8. Februar 2013

Überdurchschnittlich viele Geringverdiener in Niedersachsen

Trotz der guten Wirtschaftslage in Niedersachsen sind weiterhin viele Menschen von Armut bedroht. Dies geht aus dem veröffentlichten Sozialbericht Niedersachsen 2012 hervor. Zwar ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen, zugleich aber ist die Zahl der Geringverdiener angestiegen, die mit ihrem Verdienst nicht über die Runden kommen und Sozialhilfe benötigen.

Zunehmend von Armut bedroht sind Alleinerziehende. Auch Jüngere tun sich schwer beim Berufseinstieg. | © bilderbox.de

Inhalt:

  • Hohe Zahl an Geringverdienern
  • Anteil an Alleinerziehenden gestiegen
  • Hohe Arbeitslosigkeit bei Jüngeren

Im Bundesvergleich gibt es in Niedersachsen überdurchschnittlich viele Geringverdiener, Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte. Als alarmierend bezeichnet der Bericht die Zunahme der Alleinerziehenden, die von Armut bedroht sind. Die Studie stützt sich auf Zahlen bis zum Jahr 2011.

Auch wenn sich die Schere zwischen Arm und Reich wieder etwas geschlossen habe, bleibe weiter etwa jeder siebte Einwohner in Niedersachsen von Armut bedroht. Jüngere Menschen sind nach dem Bericht überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Berufseinstieg ist trotz Fachkräftemangel schwieriger, als in anderen Bundesländern. Die Verdienstdifferenz zwischen Männern und Frauen hat sich vergrößert. Von der generell positiven Entwicklung können bestimmte Bevölkerungsgruppen weniger profitieren oder ihre Lage habe sich verschlechtert, hat die Untersuchung ergeben.

Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich

Die Landesarmutskonferenz und die Wohlfahrtsverbände riefen angesichts der neuen Zahlen zu einem nachhaltigen Kampf gegen Armut auf. Sie forderten vom Land Niedersachsen kostenlose Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze sowie eine Ausbildungsgarantie für alle Schulabgänger. «Die Tendenzen von 2005 bis 2011 sind alarmierend», sagte der Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Ralf Selbach. «Wir wollen eine sozial gerechtere Gesellschaft - der fortwährende Prozess einer immer tiefer werdenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich muss gestoppt werden.»

Bremen bleibt das Bundesland mit den meisten armutsgefährdeten Menschen. Im Jahr 2012 waren dort 23,1 Prozent der Menschen betroffen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die Quote lag damit um knapp einen Prozentpunkt höher als 2011. | weiter
29.08.2013 | dpa

Symbolfoto: Eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn auf dem Arm
Im Februar 2013 bezogen in Niedersachsen 7,4 Prozent der Einwohner Hartz IV. Zu ihnen zählen auch Menschen, die einen so schlecht bezahlten Job haben, dass sie zusätzlich auf Geld vom Staat Anspruch haben. | weiter
11.03.2013 | dpa

dpa

Schlagworte Armut | Niedriglohn | Arbeitslosigkeit | Niedersachsen