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VdK-Präsidentin

VdK-Präsidentin Verena Bentele© wd

VdK zu Intensivpflegegesetz: Es darf keine Rückschritte bei Teilhabe und Selbstbestimmung geben!

Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, um die geriatrische Rehabilitation und intensivpflegerische Versorgung von Patienten zu reformieren. Der Sozialverband VdK mahnt Nachbesserungen und die Einhaltung der Selbstbestimmung von Patienten an.
Den größten Nachbesserungsbedarf an dem abgekürzt „Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz (RISG)“ genannten Entwurf sieht der Sozialverband VdK bei der Frage, ob Patienten, die auf außerklinische Intensivpflege angewiesen sind und beatmet werden müssen, dies künftig nur noch in vollstationären Pflegeeinrichtungen oder in „Beatmungs-WGs“ tun können. Nur an diesen Orten sollen laut Entwurf die Kosten von den Krankenkassen bezahlt werden. Zu Hause soll die Versorgung nur noch ausnahmsweise und nach intensiver Prüfung durch die Kassen möglich sein. Der VdK fürchtet, dies könne Patienten, die bisher zu Hause beatmet wurden, zu einem Umzug in ein Heim zwingen.

„Das ist eine schlimme Vorstellung“, sagt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. „Der VdK lehnt das klar ab. Es darf niemand gezwungen werden, sein Zuhause zu verlassen, erst recht nicht rein aus finanziellen Gründen. Patienten müssen jederzeit ein Wunsch- und Wahlrecht darüber haben, wo sie leben wollen. Das gebietet allein das in der Verfassung verankerte Recht auf Freizügigkeit. Würde der Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums in seiner jetzigen Form verabschiedet, würde er die Selbstbestimmung betroffener Menschen radikal verletzen.“

Darüber hinaus seien solche Regeln ein Rückschritt bei der Teilhabe etwa von Menschen mit Behinderungen. Denn viele werden heute zu Hause beatmet und führen dort etwa mit Hilfe von Assistenzmodellen ein selbstbestimmtes Leben, machen Ausbildungen, sind berufstätig oder ehrenamtlich engagiert, so Verena Bentele.

„Der Gesetzentwurf zeigt sehr viel Schatten und nur wenig Licht“, betont Verena Bentele. Zu den begrüßenswerten Neuerungen im Gesetzentwurf zählt VdK-Präsidentin Verena Bentele die Regeln zur geriatrischen Rehabilitation. Dem Gesetzentwurf nach sollen Patienten, die eine geriatrische Rehabilitation brauchen, diese in Zukunft einfacher bekommen als bisher. Künftig sollen niedergelassene Hausärzte geriatrische Rehabilitationen verordnen, damit würden zeitaufwendige Antrags- und Genehmigungsverfahren bei den gesetzlichen Krankenkassen entfallen. „Die aktuellen Verfahren sind weder zeitgemäß noch nützen sie den Patienten, im Gegenteil können sie Betroffene sogar schädigen“, sagt Verena Bentele.

„Gerade nach Akutversorgungen führen die zeitaufwendigen Bewilligungsverfahren bei den Kassen nämlich oft zu Versorgungslücken und gefährden so den Erfolg bei den Reha-Maßnahmen.“ Jetzt müsse der nächste Schritt sein, auch die Anträge bei allen medizinischen Rehabilitationen fallen zu lassen und auch diese Verfahren zu vereinfachen, so Verena Bentele.

Der Sozialverband-VdK hat jetzt über zwei Millionen Mitglieder.

Über zwei Millionen Menschen vertrauen in den Sozialverband VdK. Erstmals knackt der größte Sozialverband die zwei Millionen Marke. Deutschlands größter Intressenvertreter für soziale Belange wächst in allen Landesverbänden. Die Zahl der Mitglieder im Sozialverband VdK ist erstmals über die Marke von zwei Millionen gestiegen. In der Geschichte des Bundesverbandes der vor fast 70 Jahren, am 28. Januar 1950 gegründet wurde, ist das ein Rekordwert.

