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Barrierefreiheit II
Selbstbestimmte Teilhabe und Barrierefreiheit sichern

Sozialverband VdK fordert unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit

Sozial- und Behindertenverbände, darunter der Sozialverband VdK Deutschland, fordern die Bundesregierung auf, im Zuge der Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes endlich eine unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit zu schaffen und dauerhaft zu finanzieren. Anlass ist ein heutiges Parlamentarisches Frühstück des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit.
"Ziel einer solchen Fachstelle muss es sein, die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes voranzutreiben und Menschen mit Behinderung und deren Interessenvertretungen bei ihren Initiativen für mehr Barrierefreiheit zu unterstützen. Barrierefreiheit ist Voraussetzung einer inklusiven Gesellschaft. Ihre Umsetzung ist durch die Behindertenrechtskonvention geboten. Deshalb dürfen wir auf eine dauerhafte Adresse für Barrierefreiheit nicht verzichten", so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und Mitglied im Sprecherrat des Deutschen Behindertenrats.
Eine unabhängige Fachstelle für Barrierefreiheit könne auf bestehende Strukturen und Kompetenzen des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit (BKB) aufbauen. Dieses ist für Menschen mit Behinderung und damit auch für die sie vertretenden Verbände seit seiner Gründung 2008 zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Prozess der Herstellung von Barrierefreiheit geworden. "Sinnvoll ist es, das vorhandene Knowhow systematisch zu bündeln, weiterzuentwickeln und allen Menschen zentral zur Verfügung zu stellen", so Mascher.
"Für uns in den Bundesländern ist das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit ein unverzichtbarer Netzwerkpartner und Koordinator. Und dies keinesfalls nur im baulichen Bereich, sondern für Leitfäden fürs Museum, Standards für Produkte, im Verkehr sowie im Tourismus. Wir brauchen verlässliche Informationen und den Austausch für eine effektive und geforderte Beteiligung an allen Prozessen auf Augenhöhe für die vielen, meist ehrenamtlich aktiven Menschen mit Behinderung und ihre Partner", betont die Gastrednerin beim Parlamentarierfrühstück, Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.
Die Behinderten- und Sozialverbände sind davon überzeugt, dass einer unabhängigen Fachstelle für Barrierefreiheit eine herausragende Bedeutung bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zukommt. Es brauche bei der Umsetzung von Barrierefreiheit vor Ort einen zentralen Ansprechpartner für Behindertenverbände, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, der Standards bündelt, Wissenslücken identifiziert und systematisch schließt. ?Die Einrichtung einer solchen Stelle ist eine staatliche Aufgabe, die ausreichend finanziert werden muss", betont Andreas Bethke, Geschäftsführer des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands und Vorstandsvorsitzender des Bundeskompetenzzentrums Barrierefreiheit.

Gedanken im Umgang mit Behinderten bzw Menschen mit Behinderungen

Nachfolgender Link stammt von einem Interview mit Krauthausen, der sich in der Behindertenbewegung einen Namen macht.
Raúl Aguayo-Krauthausen, Gründer der NGO Sozialhelden, erklärt im Interview, was Journalisten in der Berichterstattung über Menschen mit Behinderung beachten sollten - und warum sich jeder PRler mit dem Thema Inklusion beschäftigen sollte.

http://www.pressesprecher.com/nachrichten/behindert-sein-oder-werden-inklusion-der-pr-7981

