Presse

Einbahnstraße in die Altersarmut?

VdK NRW fordert bessere Teilhabechancen für
ältere Menschen am Erwerbsleben

(30.09.2014) Wer über 50 Jahre alt ist, hat es in NRW immer schwerer, seine Kompetenzen und Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt einzubringen. "Diese Entwicklung ist nicht nur angesichts des prognostizierten Fachkräftemangels bedenklich, sondern bedeutet für viele Betroffene auch den direkten Weg in die Altersarmut. Schließlich ist eine umfassende Teilhabe am Erwerbsleben Voraussetzung dafür, dass die Rente später zum Leben reicht", stellt der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen, Karl-Heinz Fries, anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober fest.

Auch wenn heute mehr Ältere berufstätig sind als noch vor zehn Jahren, gingen 2012 nicht einmal 60 Prozent der 55- bis 64-Jährigen in unserem Bundesland einer Erwerbstätigkeit nach. Mehr noch: Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe hat in den letzten Jahren massiv zugenommen! Denn zu den rund 135.000 Betroffenen, die die Bundesagentur für Arbeit im August 2014 für Nordrhein-Westfalen vermeldet hat, kommen noch rund 50.000 über 58-Jährige, die faktisch arbeitslos sind, aber nicht von der Statistik erfasst werden. "Für sie ist der Weg vom Abstellgleis zurück ins Berufsleben besonders steinig", betont der VdK-Landesvorsitzende.

Das bestätigt unter anderem der aktuelle Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW, demzufolge vier von fünf älteren Hartz-IV-Empfängern langfristig auf Unterstützungsleistungen angewiesen sind. "Wenn wir den demografischen Wandel meistern und der Armutsgefährdung hierzulande nachhaltig entgegenwirken wollen, dürfen wir die Potenziale dieser Menschen nicht länger brachliegen lassen", fordert Fries. Dazu müssten Personen aller Altersgruppen arbeitsmarktpolitisch gefördert sowie notwendige Maßnahmen zur Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung von Erwerbsfähigkeit unabhängig vom sogenannten Reha-Deckel gewährt werden. Zudem dürfen Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch teilweise am Arbeitsleben teilhaben können, aus Sicht des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen nicht länger mit Renten-Abschlägen von bis zu 10,8 Prozent bestraft werden. "Es kommt nicht von ungefähr, dass in unserem Bundesland Ende 2013 schon fast eine Viertel Million Menschen auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung angewiesen waren", so der Vorsitzende.

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Die Pressemitteilung als PDF-Datei:


Der Sozialverband VdK ist mit 1,7 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW e.V. sind über 290.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden. Weitere Informationen im Internet: www.vdk.de/nrw

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