Plakat zur Aktion "Pflege macht arm"

Plakat zur Aktion "Pflege macht arm"© Sozialverband VdK Baden-Württemberg

Sozialrechtliche Änderungen ab Januar 2019

Diese Änderungen können Sie unter: www.vdk.de/vdk1218 abrufen.

Ausweitung der Mütterrente

Am 1. Januar 2019 treten Verbesserungen bei der Mütterrente in Kraft. Für jedes Kind, das vor 1992 geboren ist, wird ein halbes Jahr zusätzlich bei der Rente angerechnet. Sie erhöht sich dadurch um bis zu 16,02 Euro in den alten Bundesländern. Wer ab 1. Januar 2019 neu in Rente geht, erhält die Mütterrente von der ersten Rentenzahlung an.
Rund 9,7 Millionen Mütter und Väter, die bereits in Rente sind, werden im Frühjahr 2019 die Nachzahlungen der Mütterrente ebenfalls auf ihrem Konto haben. Ein extra Antrag ist für die Mütterrente nicht notwendig. Einzige Ausnahme: Adoptiv- und Pflegeeltern, die Mütterrente beanspruchen, müssen bei ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger formlos einen Antrag stellen.

VdK fordert weitere Verbesserungen bei der Rente

Viele der Maßnahmen im Rentenpakt I sind Schritte in die richtige Richtung. Notwendig sind weitere Verbesserungen, unter anderem für Menschen, die bereits jetzt Erwerbsminderungsrente erhalten.“ Das erklärt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der heute geplanten Verabschiedung des Rentenpakts im Bundestag.
Es ist erfreulich, dass aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt die Renten auch im nächsten Jahr steigen. Wenn es aber künftig weniger Einzahler und mehr Rentenempfänger gibt, weil die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, dämpft der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel die Rentenerhöhungen und das Rentenniveau sinkt ab. Hier muss zur langfristigen Sicherung der Renten gegengesteuert werden. So genüge es nicht, das Rentenniveau nur bis zum Jahr 2025 bei 48 Prozent zu stabilisieren: „Ziel muss es sein, dass das Rentenniveau über das Jahr 2025 hinaus dauerhaft auf 50 Prozent angehoben wird, damit auch in Zukunft die Rentner an der Lohnentwicklung teilhaben“, erklärt Bentele. Notwendig ist auch, dass künftig alle Erwerbstätigen, also auch Politiker, Beamte und Selbstständige, in die Rentenversicherung einzahlen. „Die Menschen wollen generationenübergreifend darauf vertrauen, dass sie nach jahrzehntelanger Arbeit eine ordentliche Rente erhalten und nicht in die Altersarmut abstürzen“, erklärt die VdK-Präsidentin.
Die im Rentenpakt geplanten höheren Erwerbsminderungsrenten durch die Anhebung der Zurechnungszeiten sind zu begrüßen. „Davon müssen aber nicht nur Menschen profitieren, die ab 2019 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen müssen, sondern auch die Bestandsrentner, die in besonderem Maße armutsgefährdet sind. Sie dürfen nicht leer ausgehen“, fordert Bentele. Darüber hinaus müssen endlich die Rentenabschläge von bis zu 10,8 Prozent abgeschafft werden. Um diese Verbesserungen zu finanzieren, fordert der VdK einen höheren Rentenversicherungsbeitrag der Arbeitgeber im Vergleich zu den Arbeitnehmern.
Es ist gut, dass nicht nur für Mütter mit drei und mehr Kindern, sondern für alle Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, etwas getan wird. Der VdK hat sich immer dafür eingesetzt, dass alle von den Verbesserungen profitieren, unabhängig davon, wie viele Kinder sie geboren haben. Das ist ein Gebot der Gerechtigkeit.
„Ein zusätzlicher halber Punkt für alle Mütter ist deshalb ein guter Schritt, um die bestehende Ungerechtigkeit zu reduzieren. In einem weiteren letzten Schritt müssen alle Mütter drei Rentenpunkte pro Kind erhalten, unabhängig davon, wann sie ihr Kind geboren haben“, erklärt die VdK-Präsidentin. Auch müssen alle Verbesserungen bei der Mütterrente vollständig aus Steuermitteln finanziert werden, weil die Honorierung von Kindererziehung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.

