Presse

Pflege in NRW zukunftsfest
für alle Generationen machen

Von Manuela Anacker

„Die Tatsache, dass in Nordrhein-Westfalen immer mehr pflegebedürftige und demenzerkrankte Menschen leben, stellt uns alle vor große Herausforderungen. Um diesen Wandel angemessen bewältigen und eine menschenwürdige Pflege garantieren zu können, brauchen wir dringend neue Handlungskonzepte. Insofern begrüßt der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen das Bestreben der Landesregierung, neue Wohnformen zu fördern, Prävention zu stärken und den Verbleib im eigenen Wohnumfeld zu unterstützen“, machte der Landesvorsitzende Karl-Heinz Fries anlässlich der Ersten Lesung des Gesetzes zur Novellierung des Wohn- und Teilhabegesetzes sowie des Landespflegegesetzes im Landtag erneut deutlich.

„So wie bisher geht es auf Dauer nicht weiter“, sagte Fries mit Verweis auf die sich verändernden Familien- und Gesellschaftsstrukturen. „Es scheitert an der demografischen Entwicklung, der Finanzierung sowie daran, dass die Pflege von Angehörigen aufgrund der steigenden Mobilität im Berufsleben und einer höheren Erwerbstätigkeit von Frauen zukünftig nicht mehr im bisherigen Umfang geleistet werden kann.“

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen unterstützt daher den Quartiers- und Präventionsgedanken, bei dem die Strukturen entsprechend der Bedürfnisse des Pflegebedürftigen angepasst werden – und nicht umgekehrt. „Wir machen seit langem darauf aufmerksam, dass pflegende Angehörige schon jetzt bessere Beratung und Unterstützung brauchen“, so der Landesvorsitzende.

Der Verbleib im Quartier kann jedoch nur mit ausreichend Wohnungen, die senioren- und behindertengerecht und vor allem bezahlbar sind, gelingen. Die aktuelle Studie des Regionaldaten-Instituts Pestel aus Hannover geht davon aus, dass zurzeit in NRW rund 538.000 barrierearme Wohnungen fehlen, davon in Düsseldorf alleine schon über 16.200. Daneben wird die Zahl der Menschen über 65 Jahre in NRW bis zum Jahr 2035 auf fast 5 Millionen Menschen und die Zahl der Pflegebedürftigen auf mehr als 729.000 steigen. "Wollen wir Selbstbestimmung und den Verbleib im Quartier leben, müssen wir beim barrierearmen Wohnraum für Senioren und Menschen mit Behinderung beginnen, sonst bleibt nur der Umzug in ein Pflegeheim", sagte Karl-Heinz Fries.

Nach Auffassung des Sozialverbandes VdK Nordrhein-Westfalen ist ferner dringend eine bessere Datenlage über die Lebenssituation von pflegenden Angehörigen, eine einheitliche und flächendeckende Pflegeberatung sowie eine landesweit gleichartige Palliativversorgung erforderlich, um die Angehörigen – also den größten Pflegedienst der Nation – bestmöglich zu unterstützen. Hierfür wirbt der Sozialverband VdK auch mit seiner bundesweiten Kampagne „Pflege geht jeden an“:
www.pflege-geht-jeden-an.de