Zu viele Menschen mit Behinderung arbeitslos

VdK fordert Zielvereinbarungen zwischen Politik und Arbeitgebern
Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember fordert der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für schwerbehinderte Menschen. "Arbeitslose Menschen mit Behinderung haben es trotz guter Qualifikation schwer, einen Arbeitsplatz zu bekommen", sagt der VdK-Landesvorsitzende Karl-Winfried Seif. "Die Politik, die Arbeitsvermittlung und die Arbeitgeber schöpfen ihre Handlungsmöglichkeiten auf diesem Feld nicht aus."
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im November 2014 in Hessen 13.552 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind geringfügig mehr als ein Jahr zuvor, aber im Vergleich zu November 2009 bedeutet das einen Zuwachs um knapp zehn Prozent.
In Thüringen ist die Tendenz rückläufig: Von 6.537 im November 2009 sank die Zahl auf 6.195 im November 2014.
Da 2.302 Arbeitgeber in Hessen und 970 in Thüringen keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, sieht der VdK-Landesvorsitzende dringenden Handlungsbedarf. "Diese Arbeitgeber, die eine Ausgleichsabgabe zahlen, anstatt Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben, müssen stärker in die Pflicht genommen, aber auch besser unterstützt werden", sagt Seif.
Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen fordert von den Landesregierungen in Hessen und Thüringen, Zielvereinbarungen mit den Arbeitgebern für mehr Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu treffen. "Jenseits der gesetzlichen Verpflichtung für Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten, fünf Prozent der Stellen mit schwerbehinderten Arbeitnehmern zu besetzen, können so Anreize geschaffen werden, mehr Menschen mit Behinderung einzustellen", erklärt der VdK-Landesvorsitzende.
Auch was die Arbeitsvermittlung angeht, sieht der VdK noch viel Luft nach oben. "Die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter müssen die Arbeitsvermittlung von schwerbehinderten Menschen durch spezialisierte Beratungen intensivieren und direkt mit den großen Firmen zusammenarbeiten?, fordert Seif.
Philipp Stielow, Pressesprecher

7,5 Millionen Schwerbehinderte in Deutschland

© Statistisches Bundesamt

Wiesbaden (kobinet) Zum Jahresende 2013 lebten rund 7,5 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das rund 260.000 oder 3,6 Prozent mehr als am Jahresende 2011. 2013 waren somit 9,4 Prozent der gesamten Bevölkerung in Deutschland schwerbehindert.
Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Schwerbehinderten waren Männer. Als schwerbehindert gelten Personen, denen von den Versorgungsämtern ein Grad der Behinderung von 50 und mehr zuerkannt sowie ein gültiger Ausweis ausgehändigt wurde. Behinderungen treten vor allem bei älteren Menschen auf: So war nahezu ein Drittel (31 Prozent) der schwerbehinderten Menschen 75 Jahre und älter; knapp die Hälfte (45 Prozent) gehörte der Altersgruppe zwischen 55 und 75 Jahren an. 2 Prozent waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Mit 85 Prozent wurde der überwiegende Teil der Behinderungen durch eine Krankheit verursacht. Vier Prozent der Behinderungen waren angeboren beziehungsweise traten im ersten Lebensjahr auf. Zwei Prozent waren auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.
Zwei von drei schwerbehinderten Menschen hatten körperliche Behinderungen (62 Prozent). Bei 25 Prozent waren die inneren Organe beziehungsweise Organsysteme betroffen. Bei 14 Prozent waren Arme und Beine in ihrer Funktion eingeschränkt, bei weiteren 12 Prozent Wirbelsäule und Rumpf. In fünf Prozent der Fälle lag Blindheit beziehungsweise eine Sehbehinderung vor. 4 Prozent haben eine Schwerhörigkeit, Gleichgewichts- oder Sprachstörungen. Der Verlust einer oder beider Brüste war bei 2 Prozent Grund für die Schwerbehinderung. Auf geistige oder seelische Behinderungen entfielen zusammen 11 Prozent der Fälle, auf zerebrale Störungen neun Prozent. Bei den übrigen Personen (18 Prozent) war die Art der schwersten Behinderung nicht ausgewiesen.
Bei knapp einem Viertel der schwerbehinderten Menschen (24 Prozent) war vom Versorgungsamt der höchste Grad der Behinderung von 100 festgestellt worden; 32 Prozent wiesen einen Behinderungsgrad von 50 auf.
Ottmar Miles-Paul/ 29. Juli 2014

3. Juli 2014 - Fertigstellung der Arbeiten am Kyffhäuserdenkmal

Am Vormittag des 3. Juli 2014 erfolgte die offizielle (vorläufige) Fertigstellung der Arbeiten am Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal auf dem Kyffhäuser durch den Thüringer Minister für Bildung, Wassenschaft und Kultur, Herrn Christiph Matschie und die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Frau Antje Hochwind.

