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Erwerbsminderung als Armutsrisiko

VdK NRW fordert Abschaffung der Abschläge und Verbesserungen bei Reha-Angeboten


Von Andrea Temminghoff

Mehr als 330.000 Menschen bezogen in unserem Bundesland im Jahr 2011 eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Sie betrug für Männer in NRW durchschnittlich nur 763 Euro, für Frauen 662 Euro. Die aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sind aus Sicht des Sozialverbandes VdK Nordrhein-Westfalen mehr als beunruhigend: "Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch teilweise am Arbeitsleben teilhaben kann, ist demnach einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt", sagte der Landesvorsitzende Karl-Heinz Fries heute in Düsseldorf.

Er betonte, dass der Antrag auf Erwerbsminderungsrente keine freiwillige Lebensentscheidung darstellt, um vorzeitig in den Ruhestand zu wechseln. "Vielmehr sind diese Menschen schwer erkrankt und handeln schlicht aus der Not heraus. Wenn ihre Rente dann noch um bis zu 10,8 Prozent gekürzt wird und in vielen Fällen nicht einmal mehr zum Leben reicht, ist das sozialpolitisch ungerecht", so Fries.

Neben einer Abschaffung dieser Abschläge fordert der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen auch Verbesserungen bei der Rehabilitation: "Damit Betroffene nicht auf der Strecke bleiben, dürfen die Ausgaben für notwendige Maßnahmen zur Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit nicht länger durch den sogenannten Reha-Deckel begrenzt werden ─ zumal immer jüngere Menschen eine Erwerbsminderungsrente beantragen", machte der Landesvorsitzende deutlich. So ist das Eintrittsalter seit Mitte der 1990er Jahre bundesweit um knapp 18 Monate auf 50,5 Jahre gesunken.

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