Sozialverband VdK Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Presse

Landesarmutskonferenz

Diskussionspapier zur Altersarmut


[03/2013]
Im Oktober 2012 fand in Bützow die Landesarmutskonferenz Mecklenburg-Vorpommerns statt.
Die Landesarmutskonferenz ist ein Zusammenschluss von Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, Kirchen, Landesseniorenbeirat, landesweit organisierten Initiativen, mit professionell und/ oder ehrenamtlich Tätigen. Diese verfügen über unterschiedlichste Armutserfahrungen und kennen die Auswirkungen von Armut und sozialer Ausgrenzung sehr genau. Ziel der Landesarmutskonferenz ist es, über Armut aufzuklären, die Auswirkungen zu beschreiben und Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Armut und sozialer Ausgrenzung in die Öffentlichkeit und den politischen Prozess zu tragen. Alle Fraktionen des Bundestags wurden angeschrieben und die Landesvertreter eingeladen. Mit dabei waren die Mitglieder des Bundestags Hans-Joachim Hacker (SPD), Dr. Martina Bunge (Die Linke) und Dr. Harald Therpe (Bündnis 90/Die Grünen). Die Regierungsparteien waren auf der Konferenz nicht vertreten. Dass Armutsrisiken eine gesellschaftliche Realität seien, wurde zu Beginn der Konferenz festgehalten, und dass diese durch politisches Handeln und bessere Vernetzung der bestehenden Hilfsangebote verändert werden könnten.
Mit den anwesenden Politikern wurde lebhaft unter der Überschrift „Die Würde des Menschen ist unantastbar – auch im Alter!“ diskutiert. Ein Diskussionspapier schilderte die Altersarmut in Mecklenburg-Vorpommern. Auf die Frage „Fürchten Sie im Rentenalter oder – sofern Sie bereits Rentner sind – in den nächsten Jahren Ihren Lebensstandard nicht mehr halten zu können?“ antworteten 72 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern mit „Ja“. Wie dem Problem Altersarmut durch Politik und Wirtschaft begegnet werden könne, wurde in der Diskussion mit den Politikern herausgearbeitet:

  • Einführung einer steuerfinanzierten, armutssicheren Grundrente, auf die keine Privatfürsorge angerechnet wird
  • Angleichung des aktuellen Rentenwertes Ost an West
  • Abschaffung der Rente mit 67
  • Sicherstellung der Finanzierung im Pflegefall
  • Nichtabsenkung des derzeitigen Rentenniveaus
  • mehr altersgerechte Arbeitsplätze, um dadurch die Erreichung des Rentenalters zu ermöglichen
  • Einführung eines Mindestlohnes, damit Beschäftigte Rentenansprüche, ohne Grundsicherung im Alter in Anspruch nehmen zu müssen, aufbauen können.

Eine Spaltung der Gesellschaft ist unsozial und beschädigt die Demokratie. Deshalb ist es zu begrüßen, dass derzeit eine Debatte zum Thema Altersarmut „aufkeimt“. „Ich glaube nach wie vor“, sagte Martina Bunge von der Linken, „dass gute Politik mit der Anerkennung der Realität beginnt und daraus die entsprechenden Schlussfolgerungen gezogen werden müssen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Siegfried Schwinn
Landespressesprecher

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