Presse

Angehörige als größter
Pflegedienst der Nation

VdK NRW fordert bessere Unterstützung


Von Andrea Temminghoff

„Die Tatsache, dass in Nordrhein-Westfalen immer mehr pflegebedürftige und demenzerkrankte Menschen leben, stellt uns alle vor große Herausforderungen. Um diese angemessen bewältigen und eine menschenwürdige Pflege garantieren zu können, brauchen wir dringend neue Handlungskonzepte. Insofern begrüßt der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen ausdrücklich das Bestreben der Landesregierung, neue Wohnformen zu fördern, Prävention zu stärken und den Verbleib im eignen Wohnumfeld zu unterstützen“, erklärte der Landesvorsitzende Karl-Heinz Fries in Hinblick auf die gestern von Gesundheitsministerin Barbara Steffens vorgestellten Pläne zur Reform des Wohn- und Teilhabegesetzes sowie des Landespflegerechts.

Symbolfoto: Alter Vater und erwachsener Sohn unterhalten sich auf einer Bank sitzend

„So wie bisher geht es auf Dauer nicht weiter“, sagte Fries mit Verweis auf die sich verändernden Familien- und Gesellschaftsstrukturen. „Es scheitert an der demografischen Entwicklung, der Finanzierung sowie daran, dass die Pflege von Angehörigen aufgrund der steigenden Mobilität im Berufsleben und einer höheren Erwerbstätigkeit von Frauen zukünftig nicht mehr im bisherigen Umfang geleistet werden kann.“

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen unterstützt daher den Quartiers- und Präventionsgedanken, bei dem die Strukturen entsprechend der Bedürfnisse des Pflegebedürftigen angepasst werden – und nicht umgekehrt. „Wir möchten aber anmerken, dass pflegende Angehörige schon jetzt bessere Beratung und Unterstützung brauchen“, so der Landesvorsitzende. „Viele Menschen, die sich um die Pflege von Angehörigen kümmern, sind am Rande ihrer psychischen und körperlichen Möglichkeiten.“ Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf müsse rechtlich ähnlich organisiert sein wie die Zeiten der Kindererziehung; ebenso die rentenrechtliche Absicherung. „Wer liebevoll seine Oma pflegen möchte, darf nicht an fehlenden Hilfestellungen und der Angst scheitern, durch die Pflege in Armut zu geraten“, so Fries.

Des Weiteren braucht es nach Auffassung des Sozialverbandes VdK Nordrhein-Westfalen eine bessere Datenlage über die Lebenssituation von pflegenden Angehörigen, eine einheitliche und flächendeckende Pflegeberatung sowie eine landesweit gute Palliativversorgung, um die Angehörigen – also den größten Pflegedienst der Nation – bestmöglich zu unterstützen. Hierfür wirbt der Sozialverbandes VdK auch mit seiner bundesweiten Kampagne „Pflege geht jeden an“: www.pflege-geht-jeden-an.de

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