VdK fordert: Demenzkranke und ihre Familien besser unterstützen

„Menschen mit Demenz und ihre Familien sind häufig völlig isoliert. Deshalb brauchen sie die Unterstützung von Politik und Gesellschaft. Demenzkranke brauchen mehr Hilfen, damit sie am Alltag teilnehmen können. Aber auch ihre Angehörigen brauchen viel mehr Hilfen als bisher.“ Das erklärt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, aus Anlass des heutigen Welt-Alzheimertages.
In Deutschland leben derzeit rund 1,7 Millionen Demenzkranke, zwei Drittel von ihnen leiden an Alzheimer. Fachleute rechnen bis 2050 mit drei Millionen Betroffenen. Aktuell lebt fast die Hälfte der Demenzkranken in außerhäuslichen Einrichtungen, die andere Hälfte wird zu Hause von Angehörigen betreut.
„Pflegende Angehörige haben zwar rechtlich Anspruch auf Entlastung, in der Realität finden sie aber nur ungenügende Angebote vor, die ihnen finanziell, zeitlich und organisatorisch helfen“, stellt Bentele fest. „Es mangelt oft an Pflegeunterstützung, etwa in der Kurzzeit- oder Tagespflege. Diese Angebote müssen ausgebaut werden.“
Zum Ausbau von Angeboten gehört auch, ein dichtes Netz an wohnortnahen Pflegestützpunkten zu schaffen, in denen sich Angehörige über Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten informieren können. Viele pflegende Angehörige wünschen sich zudem eine zugehende Beratung zu Hause. „Die Unterstützung muss so niedrigschwellig wie möglich sein, damit Überlastungssituationen für den Pflegenden und den Demenzkranken gar nicht erst entstehen“, sagt Bentele.
Verbesserungen bringt hier möglicherweise die vom Bundeskabinett geplante „Nationale Demenzstrategie“. Bentele fordert jedoch weitere sozialpolitische Maßnahmen: „Pflegende Angehörige müssen Pflege und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Dafür brauchen wir zum Beispiel eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige ähnlich dem Elterngeld.“

VdK fordert effektive Mietpreisbremse und mehr sozialen Wohnungsbau

Das Statistische Bundesamt hat die Wohngeldstatistik für 2017 veröffentlicht. Danach ist die Zahl der Wohngeldempfänger gesunken, Ende 2017 bezogen rund 592 000 einkommensschwache Haushalte diese staatliche Leistung - 1,4 Prozent aller privaten Haushalte. Gegenüber 2016 ist die Zahl der Wohngeldhaushalte um 6,2 Prozent gesunken. Diese Ergebnisse kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, wie folgt:
„Die Zahl der Menschen, die Wohngeld empfangen, ist zwar gesunken, dennoch gibt sie Anlass zur Sorge. Rund 592.000 Menschen können ihre Miete nicht aus eigenen Mitteln stemmen. Wohnen ist weiterhin ein echter Armutsfaktor. Besonders bei Älteren oder Familien mit geringem Einkommen reicht das Geld nicht für die Miete und sie sind auf das Wohngeld angewiesen. Damit das Wohngeld Mietern auch künftig helfen kann, muss es aber jährlich an die Entwicklung der Einkommen und der Wohnkosten angepasst werden. Das Wohngeld sollte auch eine finanzielle Komponente enthalten, über die Mieter die gestiegenen Heiz- und Stromkosten bezahlen können.
Bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper und viele Menschen brauchen staatliche Hilfen wie das Wohngeld, um ihre Miete bezahlen zu können. Der Sozialverband VdK fordert deshalb vor allem, dass die Regierung gegen die steigenden Mieten vorgeht und endlich eine effektive Mietpreisbremse einführt. Der Staat muss außerdem deutlich mehr in den sozialen Wohnungsbau investieren.“

Walter Hirrlinger

Walter Hirrlinger starb am 24. Juli 2018© Martin Bauer

Sozialminister a. D. und VdK-Ehrenpräsident Hirrlinger ist tot
VdK-Ehrenpräsident Walter Hirrlinger mit 92 Jahren verstorben

Stuttgart, 24. Juli 2018 – Walter Hirrlinger, VdK-Ehrenpräsident und Baden-Württembergs Minister für Arbeit und Soziales a. D. ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Hirrlinger verstarb nach langer Krankheit in der Nacht zum 24. Juli 2018 in Esslingen.

