3. Juli 2017

„Versicherte müssen im Mittelpunkt stehen“

Sebastian Berg, Rechtsschutzleiter und Geschäftsführer des VdK-Kreisverbands Braunschweig-Salzgitter, ist seit Februar 2017 ehrenamtliches Mitglied im Beirat des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Niedersachsen (MDKN). Mit der VdK-Zeitung hat er über seine Tätigkeit für den MDKN und die Vertretung der Mitgliederinteressen gesprochen.

VdK: Herr Berg, können Sie zunächst einmal unseren Mitgliedern erklären, was genau der MDKN macht?
Berg: Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen ist ein unabhängiger Dienst, der Begutachtungen und Beratungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung durchführt. Dabei werden Versicherte im Hinblick auf Pflegebedürftigkeit, Arbeitsunfähigkeit, erforderliche Hilfsmittel oder medizinische Leistungen beurteilt, aber auch Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser werden überprüft.
Wie lange zum Beispiel ein Hausbesuch dauern darf oder wie viele Begutachtungen pro Jahr durchgeführt werden sollen – das sind Entscheidungen, die vom Verwaltungsrat getroffen werden. Er ist das oberste Entscheidungsgremium des MDKN.

VdK: Und was ist dabei die Aufgabe des Beirates?
Berg: Der Beirat besteht aus sechs Mitgliedern und hat die Aufgabe, den Verwaltungsrat bei seinen Entscheidungen zu beraten und zu unterstützen. So soll sichergestellt werden, dass die Interessen der pflegebedürftigen und behinderten Menschen, der pflegenden Angehörigen sowie der Menschen in Pflegeberufen zur Sprache kommen und berücksichtigt werden.

VdK: Inwieweit kann der Beirat auf die endgültigen Entscheidungen Einfluss nehmen?
Berg: Aus meiner praktischen Tätigkeit als VdK-Rechtsberater im Sozialrecht kenne ich viele Rückmeldungen von persönlich Betroffenen. Dies gilt gleichermaßen für die anderen Mitglieder des Beirates. Die sich hieraus ergebenden Interessen – zum Beispiel der Wunsch nach einer zeitnahen und gründlichen Begutachtung – tragen wir dem Verwaltungsrat vor. Daher kann man sagen, dass wir durch Beratung und das Aussprechen von Empfehlungen auf die Entscheidungen des Verwaltungsrates einwirken. So wollen wir zum Beispiel verhindern, dass eventuelle Sparzwänge zulasten der Versicherten gehen.

VdK: Seit März 2017 sind Sie Sprecher des Beirates, was dürfen wir uns darunter vorstellen?
Berg: Als gewählter Sprecher des Beirates nehme ich an den Sitzungen des Verwaltungsrates teil. Hier trage ich die zuvor im Beirat erarbeiteten Vorschläge zu bestimmten Themen vor. So können wir Einfluss nehmen auf Entscheidungen des MDKN, zum Beispiel bei der Personal- und Finanzplanung oder der Organisation des Begutachtungswesens – in der Regel geht es dabei um Hausbesuche zur Pflegebegutachtung.
Um eine bessere Vorstellung von den tatsächlichen Abläufen zu bekommen, werde ich außerdem einen Tag beim MDK hospitieren und einen Pflegegutachter bei seinen Hausbesuchen begleiten.

VdK: Ihre Arbeit im Beirat des MDKN ist ehrenamtlich. Wie sind Sie dazu gekommen?
Berg: Die potentiellen Mitglieder des Beirates werden vorgeschlagen. In meinem Fall hat der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen e.V. mich vorgeschlagen und das Niedersächsische Sozialministerium hat mich dann für sechs Jahre zum Mitglied des Beirates des MDK Niedersachsen ernannt.

VdK: Was erhoffen Sie sich von Ihrer Teilnahme im Beirat?
Berg: Mit meiner Arbeit im Beirat möchte ich die Interessen der gesetzlich Versicherten und vor allem der hilfebedürftigen Menschen vertreten bei grundsätzlichen und weitreichenden Entscheidungen des MDKN. Denn der Service des MDKN muss sich auch in Zukunft weiter an diesen Interessen orientieren. Es darf nicht in Vergessenheit geraten, dass ein effektives Begutachtungs- und Beratungsinstrument zuerst den Versicherten in den Mittelpunkt zu stellen hat.

Christina Diekmann

Schlagworte Sozialverband VdK | VdK | Niedersachsen | Medizinischer Dienst der Krankenversicherung | MDK | MDKN | Beirat | Krankenversicherung | Mitglied | Sozialministerium | Pflege | Pflegebegutachtung

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