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Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Rente mit 63


Wer kommt in den Genuss der Rentenregelung ab 63 Jahren?

das Bild zeigt ein Diagramm, in welcher der Renteneintritt in Bezug aufs Geburtsdatum grafisch dargestellt wird.

© Thüringer Allgemeine

Versicherte mit 45 Beitragsjahren sollen die Rente mit 63 abschlagsfrei in Anspruch nehmen können. Dies betrifft die Geburtsjahrgänge 1951 und 1952. Ab Geburtsjahrgang 1953 steigt die Altersgrenze pro Jahrgang um zwei Monate, so dass für die Jahrgänge ab 1964 die Altersgrenze für diese Rentenart dann 65 Jahre beträgt.


Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Folgende Zeiten zählen bei den 45 Jahren mit:

  • Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung,
  • Zeiten der geringfügigen, nicht versicherungspflichtigen Beschäftigung (anteilige Berücksichtigung),
  • Zeiten mit Pflichtbeiträgen aus selbstständiger Tätigkeit,
  • Zeiten mit freiwilligen Beiträgen, wenn mindestens 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen aus einer Beschäftigung bzw. selbstständigen Tätigkeit vorhanden sind,
  • Zeiten der Wehr- oder Zivildienstpflicht,
  • Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege von Angehörigen,
  • Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes,
  • Zeiten, in denen Arbeitslosengeld, Teilarbeitslosengeld, Leistungen bei Krankheit (zum Beispiel Krankengeld, Verletztengeld) oder Übergangsgeld bezogen wurden,
  • Zeiten des Bezugs von Leistungen bei beruflicher Weiterbildung,
  • Zeiten des Bezugs von Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld und Winterausfallgeld,
  • Zeiten des Bezugs von Insolvenzgeld und Konkursausfallgeld (Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers), Ersatzzeiten. Nicht berücksichtigt werden bestimmte Anrechnungszeiten (zum Beispiel wegen eines Schul-, Fachschul- oder Hochschulbesuchs), Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II, Zurechnungszeiten und zusätzliche Wartezeitmonate aufgrund eines Versorgungsausgleichs oder Rentensplittings. - Freiwillige Beiträge in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn werden nicht mitgezählt, wenn gleichzeitig eine Anrechnungszeit wegen Arbeitslosigkeit vorliegt.
  • Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn zählen nur mit, wenn diese Folge einer Insolvenz oder vollständigen Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers sind.

Wie ist es mit Zeiten der Arbeitslosigkeit?

Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld sollen zeitlich unbegrenzt berücksichtigt werden - in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn allerdings nur, wenn sie Folge einer Insolvenz oder vollständigen Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers sind.


Werden Armeezeit und Studium einberechnet?

Ein Studium wird nicht angerechnet, Grundwehrdienstzeiten, für die Pflichtbeiträge gezahlt wurden, hingegen schon.


Ab wann gelten die neuen Regeln praktisch?

Geplant ist, dass die Regelungen zum 1.7.2014 in Kraft treten.


Was muss ich konkret tun, um die abschlagsfreie Rente mit 63 zu erhalten?

Die Rente mit 63 muss wie jede andere beantragt werden.


Welche Formulare braucht man, wer berät mich und wo kann ich mich melden?

Beratung gibt es am kostenlosen Servicetelefon der Rentenversicherungsträger unter
0800 1000 48090. Anträge nehmen die Beratungsstellen der Rentenversicherungsträger nach vorheriger Terminvereinbarung entgegen.


Kann ich mich als Rentner nachträglich melden - und meine bisherigen Abschläge zurückfordern?

Das geht grundsätzlich nicht. Ein Wechsel in die neue abschlagsfreie Rente wäre nur dann möglich, wenn der Rentenbescheid für die Rente mit Abschlägen noch nicht bestandskräftig ist (also die Widerspruchsfrist von einem Monat noch nicht abgelaufen ist).


Ich bin schon in Altersteilzeit, möchte aber trotzdem die abschlagsfreie Rente mit 63 beantragen - geht das?

Ja, nach Beendigung der Altersteilzeit ist es auch möglich, die abschlagsfreie Rente mit 63 in Anspruch zu nehmen.


Habe ich einen Rechtsanspruch auf die abschlagsfreie Rente mit 63?

Wenn die Rente rechtzeitig beantragt wird und die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, besteht auch ein Rechtsanspruch hierauf.


Wie viel Geld darf ich dazu verdienen?

Die Rente mit 63 ist eine vorgezogene Altersrente. Somit dürfen hierzu 450 Euro monatlich dazu verdient werden.


Was geht alles von meiner Bruttorente ab?

Von der Bruttorente sind Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten. Zudem besteht in manchen Fällen Steuerpflicht, was über die Steuererklärung mit dem Finanzamt geklärt werden muss.


Kann ich auch ohne Regelung mit 63 in Rente?

Grundsätzlich ja. Hierzu kann man eine Altersrente für langjährig Versicherte mit entsprechenden Abschlägen beantragen, wenn eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllt wird.


Was verbirgt sich eigentlich hinter der Mütterrente?

Mit dem Begriff Mütterrente ist eine bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden. Für sie wird bislang ein Jahr Kindererziehungszeit berücksichtigt. Es ist vorgesehen, allen Müttern - in manchen Fällen auch Vätern - , deren Kinder vor 1992 geboren und von ihnen erzogen wurden, pro Kind ein zusätzliches Jahr mit Zeiten der Kindererziehung anzurechnen.


Ist es möglich, allein durch die Mütterrente einen Rentenanspruch zu erwerben?

Ja, das ist möglich. Voraussetzung für eine Regelaltersrente ist das Vorhandensein von fünf Jahren Beitragszeiten. Infolge der Mütterrente werden ja für vor 1992 geborene Kinder zwei Jahre mit Beitragszeiten angerechnet. Das bedeutet, dass zukünftig ein Rentenanspruch besteht, wenn drei vor 1992 geborene Kinder erzogen wurden.


Quelle: Thüringer Allgemeine

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