Hirrlinger, dessen bereits verstorbene Tochter ebenfalls persönlich von einer Schwerbehinderung betroffen war, hat jahrzehntelang auch auf europäischer Ebene Behindertenarbeit geleistet. Er war rund drei Jahrzehnte Präsident der europäischen Behindertenorganisation Action Européenne des Handicapés (AEH). In vielen inländischen Gremien, wie dem Deutschen Behindertenrat (DBR), wirkte er für die Belange der Menschen mit Behinderungen und für sozial Benachteiligte.

Das Bundesverfassungsgericht hat eine neue Pressemitteilung veröffentlicht.

Hierzu lautet der Kurztext:
Die Fixierung von Patienten stellt einen Eingriff in deren Grundrecht auf Freiheit der Person dar. Aus dem Freiheitsgrundrecht sowie dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ergeben sich strenge Anforderungen an die Rechtfertigung eines solchen Eingriffs: Die gesetzliche Ermächtigungsgrundlage muss hinreichend bestimmt sein und den materiellen und verfahrensmäßigen Anforderungen genügen. Bei einer nicht nur kurzfristigen Fixierung handelt es sich um eine Freiheitsentziehung, für die Art. 104 Abs. 2 GG den weiteren, verfahrensrechtlichen Vorbehalt einer richterlichen Entscheidung vorsieht. Aufgrund ihrer besonderen Eingriffsintensität ist die nicht nur kurzfristige Fixierung sämtlicher Gliedmaßen auch im Rahmen eines bereits bestehenden Freiheitsentziehungsverhältnisses als eigenständige Freiheitsentziehung zu qualifizieren, die den Richtervorbehalt abermals auslöst, von einer richterlichen Unterbringungsanordnung also nicht gedeckt ist. Aus Art. 104 Abs. 2 Satz 4 GG folgt ein Regelungsauftrag an den Gesetzgeber, verfahrensrechtliche Bestimmungen für die richterliche Anordnung freiheitsentziehender Fixierungen zu treffen.
Mit dieser Begründung hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts auf zwei Verfassungsbeschwerden hin mit heute verkündetem Urteil die einschlägige Vorschrift des Landes Baden-Württemberg für verfassungswidrig erklärt und bestimmt, dass der baden-württembergische und der bayerische Gesetzgeber – der bislang keine spezielle Rechtsgrundlage für Fixierungen erlassen hat – verpflichtet sind, bis zum 30. Juni 2019 einen verfassungsgemäßen Zustand herbeizuführen.