Viel Prominenz zeigte ihren Stolz auf das Geschaffene.© kn/k-hh

Im Rahmen umfangreicher Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten über Jahre hinweg wurden dabei auch zielgerichtet die Bedingungen beim Besuch durch Menschen mit Behinderungen, Rentner und Familien mit Kindern verbessert. Der VdK-Kreisverband Nordthüringen begleitete insbesondere diese Maßnahmen kritisch.
So wurden nicht zuletzt auf Anregungen des VdK

  • Behindertenzufahrt
  • Eine Behindertentoilette mit Babywickelraum am Kyffhäuserturm
  • ein Geländer zur oberen Ringterasse
  • Sanierung der Freifläche und Treppenanlage am Erfurter Tor
  • neuer besucherfreundlicher Eingang

geschaffen werden.

Auch Barrieren wurden abgebaut. Darauf hat der Kreisverband Nordthüringen des VdK gedrungen und dafür sind wir dankbar wie viele Betroffene.© Dok LRA

Hier am Kyffhäuser wurde bewiesen, dass auch an einem alten Bauwerk und Denkmal die Belange von Menschen mit Behinderungen Berücksichtigung finden können.
Wie Landrätin Antje Hochwind und Bürgermeister Matthias Strejc am Rande der Veranstaltung erwähnten, sei auch der Geolift noch nicht vom Tisch. Wir bleiben dran!
Der Umfang und Verlauf der bisherigen Bauarbeiten sind in unten stehender Pressedokumentation des Landratsamtes(9. Fertigstellung Sanierung Juli 2014) dokumentiert.

Kyffhäuser wird besucherfreundlicher

Der Kyffhäuser ist das Wahrzeichen unseres Kreises und eine bundesweit bekannte Sehenswürdigkeit. Das ist Grund genug alles zu tun, dass er für Touristen aber auch Besucher aus unserer Heimat attraktiver wird. Für uns als Sozialverband mit großem Engagement für Barrierefreiheit ist das Anlass genug, uns seit Jahren dafür einzusetzen dass Barrieren abgebaut werden und die Anlage so auch für Menschen mit Behinderungen, aber auch für Besucher mit Kleinkindern attraktiver wird.

.© khh

Das ist natürlich keine leichte Aufgabe, dessen sind wir bewusst. Immerhin spielten Fragen der Barrierefreiheit keine Rolle als vor Jahrhunderten die Burganlage und später dann das Denkmal entstanden. Doch über die Jahre ist das Verständnis für unsere Forderungen gewachsen, wurden interessante Lösungen gefunden und werden diese Schritt für Schritt umgesetzt. Unsere Hartnäckigkeit als Sozialverband lohnt sich also
Wie sich der Kyffhäuser in den letzten Jahren verändert hat und sich weiterhin verändern wird dokumentieren wir in nachfolgenden PDF-Dateien anhand von ausgewählten Berichten und Fotos.

Neu!

  • Geolift.pdf (503.6 KB, PDF-Datei)

    13 Planung für Geolift soll im Mai 15 fertig sein.

Wir bleiben am Thema dran!

Inklusive Kommunen

Ein kostenloser Ratgeber unterstützt Kommunen dabei, die Inklusion vor Ort umzusetzen.

Mehr Informationen unter

http://newsletter.aktion-mensch.de/inxmail/d/d.php?uxer0e0d5qye0000d0qcbhqq5

Neue Bauordnung: Neubauten sollen barrierefrei sein

Neue Bauordnung verschärft die Regeln und schafft an anderer Stelle welche ab.
Barrierefreiheit, erstmals in der Thüringer Bauordnung definiert, setzt höhere Maßstäbe.
Erfurt. Bauherren werden gewiss nicht durchgängig begeistert sein.
Auch wenn Bauminister Christian Carius (CDU) sagt, die Renovierung der Thüringer Bauordnung, die der Landtag in dieser Woche beschloss, befreie vom Ballast unnützer Bürokratie. Es wachsen nämlich auch die Anforderungen.

