5. Januar 2018

"Die Bindung zur Basis ist mir besonders wichtig!"

Friedrich Stubbe ist durch seinen kriegsbeschädigten Vater zum Sozialverband VdK gekommen und hat sich im Laufe der Jahre in allen Verbandsstufen ehrenamtlich engagiert. Den VdK kennt er bestens und sieht darin einen großen Vorteil für seine Arbeit als Landesverbandsvorsitzender.
Wir haben mit ihm über seine Aufgaben und Prioritäten gesprochen.

Landesverbandsvorsitzender Friedrich Stubbe (rechts) im Gespräch mit Christina Diekmann. | © Petra Dirks

Herr Stubbe, Sie sind seit 18 Jahren Mitglied im VdK. Wie sind Sie damals auf den Verband aufmerksam geworden?
Mein Vater war Kriegsbeschädigter, der vom VdK gute Unterstützung erhalten hat. Dadurch habe ich den Verband kennen gelernt. Als ich dann Probleme mit der Rente bekam, haben mir die Kollegen in der Geschäftsstelle Cloppenburg geholfen. Und da mir das Konzept von Interessenvertretung, Gemeinschaft und Hilfe im Rechtsschutz gut gefällt, habe ich den Verband weiter unterstützt.

Kann man also sagen, Sie sind vom hilfesuchenden Mitglied an die Spitze des Landesverbands gekommen?
Ja, das stimmt. Ich war bereits einige Jahre Mitglied im VdK Niedersachsen-Bremen, bevor ich ins Ehrenamt eingestiegen bin. Begonnen habe ich mit dem Vorsitz im Ortsverband Lindern. Dann folgte die Leitung des Kreisverbands Cloppenburg und im Jahr 2004 bin ich zudem in den Landesverbandsvorstand gewählt worden: zunächst als Beisitzer, dann über den Posten des stellvertretenden Schatzmeisters und stellvertretenden Vorsitzenden zum Landesverbandsvorsitzenden.

Im Juni 2017 sind Sie von den Delegierten zum Vorsitzenden des Landesverbands Niedersachsen-Bremen gewählt worden. Inwieweit haben sich Ihre Aufgaben verändert?
Als Vorsitzender bin ich viel unterwegs: Ich treffe mich zu Gesprächen mit Politikern und vertrete den VdK in der Öffentlichkeit, zum Beispiel bei der ersten Sitzung des neuen Niedersächsischen Landtags oder dem Niedersachsenpreis für Bürgerengagement. Außerdem gibt es zahlreiche Termine mit dem VdK Bundesverband in Berlin, in anderen Landesverbänden sowie in den Verbandsstufen bei uns in Niedersachsen und Bremen.

Sie sind jetzt seit rund einem halben Jahr im Amt, wie ist ihr erster Eindruck?
Da ich bereits etliche Jahre im VdK tätig bin, gibt es für mich nicht direkt einen ersten Eindruck. Vielmehr sehe ich den Verband beständig wachsen. Wir haben zurzeit über 84.000 Mitglieder in Niedersachsen und Bremen. Das sind Menschen, die uns ihr Vertrauen schenken und unsere Unterstützung benötigen. Allein im vergangenen Jahr haben unsere Sozialrechtsreferenten Nachzahlungen von knapp 7 Millionen Euro für die Mitglieder erwirkt! Das sind keine Almosen, sondern Leistungsansprüche, die ihnen laut dem Gesetz zustehen. Und das zeigt uns, dass in der Sozialpolitik noch einiges im Argen liegt, sowohl bei den Gesetzen als auch in der Umsetzung. Dafür werden wir uns auch in Zukunft weiter einsetzen.

Ein wichtiges Thema für unsere Mitglieder ist die Rente. Was gibt es hier zu tun?
Wer sein Leben lang gearbeitet hat, muss am Ende auch von seiner Rente leben können. Das ist uns besonders wichtig. Denn es darf nicht sein, dass diejenigen, die das System jahrelang mitgetragen haben, aufgrund geringer Verdienste aber keine hohen Beiträge einzahlen konnten, am Ende ihres Arbeitslebens eine Rente unterhalb der Grundsicherung beziehen müssen. Das ist eine Bestrafung, denn sie müssen im Grunde denselben Weg gehen, wie jemand, der nicht gearbeitet hat.

Zahlreiche Mitglieder engagieren sich zudem ehrenamtlich im VdK. In den Kreis- und Ortsverbänden arbeiten rund 2.300 Ehrenamtliche…
Und diese Menschen sind ungeheuer wichtig für den VdK! Ohne ihren Einsatz für die Gemeinschaft könnte so ein großer Verband gar nicht funktionieren. Denn der Landesverband in Oldenburg kann natürlich nicht alle 84.000 Mitglieder persönlich betreuen. Das übernehmen zum Beispiel unsere Ehrenamtlichen direkt vor Ort. Sie laden zu gemeinsamen Treffen ein, veranstalten Messen oder informieren bei Vorträgen über sozialpolitische Themen.

Auch Sie üben immer noch ein Ehrenamt in Ihrem Orts- bzw. Kreisverband aus. Wie ist das mit Ihrer Position als Landesvorsitzender zu vereinen?
Ich bekomme natürlich hervorragende Unterstützung von meinen Stellvertretern. Trotzdem möchte ich diese Ehrenämter vorerst nicht aufgeben. Denn ich habe den Verband von der Pike auf kennen gelernt und kann mich dadurch gut in die Aufgaben vor Ort hineinversetzen, mit denen unsere Ehrenamtlichen tagtäglich zu tun haben. Als Landesvorsitzender ist mir diese „Bindung zur Basis“ besonders wichtig. Wie könnte ich sonst wichtige Entscheidungen für den gesamten Verband treffen? Die müssen ja vor allem in den Orts- und Kreisverbänden ankommen und direkt an der Basis bei den Mitgliedern umgesetzt werden.

Zusammenhalt ist Ihnen also besonders wichtig im Verband?
Unbedingt! Der VdK funktioniert nur als Team, deshalb bestehen die Vorstände auf allen Ebenen immer aus mehreren Personen. Und da gilt die Devise: Auf je mehr Schultern die ehrenamtliche Arbeit verteilt wird, desto einfacher wird es für jeden einzelnen. Daher sollten immer alle Verantwortlichen mit eingebunden werden. Ich bin außerdem dafür, dass es in den Kreisverbänden einen regelmäßigen Austausch gibt. Dafür bieten sich die jährlichen Kreisarbeitstagungen an, bei denen Delegierte aus den Ortsverbänden zusätzlich durch Referenten geschult werden und untereinander Ideen austauschen können.

Christina Diekmann

Schlagworte VdK | Sozialverband | Niedersachsen | Bremen | Ehrenamt | Friedrich Stubbe | Zukunft | Zusammenhalt | freiwillig | Interview

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