VdK fordert: Rentenniveau auf 50 Prozent anheben

Rentenkommission muss das Vertrauen in die Alterssicherung stärken
„Ob jung oder alt: Alle Menschen in Deutschland müssen sich auf die gesetzliche Rente verlassen können. Die Rentnerinnen und Rentner von heute und morgen brauchen eine auskömmliche Rente im Alter. Daher fordern wir die Rentenkommission dringend auf, zukunftsfähige Vorschläge zu machen.“ Das erklärt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich eines Gesprächs der Rentenkommission mit Verbänden. Mit am Tisch sitzt auch der Sozialverband VdK Deutschland, die größte Interessensvertretung für aktuelle und zukünftige Rentnerinnen und Rentner.
Die gesetzliche Rente ist derzeit für die Mehrheit der Bundesbürger ein großer Unsicherheitsfaktor. „Jüngere wie auch ältere Menschen schauen heute mit beträchtlicher Sorge auf ihr Alterseinkommen. Sie haben Angst, dass sie mit ihrer ausgezahlten Rente gar nicht oder nur schwer über die Runden kommen werden. Das Vertrauen der Bürger in die gesetzliche Rente ist erschüttert“, so Bentele.
Es ist aus Sicht des VdK zwar begrüßenswert, dass der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Rentenformel ändern will, damit das gesetzliche Rentenniveau nicht unter 48 Prozent absinkt. „Wir brauchen aber eine dauerhafte Anhebung des Rentenniveaus auf 50 Prozent“, fordert die VdK-Präsidentin. Auch müssen die dämpfenden Faktoren in der Rentenformel abgeschafft werden, damit die Renten wieder entsprechend der Löhne steigen. „Sonst droht immer mehr Menschen auch nach jahrzehntelanger Arbeit Altersarmut“, erklärt Bentele. Darüber hinaus fordert der VdK eine „Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen: Arbeitnehmer, Selbstständige, Politiker und Beamte.“
Eine klare Absage erteilt der VdK jeglichen Vorschlägen, das Renteneintrittsalter anzuheben. Schon heute haben vor allem Arbeitnehmer in körperlich und psychisch besonders belastenden Berufen kaum Chancen, bis zum Alter von 67 Jahren am Arbeitsleben teilzuhaben. „Nur einer Minderheit der Bürger ist es möglich, bis zur regulären Altersgrenze zu arbeiten. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist daher ein reines Rentenkürzungsprogramm und ein absolutes Tabu“, so Bentele.
Der VdK setzt sich aber auch für einen Mindestlohn über 12 Euro und gute Bildungschancen für alle ein. „Nur wer heute ausreichend in die Rentenversicherung einzahlt, hat morgen eine gute Rente“, erklärt Bentele.

„Beitrag nicht in gesetzlicher Pflegeversicherung erhöhen!“ Private Pflegeversicherung an Kosten beteiligen

Eine klare Absage erteilt der Sozialverband VdK Baden-Württemberg den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die Beiträge in der gesetzlichen Pflegeversicherung zu erhöhen. Dieser will angesichts steigender Kosten ab Januar 2019 0,3 Prozent mehr von den gesetzlich Versicherten. „Die private Pflegeversicherung verfügt dagegen über ein Finanzpolster von rund 30 Milliarden Euro. Sie muss an den Kosten beteiligt werden!“, betont daher der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg, Roland Sing. Mit Blick auf die gesünderen und zahlungskräftigeren Personen, die die private Pflegeversicherung versichert, bekräftigt Sing die langjährige VdK-Forderung nach einer Kostenbeteiligung der privaten Pflegeversicherung. Es könne nicht sein, dass Ausgabensteigerungen im Zuge der notwendigen Pflegereform 2017 und kommende Kostensteigerungen durch die unbestritten nötige bessere Bezahlung von Pflegepersonal ausschließlich den Arbeitnehmern und den Rentnerinnen und Rentnern aufgebürdet werden sollen. Es gehe hier um Aufgaben für alle Versicherten und damit um gesamtgesellschaftliche Aufgaben, so Roland Sing. Er erinnert zugleich an die Pläne der Koalitionäre vergangener Jahre, einen Solidarausgleich zwischen der privaten und der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung festzuschreiben. „Dies ist immer noch nicht umgesetzt!“ Der Sozialverband VdK ist eine Interessenvertretung von Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen, von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung, Sozialversicherten und Patienten, Rentnern, Grundsicherungsempfängern und von weiteren sozial betroffenen Menschen. Bundesweit gehören fast 1,9 Millionen Menschen zum VdK, in Baden-Württemberg derzeit gut 226 000.

Rentenerhöhung zum 1. Juli 2018
Der Bundesrat hat der Rentenerhöhung zum 1. Juli 2018 zugestimmt. Dadurch erhalten bundesweit rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner mehr Rente. Die Erhöhung liegt in den alten Bundesländern bei 3,22 Prozent, in den neuen Bundesländern bei 3,37 Prozent.