Kleine Hilfen erleichtern den Alltag wie hier an einer Treppe.© dpa

Ganz besonders beim Thema Barrierefreiheit. Im Gegensatz zur bisherigen Norm ist es nun grundsätzlich nicht mehr möglich, bei Neubauten auf Barrierefreiheit zu verzichten, weil die Mehrkosten zu hoch erscheinen. Verstöße gegen die Vorgaben zur Barrierefreiheit werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Wer Ausnahmen will, muss sie beantragen und hohe Hürden überwinden. "Mutig" nennt Paul Brockhausen, Behindertenbeauftragter des Landes, diese Abweichung von der Musterbauordnung. Im Ländervergleich sei sie sogar einzigartig.
Den vollständigen Bericht finden Sie unter Neue Bauordnung

Ratgeber für Menschen mit Behinderung aktualisiert

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat seinen "Ratgeber für Menschen mit Behinderung" im Januar 2013 aktualisiert. Der kostenlose Ratgeber enthält zahlreiche Informationen etwa zum Schwerbehindertenausweis oder zu Nachteilsausgleichen.

Mehr Informationen unter:
http://newsletter.aktion-mensch.de/inxmail/d/d.php?u3gf0c0gfric0000d0qcemj05
Der Ratgeber digital unter:
www.familienratgeber.de

Online-Handbuch zur Inklusion

Jeder Mensch hat ein Recht auf "Inklusion", also darauf, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. So steht es auch in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die seit 2009 auch in Deutschland gilt. Doch von der rechtlichen zur tatsächlichen Gleichstellung behinderter Menschen ist es noch ein weiter Weg.

.© evz

Sie können mithelfen, die Barrieren in den Köpfen abzubauen, indem Sie Menschenrechte, Behinderung und Inklusion in Ihrem Umfeld zum Thema machen und genauer hinschauen. Dabei ergeben sich viele Fragen: Welche Rechte und Möglichkeiten haben Menschen mit Behinderungen heute? Wie lebten sie in der Antike, im Mittelalter oder in der Zeit des Nationalsozialismus? Welche Bedingungen erleichterten ihnen das Leben, welche erschwerten es? Mit welchen Methoden kann ich die Themen Menschenrechte und Behinderung im Schulunterricht behandeln? Wie kann ich Inklusion schon im Kindergarten fördern? Wie entstehen neue Menschenrechtsverträge? Was haben sie mit unserem Alltag zu tun?
Für diese und weitere Fragen bietet das Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" Anregungen und Lernideen. Viel Vergnügen beim Surfen!
Hier geht es zum online-Handbuch: http://www.inklusion-als-menschenrecht.de

Die VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit stellt sich vor

.© VdK Kv NTh

Im Jahr 2011 bekam die Beratungsstelle für Wohnraumanpassung und technische Hilfen in Frankfurt/M ihren neuen Namen und heißt nun VdK-Fachstelle für Barrierefreiheit. Im Jahr 2012 glänzt sie auch mit einem neuen Internetauftritt. Es lohnt sich, hier einmal rein zu klicken - egal ob man Hilfe bei der Pflege von Menschen mit Behinderungen braucht oder ob man als öffentliche Einrichtung die Aufwertung mit der VdK-Plakette "barrierefrei erbau" erreichen möchte.
Also klicken sie einmal [hier].

Goldi Morcinek ist bereits seit 2004
Behindertenbeauftragte im Kyffhäuserkreis

Goldi Morcinek aus Bad Frankenhausen (unser Foto) ist Behindertenbeauftragte des Kyffhäuserkreises. Demografischer Wandel bringt weitreichende Verpflichtungen mit sich.
Für Goldi Morcinek gibt es keine Zwischendinger. "Entweder ist etwas barrierefrei oder es ist es nicht", sagt die Behindertenbeauftragte des Kyffhäuserkreises. Seit 2006 ist sie als solche ehrenamtlich im Kreis unterwegs, manchmal auch anonym, wie sie schmunzelnd erzählt. "Mein Mann nennt mich schon das Barriere-Auge".
Denn für die Bedürfnisse von Behinderten muss man einen Blick haben. Goldi Morcinek hat ihn sich im Laufe der Jahre angeeignet, ist 2004 dem VdK beigetreten, hat sich engagiert, ist schnell Ortsgruppenvorsitzende geworden. Im selben Jahr begann sie ihre Tätigkeit als Behindertenbeauftragte der Stadt Bad Frankenhausen. Als sie schließlich Behindertenbeauftragte des Kyffhäuserkreises wurde, ahnte sie noch nicht, wie schwierig die Arbeit werden würde.

