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Sozial Benachteiligte und Menschen mit Demenz nicht zurücklassen

Forderungen des VdK NRW zu Reformen im Pflegebereich


Von Andrea Temminghoff

"'Satt-und-Sauber-Pflege' anstelle von selbstbestimmter Teilhabe. Weniger Versorgungsleistungen bei steigender Belastung der Kranken- und Pflegeversicherten. Und immer mehr Menschen, die die Kosten für ihre Heimunterbringung nicht zahlen können. ─ Im Hinblick auf die Versorgung von Pflegebedürftigen herrscht aus Sicht des Sozialverbandes VdK Nordrhein-Westfalen eine deutliche Kluft zwischen Arm und Reich", erklärte der Landesvorsitzende Karl-Heinz Fries anlässlich der Öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales am 12. und 13. September 2013 zum Entwurf eines Gesetzes zur Entwicklung und Stärkung einer demographiefesten, teilhabeorientierten Infrastruktur und zur Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Wohn- und Betreuungsangeboten für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen (GEPA NRW).

"Auf der einen Seite begrüßen wir ausdrücklich das Bestreben der Landesregierung, mit der Novellierung des Wohn- und Teilhabegesetzes sowie des Landespflegegesetzes neue Wohnformen zu fördern und den Verbleib im eigenen Wohnumfeld zu unterstützen", sagte Fries in Düsseldorf. Gleichzeitig bemängelte er jedoch, dass sozial ausgegrenzte Ältere im vorgelegten Entwurf nicht hinreichend berücksichtigt werden. "Und das, obwohl gerade armutsgefährdete Menschen höheren gesundheitlichen und pflegerischen Risiken ausgesetzt sind. Statt Pflegeleistungen weiter zu kommerzialisieren, müssen wir daher viel stärker präventiv tätig werden ─ insbesondere in den nördlichen Teilen der Ruhrgebietsstädte, in denen ein Großteil der einkommensschwachen älteren und pflegebedürftigen Menschen lebt."
Infolgedessen macht sich der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen für sozialraumorientierte Bedarfs- und Hilfestrukturen vor Ort sowie den Ausbau von nachhaltigen Rehabilitationsangeboten stark. "Flankierend zu diesen Maßnahmen sollte sich die Landesregierung im Bund für eine umfassende Reform des Systems der Pflegeversicherung einsetzen", forderte der Landesverbandsvorsitzende. "Insbesondere Demenz-patienten müssen endlich als pflegebedürftig anerkannt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass den etwa 300.000 Betroffenen in NRW weiterhin Leistungen vorenthalten werden, die sie dringend zur Unterstützung benötigen. Zumal sich die Zahl der Menschen mit Demenz bis 2050 voraussichtlich verdoppeln wird!"
"Letztlich müssen wir uns als Gesellschaft daran messen lassen, wie wir mit Pflegebedürftigen, Menschen mit Behinderung und Älteren umgehen und wir ihnen in unserem Land Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben ermöglichen können", machte Karl-Heinz Fries abschließend deutlich.

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