Wann das Rentenplus bei den Rentnerinnen und Rentnern ankommt, hängt vom Zeitpunkt des Rentenbeginns ab. Wer bis März 2004 Rentner wurde, erhält die höhere Rente bereits Ende Juni. Wenn die Rente ab April 2004 begonnen hat, wird das Plus bei der Rente erst Ende Juli auf dem Konto der Rentnerinnen und Rentner sein. Die Zahlung erfolgt automatisch.

Die gesetzliche Rentenversicherung versendet an ihre Rentnerinnen und Rentner ein Schreiben, in dem sie über die Rentenanpassung informiert. Mit dieser Rentenanpassungsmitteilung erhalten die Rentnerinnen und Rentner erstmalig den neuen folienverstärkten Rentenausweis im praktischen Scheckkartenformat. Der Ausweis ermöglicht Rentnerinnen und Rentner Vergünstigungen – etwa bei kulturellen Veranstaltungen oder im öffentlichen Nahverkehr. Eine Recherche im Internet oder ein Nachfragen vor Ort hilft, die angebotenen Preisnachlässe zu finden und zu erhalten.

Auskünfte zu den Themen Rehabilitation, Altersvorsorge und Rente gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg in den Regionalzentren und Außenstellen im ganzen Land, über das kostenlose Servicetelefon unter 0800 1000 480 24 sowie im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung-bw.de.

VdK fordert: Rente langfristig sichern
„Der Erfolg der Rentenkommission wird sich daran messen lassen, ob sie ihr selbstgestecktes Ziel erreicht: die gesetzliche Rentenversicherung zu sichern und fortzuentwickeln. Wir werden die Arbeit der Rentenkommission kritisch begleiten und stehen für einen konstruktiven Austausch zur Verfügung.“ Das erklärt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der konstituierenden Sitzung der Rentenkommission.

Viele Menschen treibt in Deutschland die Angst vor Altersarmut um. „Nur ein stabil hohes Rentenniveau schafft Vertrauen auf eine auskömmliche Alterssicherung. Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass alte und junge Menschen hier nicht gegeneinander ausgespielt werden. Rente geht uns alle an“, erklärt die VdKPräsidentin. Deshalb muss aus Sicht des VdK das Rentenniveau in Zukunft wieder auf 50 Prozent steigen.

Der VdK setzt sich dafür ein, dass die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut wird. „In die Versicherungspflicht sind alle Selbstständigen, Beamten und Politiker einzubeziehen. Dies stellt die Finanzierung der gesetzlichen Rente auf eine breitere Basis und bietet langfristig eine gerechtere Alterssicherung für alle Generationen“, betont die VdK-Präsidentin.

Der Sozialverband VdK begrüßt, dass sich die Rentenkommission auch mit der Fortentwicklung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge befasst. Auch hier besteht laut der VdK-Präsidentin dringender Reformbedarf. Diese beiden Säulen der Altersvorsorge können nur als Ergänzung zur Sicherung des Lebensstandards dienen. „Sie sind nicht geeignet, die gesetzliche Rentenversicherung ganz oder teilweise zu ersetzen. Für die Mehrzahl der Versicherten stellt die gesetzliche Rente die tragende Säule der Altersversorgung dar“, so Bentele.

Auch in der aktuellen Debatte über die Rentenpläne der Bundesregierung wird sich der VdK für die Interessen seiner Mitglieder einsetzen: „Wir werden dafür kämpfen, dass alle Mütter drei Rentenpunkte pro Kind erhalten“, so die VdK-Präsidentin. Die vorgeschlagene „Grundrente“ sei zudem kein effektives Instrument zur Bekämpfung von Altersarmut: „Die Hürden sind viel zu hoch. Viele Menschen, vor allem Frauen, schaffen 35 Beitragsjahre gar nicht“, so Bentele. Zielgerichteter ist ein Freibetrag für die gesetzliche Rente in der Grundsicherung von 200 Euro.
Außerdem wird sich der Sozialverband VdK dafür einsetzen, dass von den geplanten Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente nicht nur die Neurentner, sondern auch die Bestandsrentner profitieren. Wichtig ist für den VdK auch, dass die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent endlich abgeschafft werden.