Goldi Morcinek auf einer Außentreppe des Bad Frankenhäuser Rathauses stehend

Das Ziel, überall Behindertenbeauftragte zu installieren, erwies sich als Illusion. Zumindest gibt es sie derzeit mit Klaus Everhardt in Sondershausen, Ronald Römer in Artern, Ernst-Günter Jäger in Roßleben und Rudolf Eube in Wiehe. Nur westlich der Kreisstadt, im Bereich Ebeleben, herrscht noch ein großer weißer Fleck. Die Zusammenarbeit ist wichtig, auch zwischen den einzelnen Behindertenverbänden im Kreis. "Es ist unser Bestreben, alle unter einen großen Dachverband zu vereinen, um die Interessen gemeinsam zu vertreten." Denn Barrierefreiheit wird in Hinblick auf den demografischen Wandel in der Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. "Da geht es auch um Fragen, wie man sich mit Kinderwagen und Rollatoren fortbewegen kann, wo man sie abstellen kann", meint Frau Morcinek und nennt die Neugestaltung der Wohnblöcke am Wippertor in Sondershausen als beispielhaft. Das Bemühen um Barrierefreiheit im Kreis geht schon in den Ministerien los. Zuerst wäre das wie "Wünsch dir was" gewesen, erinnert sich Goldi Morcinek an die Beratungen zur Umsetzung der UN-Konvention von 2009 zurück.
In verschiedenen Arbeitsgruppen der unterschiedlichen Betroffenen wurden deren Bedürfnisse gebündelt. "Die neue Gesetzgebung wird schließlich zeigen, was wird, aber die notwendigen Forderungen werden wir vehement begründen." Einmal pro Quartal kommt sie zudem mit den Behindertenbeauftragten der anderen Landkreise im Sozialministerium zusammen, wo sie mit den neuen Gesetzesmaßregeln vertraut gemacht werden.
In Kreisbereisungen nimmt sie unter die Lupe, kontrolliert, wie die Lage vor Ort ist, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Zudem ist sie bei Bauvorhaben mit von der Partie, ob öffentlich oder privat. Geförderte Maßnahmen müssen von ihr genehmigt werden. Allwissenheit bescheinigt sie sich nicht. "Ich würde mir nie anmaßen selbst zu entscheiden, was Seh- oder Hörgeschädigte benötigen, gerade deswegen ist die Zusammenarbeit so wichtig." Die funktioniere weitestgehend auch mit den Entscheidungsträgern vor Ort. "Ich sehe ein starkes Bemühen und man ist kooperativ im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten. Das gelte mit Abstrichen auch für den Denkmalschutz. "Man reagiert dort schon sensibler, aber es ist immer noch Verbesserungsbedarf da", sagt die Behindertenbeauftragte. Das seien zwar nach wie vor immer lange Kämpfe, "aber der Weg ist das Ziel".
Text und Foto: Sebastian Garthoff / 16.09.11 / TA

Klaus Everhardt ist mit Herz und Seele
Sondershäuser Beauftragter für Behinderte

Zur der letzten Sitzung des Stadtrates Sondershausen am 7. Juli 2011 konnte Klaus Everhardt als Behindertenbeauftragter der Stadt im Bericht des Behindertenbeirates vor den Stadträten Positives, aber auch Kritisches vermerken. Everhardt wünschte sich u. a., dass sich die Stadträte auch mal bei den Sitzungen des Behindertenbeirats blicken lassen würden. Zumindest wurden erst mal Telefonnummern ausgetauscht. Schön wäre es, so Everhardt, wenn der Behindertenbeirat im Stadtrat ein Rederecht hätte, um Probleme schneller direkt an die Stadträte zu bringen.
Klaus Everhardt ist niemand, der mit dem Kopf durch die Wand geht. Aber hartnäckig, das ist er. Das muss er auch sein in seiner Funktion als Behindertenbeauftragter der Stadt Sondershausen.
Seit Ende der 90er-Jahre setzt sich der gebürtige Berliner für die Belange von

