für Armutsbekämpfung, menschenwürdige Pflege und Inklusion ein


"Unser Sozialstaat ist ein Garant für Frieden, Freiheit und Solidarität. Daher setzen wir uns auf allen Ebenen für dessen Erhalt, Stärkung und Fortentwicklung ein", erklärte der neue Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen, Horst Vöge, heute bei einem Festakt im Maritim Hotel Düsseldorf. Er machte vor über 500 Gästen aus Politik, Justiz, Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden deutlich, dass schon heute die richtigen Weichen für die Bekämpfung von Armut in allen Altersgruppen, menschenwürdige Pflege sowie die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung gestellt werden müssen.

Von links: Karl-Heinz Fries (Vize-Präsident des VdK Deutschland), Rainer Schmeltzer, Ulrike Mascher, Horst Vöge und Klaudia Zepuntke (Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf). | © www.eventfotograf.in

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"Allein in NRW ist mittlerweile rund jeder sechste Einwohner von Armut bedroht. Besonders Frauen, Alleinerziehende, Kinder, Migranten, pflegende Angehörige und Menschen mit Behinderung sind betroffen. Damit sie nicht länger von der sozialen Teilhabe ausgeschlossen sind, müssen wirksame Landesinitiativen wie 'Kein Kind zurücklassen' und 'Öffentlich geförderte Beschäftigung' schnellstmöglich ausgeweitet werden", so Vöge, der am Vortag von den Delegierten des 20. Ordentlichen Landesverbandstags zum Vorsitzenden des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen gewählt worden war. Er warb außerdem für eine massive Förderung des sozialen Wohnungsbaus sowie eine gleichwertige Gesundheitsversorgung unabhängig vom Wohnort. "Schließlich gibt es hierzulande nicht nur reichere und ärmere Regionen, sondern auch zwischen den Vierteln innerhalb einer Stadt wächst die soziale Kluft."

NRW-Sozialminister Rainer Schmeltzer wies in seiner Rede auf die Landesinitiative "NRW hält zusammen…für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung" sowie den Aufruf "Starke Quartiere-starke Menschen" hin. "Allein über den Aufruf werden benachteiligte Quartiere bis zum Jahr 2020 insgesamt mit über 350 Millionen Euro gestärkt. Wir wollen so die Chancen auf Teilhabe und die Lebensperspektiven für Kinder, Jugendliche und ihre Familien verbessern." Darum bündle das Land seine Mittel und Ressourcen und steuere sie in Richtung benachteiligter Quartiere und Gruppen, sagte Schmeltzer und ergänzte, Erfolge stellten sich hier nicht von heute auf morgen ein. "Aber wir packen das an - unter Beteiligung der Betroffenen!"

Ein weiteres Thema der Veranstaltung war die Unterstützung der aktuell knapp 600.000 Pflegebedürftigen in unserem Bundesland. Mit Blick auf Prognosen, denen zufolge die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf eine Million ansteigen könnte, warnte die Präsidentin des VdK Deutschland, Ulrike Mascher, vor einer besorgniserregenden Versorgungslücke: "Zu einer guten Pflege gehören natürlich gut ausgebildete, motivierte Pflegekräfte. Daran mangelt es aber, was nicht an den Pflegerinnen und Pflegern liegt, sondern an einer nach wie vor zu geringen Wertschätzung des Berufs, einer zu schlechten Bezahlung, zu vielen bürokratischen Aufgaben und zu geringen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten." Neben einer Reform der Ausbildung sprach sich Mascher auch für mehr Pflegestützpunkte in NRW aus. "Die Menschen wissen oft nicht, an wen sie sich wenden sollen. Ich unterstütze daher die Forderung des VdK-Landesverbands an die hiesige Regierung, die Rahmenbedingungen für eine flächendeckende und qualitativ gleich gute Beratung zu schaffen."

Im Sinne von Pflegebedürftigen, Älteren und Menschen mit Behinderung machte sich die Präsidentin des VdK Deutschland ebenso wie Horst Vöge nicht zuletzt für den Ausbau von senioren- und behindertengerechtem Wohnraum stark. "Zu einem selbstbestimmten Leben gehören Wohnungen ohne Stufen, mit breiten Türen, einer bodengleichen Dusche und ausreichend Bewegungsflächen. Davon fehlen in Nordrhein-Westfalen aktuell allerdings wenigstens 540.000", sagte der VdK-Landesvorsitzende. "Insofern begrüßen wir die geplanten Änderungen in der Bauordnung, wonach in den kommenden Jahren in größerem Umfang barrierefreier Wohnraum geschaffen werden muss. Darüber hinaus ist aus unserer Sicht aber auch eine feste Quote für bezahlbare Wohnungen notwendig, die speziell auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern zugeschnitten sind: Diese zu finden, stellt gerade in Ballungsräumen ein großes Problem für Betroffene dar."

Den mehr als 310.000 Mitgliedern des Sozialverbands VdK in Nordrhein-Westfalen versprach Vöge abschließend, sie auch zukünftig in besonderen oder schwierigen Lebenslagen nicht alleine zu lassen. "Wir werden uns weiterhin auf allen Ebenen für eine gerechte und soziale Zukunft einsetzen."

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit rund 1,75 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW e. V. sind mehr als 310.000 Mitglieder organisiert. Sie werden in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden. Weitere Informationen im Internet: www.vdk.de/nrw