Sozialverband VdK "Soziale Spaltung stoppen"

Abschlussveranstaltung des VdK-Bundesverbandstags in Berlin mit der neu gewählten VdK-Präsidentin Verena Bentele und Spitzenpolitikern – Ulrike Mascher ist VdK-Ehrenpräsidentin
Der VdK ist mit knapp 1,9 Millionen Mitgliedern die größte soziale Bürgerinitiative in Deutschland.
Die neu gewählte VdK-Präsidentin Verena Bentele betonte in ihrer Rede auf der Schlussveranstaltung des VdK-Bundesverbandstags in Berlin: „Wir wollen Menschen für uns begeistern, die dasselbe wollen wie wir: eine soziale, gerechte Gesellschaft für alle, für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderungen. Seit über 70 Jahren setzt sich der VdK für die Rechte von Schwächeren ein, das wollen wir auch in Zukunft mit voller Kraft tun. Gemeinsam stehen wir für Solidarität und Menschlichkeit ein.“ Bis 2020, so Bentele weiter, soll die 2-Millionen-Mitgliedermarke geknackt werden.
Die erfolgreiche sozialpolitische Arbeit des VdK der letzten Jahre möchte Bentele fortführen: „Der VdK konnte einiges erreichen, aber wir werden auch künftig nicht locker lassen. Denn noch längst nicht kommen alle Menschen zu ihrem Recht. Gesetze müssen umgesetzt oder verändert werden. So müssen dringend die Bedingungen in der Pflege verbessert werden.“ Als Schwerpunkte ihrer Arbeit in den nächsten Jahren nannte sie Rentengerechtigkeit, Bekämpfung von Armut in allen Altersgruppen und die Herstellung von Barrierefreiheit.
„Meine erste Forderung ist ganz klar: Der VdK muss von Anfang an am Tisch sitzen, wenn über Rente, Pflege oder Barrierefreiheit verhandelt wird“, sagte Bentele. Konkret nannte sie als Forderung die Beteiligung des Sozialverbands VdK an der gerade eingesetzten Rentenkommission der Bundesregierung.
Zur Abschlussveranstaltung des dreitägigen VdK-Bundesverbandstags waren zahlreiche Spitzenpolitiker gekommen: SPD-Parteivorsitzende Andrea Nahles, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Vorsitzende der Partei Die Linke, Katja Kipping, und der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck.
Auch die Verabschiedung von Ulrike Mascher war Teil des Programms. Die 79-Jährige war nicht mehr zur Wahl als VdK-Präsidentin angetreten. Die knapp 200 Delegierten hatten am Tag zuvor Verena Bentele mit 90,1 Prozent der Stimmen zu ihrer Nachfolgerin gewählt. Mascher hat sich in den fast zehn Jahren ihrer Präsidentschaft höchste Anerkennung in Politik und Gesellschaft erworben. Das neu gewählte VdK-Präsidium hat sie deshalb zur VdK-Ehrenpräsidentin ernannt.
Bentele würdigte die Verdienste von Ulrike Mascher: „Sie hat als VdK-Präsidentin Sozialgeschichte in Deutschland geschrieben und wesentlich daran mitgewirkt, dass das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes auch in praktische Politik umgesetzt wird. Durch Ulrike Mascher ist der VdK noch stärker nach außen gegangen und hat sich noch weiteren Bevölkerungsgruppen geöffnet. Ich bin stolz darauf, ihre Nachfolge antreten zu dürfen.“

Verena Bentele ist die neue Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland

Neue VdK-Präsidentin

© VdK

Neuwahlen beim Sozialverband VdK Deutschland
Der Sozialverband VdK Deutschland hat eine neue Präsidentin: Verena Bentele wurde beim VdK-Bundesverbandstag in Berlin mit überwältigender Mehrheit an die Spitze des Verbands gewählt. Sie löst damit Ulrike Mascher ab, die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Bentele erhielt am Mittwoch 90,1 Prozent der Stimmen.
Die 36-Jährige Verena Bentele gehört seit 2015 dem Landesvorstand des Sozialverbands VdK Bayern an. Als zwölffache Paralympicssiegerin im Biathlon und Skilanglauf machte sie den Behindertensport in Deutschland populär. Nach ihrer aktiven Sportlerinnen-Karriere und mit dem Magisterabschluss in Literaturwissenschaften startete sie ihre berufliche Karriere als selbstständiger Coach. Im Januar 2014 wurde sie zur Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen ernannt. Das Amt gab sie am 9. Mai 2018 ab.
Die neue VdK-Präsidentin Verena Bentele ist bereit, mit mehr als 1,8 Millionen Mitgliedern für soziale Gerechtigkeit in Deutschland zu kämpfen. „Der VdK ist die größte Bürgerbewegung Deutschlands, in der sich Jung und Alt für eine solidarische, tolerante Gesellschaft engagieren.“ Ihr Ziel ist es, die erfolgreiche Arbeit des VdK fortzuführen und den Verband stärker für junge Menschen zu öffnen. „Wir haben viele Verbesserungen bei Rente, Pflege und Inklusion erreicht. Dennoch brauchen wir weitere Maßnahmen im Einsatz für soziale Gerechtigkeit – sei es im Kampf gegen Altersarmut, gegen die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung, gegen die wachsende Einkommensungleichheit, gegen die Zweiklassenmedizin sowie gegen eine Pflegepolitik, die aktuellen und kommenden Herausforderungen nicht gerecht wird.“
Die neue VdK-Präsidentin freut sich, einer so starken Sozialorganisation künftig Stimme und Gesicht zu geben: „Wir sind die wichtigste unabhängige sozialpolitische Interessenvertretung in Deutschland. Der VdK ist ein in Politik und Öffentlichkeit anerkannter Fürsprecher für Menschen in Notlagen und ein Wächter für das sozialpolitische Gefüge insgesamt. Ich bin stolz darauf, an der Spitze des VdK für ein gerechtes Miteinander einzutreten“, sagte Bentele nach ihrer Wahl in Berlin

Pflege geht jeden an. Angehörige selbst pflegen - ein Ratgeber.
(Rechtslage 2017)

Der VdK-Pflegeratgeber "Pflege geht jeden an" richtet sich an Menschen, die sich vorstellen können, die Pflege eines Angehörigen zu übernehmen, oder die diese Aufgabe bereits übernommen haben. Unsere aktualisierte und an die Rechtslage 2017 angepasste Broschüre gibt einen kurzen Überblick über die wichtigsten Fragen der Angehörigen­pflege. Sie berücksichtigt alle wesentlichen Neuerungen durch die Pflege­stärkungsgesetze I bis III und informiert über den reformierten Pflege­bedürftigkeitsbegriff sowie über die Pflegegrade, die die bisherigen Pflegestufen ersetzen.
Die Broschüre ist bei dem Kreisverband sowie den Ortsverbänden erhältlich.

Pflegebedürftig? - Tipps für die Pflegebegutachtung bei Erwachsenen

Viele Menschen und ihre Angehörigen sind verunsichert, wenn sie zum ersten Mal über Pflegebedürftigkeit nachdenken und einen Antrag bei der Pflegekasse stellen müssen.
Mit unserer Broschüre wollen wir Verunsicherungen abbauen und Ihnen Antworten auf folgende Fragen geben:
Wann bin ich bzw. wann ist mein Angehöriger pflegebedürftig?
Was muss ich tun, damit die Pflegebedürftigkeit festgestellt wird?
Was geschieht bei der Pflegebegutachtung?
Wie bereite ich mich auf die Pflegebegutachtung vor?
Welche Kriterien führen zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit, und kann ich selbst eine erste Einschätzung vornehmen?
Was geschieht nach der Pflegebegutachtung?
Kann ich die Empfehlung des Gutachters und die Festsetzung eines Pflegegrades selbst überprüfen?
Was kann ich tun, wenn meine Einschätzung nicht mit der des Gutachters beziehungsweise der Pflegekasse übereinstimmt?
Welche Leistungen der Pflegeversicherung kann ich als pflegebedürftiger Mensch in Anspruch nehmen?
Die Broschüre ist bei dem Kreisverband sowie den Ortsverbänden erhältlich.

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