Unser Mitglied Klaus Everhardt engagiert sich seit Jahren für Barrierefreiheit in Sondershausen

körperlich und geistig beeinträchtigten Menschen ein. Damals, als er nach Sondershausen kam, meldete er sich beim VdK-Kreisvorstand und bot seine ehrenamtliche Mitarbeit an. Von Anfang an engagierte er sich besonders auf dem Gebiet der Barrierefreiheit. Als berufener Bürger im Bauausschuss der Stadt ist er seit Jahren Schnittstelle zwischen Betroffenen und Verantwortlichen.
Laut Statistischem Landesamt gibt es im Kreis über 7.200 Behinderte. Eine Studie des Kreisjugendrings stellte dem Kreis vor. einigen Jahren ein denkbar schlechtes Zeugnis aus, was seine Barrierefreiheit angeht. Am besten habe noch Sondershausen abgeschnitten, wo man Behörden, Einkaufsmöglichkeiten und Parks' als uneingeschränkt behindertengerecht bezeichnen konnte.
Die Studie erfolgte in Eigeninitiative, eine Abstimmung mit den Behindertenverbänden habe es damals nicht gegeben, sagt Klaus Everhardt: Er selbst weiß, wo es hakt. Der vor wenigen Jahren berufene Behindertenbeirat von Sondershausen kommt alle zwei Monate zusammen. Zu ihm gehören der Behindertenverband, der Verband der Blinden und Sehbehinderten, der Verband Tinnitusbetroffener und der VdK.
Die Mitgliederzahl dieser Verbände in Sondershausen beträgt zusammen etwa 1.000. Hier werden Probleme diskutiert und Lösungsmöglichkeiten entworfen.
Erst kürzlich erreichte man, dass die Fußgängerampel an der Sparkasse auch sonn- und feiertags in Betrieb ist. "Das sind immer lange Prozesse, deren Erfolg vom Geld und von Leuten, die sie begleiten, abhängen", sagt Everhardt und fügt hinzu: "Die einzelnen Verbände sind voll verantwortlich dafür mitzuteilen wo die Probleme liegen."
Das sei nicht immer selbstverständlich. "Es gehört zur Mentalität von Behinderten, dass sie sich nicht richtig trauen." Die Zusammenarbeit mit der Stadt bezeichnet Everhardt indes als einwandfrei, man sei dort immer ansprechbar, aber er weiß auch: "Denkmalschutz ist für Behinderte die größte Bremse. Da spielt nicht immer die Logik die größte Rolle." Mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten schrieb man sich giftige Briefe. Am Ende setzte sich Everhardt durch, unter anderem mit der Anbringung
einer Schräge an der Trinitatiskirche.
Drei Jahre will der 75-Jährige noch als Behindertenbeauftragter arbeiten. Bis dahin sollte schon ein Nachfolger gefunden sein, der auch bautechnisches Verständnis mitbringt.
Sebastian Garthoff, KA 13.08.2011/VdK

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  1. Grafik zeigt Logo von Destatis | © Statistisches Bundesamt
  2. Gruppe vor Denkmal | © kn/k-hh
  3. Bauarbeiten | © Dok LRA
  4. . | © khh
  5. Treppe | © dpa
  6. Log online-Handbuch | © evz
  7. Graues rechteckiges Schild, auf dem neben einem VdK-Logo und einem großen blauen Häkchen "barrierefrei erbaut" zu lesen ist | © VdK Kv NTh
  8. Goldi Morcinek auf einer Außentreppe des Bad Frankenhäuser Rathauses stehend
  9. Portrait von Klaus Everhardt

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