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Aktuelles 2015 aus unserem Einzugsgebiet

Im Osten ist Altersarmut programmiert

Zwickau. Die Linken rechnen in den kommenden Jahren mit einer drastischen Zunahme von Altersarmut in Ostdeutschland.
"Die Bundesregierung rennt sehenden Auges in eine Katastrophe und unternimmt nichts gegen eine Entwicklung, vor der Sozialverbände immer wieder warnen", sagte Sabine Zimmermann, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der Linken im Bundestag, der Deutschen Presse- Agentur. Lange Zeiten von Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne ließen die Betroffenen mit Erreichen des Rentenalters in die Armut abrutschen. Ihre Rente liege dann unterhalb des Sozialhilfeniveaus.
Um den Ruhestand ohne Existenzängste genießen zu können gelte es, das Rentenniveau auf mindestens 53 Prozent zu erhöhen. In den 1970er Jahren habe man noch 70 Prozent vom letzten Netto-Verdienst als Rente bezogen. Zudem gehörten Kürzungsfaktoren und die Rente ab 67 abgeschafft. Zimmermann forderte eine ?Solidarische Mindestrente? von 1.050 Euro netto und eine Angleichung der Rentenwerte Ost und West.
Dringender Handlungsbedarf bei Langzeitarbeitslosen
Als Folge der Entwicklung sieht die Politikerin auf Deutschland immer mehr Sozialleistungen zukommen. ?Das hat aber nichts mit einem Sozialstaat zu tun. Soziale Politik wäre, die Bedingungen dieser Entwicklung zu verändern.? Zimmermann sieht auch dringenden Handlungsbedarf bei Langzeitarbeitslosen ? Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. Davon sind bundesweit etwa eine Million Menschen betroffen. Für diesen Personenkreis muss nach Ansicht der Linken ein öffentlicher Beschäftigungssektor her.

© VdK

"Wir wollen eine Vermittlung auf Augenhöhe, die Betroffenen sollen nicht als Bittsteller in den Arbeitsämtern stehen", sagte Zimmermann. Das bedeute auch, dass Langzeitarbeitslose einen Rechtsanspruch auf bestimmte Maßnahmen wie Qualifizierung brauchen. Bundesweit sind 38,5 Prozent der Arbeitslosen langzeitarbeitslos, 49 Prozent der Betroffenen beziehen Hartz IV schon vier Jahre und länger.
dpa / 21.12.15 / TA

VdK Junioren besuchen Grenzlandmuseum in Teistungen

Mitte Oktober trafen sich ca. 30 Juniorenvertreter und Interessierte des Bezirksverbandes Thüringen Nord zum 4. Bezirksjuniorenforum (Erfahrungsaustausch) in der Bildungsstätte des Grenzlandmuseums in Teistungen.
Der Bezirksverband Thüringen Nord besteht aus den 4 Kreisverbänden Nordthüringen, Sömmerda, Unstrut-Hainich und Eichsfeld, so dass bei dem Treffen Vertreter der verschiedenen Kreise anwesend waren.

VdKler in Teistungen© R.Römer

Ronald Römer als Bezirksjuniorenvertreter eröffnete die Veranstaltung und begrüßte als Gäste Petra Bröhl (Referentin für Junioren - u. Selbsthilfearbeit) aus Frankfurt a.M., sowie den Bezirksvorsitzenden und die anwesenden Kreisvorsitzenden.
Der Bezirksvorsitzende Dietmar Buchardt ließ es sich nicht nehmen ein paar Grußworte zu sagen. Er freute sich, dass das Bezirksjuniorenforum im Eichsfeld stattfindet und wies daraufhin, dass wir uns an einem Geschichtsträchtigen Ort befinden.
Danach stellte Petra Bröhl sich und ihr Aufgabengebiet vor. Sie meint es ist eine tolle Sache hier, denn in der Größe hat sie eine Veranstaltung für Juniorenvertreter und Interessierte auf Bezirksebene noch nicht erlebt. Hauptaufgabe in der Juniorenarbeit ist zu klären, wo Probleme sind und konkrete Ideen entwickeln wie wir die Juniorenarbeit voran treiben können. Kleine Schritte sind wichtig und einiges wurde schon erreicht wie z. Bsp. die Landesjuniorenkonferenz (Erfahrungsaustausch zwischen Bezirks-u. Kreisjuniorenvertretern aus Hessen und Thüringen), Schulungen für Juniorenvertreter, eine Juniorenseite im Internet auf der Landesverbandsseite und Material gibt es auch schon den Leitfaden, Flyer und Buch "Käpt' Kork fliegt davon".
Im Erfahrungsaustausch ging es dann um die Probleme vor Ort. Es stellte sich heraus, dass schon Juniorenarbeit betrieben wird, aber nicht immer als solche bezeichnet und nicht veröffentlicht.
Ronald Römer berichtete noch kurz über seine Arbeit als Kreis-und Bezirksjuniorenvertreter.
Dietmar Buchardt dankte den 4 Kreisjuniorenvertretern Claudia Jeschek, Lothar Kolle, Annette Müller und Ronald Römer für ihre geleistete Arbeit mit einer Flasche Sekt.
Danach ging es nach nebenan zum Grenzlandmuseum, wo erst mal ein Gruppenbild gemacht wurde. Das Museum versteht sich als Mahn - und Erinnerungsstätte.
In einer 1 ½ stündigen Führung berichtete uns Herr Brandt über die Entstehung des Museums und die Geschichte in den einzelnen Räumen. Hier erfährt der Besucher anhand verschiedener Original-Exponate, welche technischen Entwicklungen zur Grenzsicherung genutzt wurden. In Original-Räumen, wie der Personenkontrollschleuse, dem Nachrichtenraum und den Arrestzellen sind Überwachung und Kontrolle spürbar und geben einen Eindruck, mit welcher Gewalt die Grenze gesichert wurde. Einen kleinen Konsum kann man auch sehen.
Wer Lust hat kann den Grenzlandweg - 6km langer Rundweg mit 24 Infopunkten und zum Teil original erhaltene Grenzsperranlagen und einen Beobachtungsbunker besichtigen, dafür hatten wir leider keine Zeit.
Es war eine rundum gelungene Veranstaltung und noch mal vielen Dank an alle beteiligten Vdkler für die Unterstützung bei der Vorbereitung.
Ina Römer

Erweiterte Kreisvorstandssitzung mit Karola Stange

© ThLt

Die nächste Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes ist für den 17. September 2015 in der Begegnungsstätte des Behindertenverbandes in Sondershausen Am Schlosspark 19 angesagt. Zu dieser Sitzung hat sichh u. a. Karola Stange, Mitglied des Thüringer Landtages, angesagt.
Neben der ehrenamtlicchen Arbeit des VdK-Kreisverbandes im Allgemeinen interessiert sie sich besonders für das Engagement des VdK-Kreisverbandes für Menschen mit Behinderungen und Barrierefreiheit, speziell für die Erfahrungen im Rahmen der alljährlich von der Aktion Mensch in diesem Rahmen geförderten Aktion. Mit Interesse erwarten die VdK-Mitglieder von ihr Ausführungen zur Behindertenpolitik der Thüringer Landesregierung, der Neubesetzung des Behindertenbeauftragten, und dem neuen Gleichstellungsgesetz.

Vereinsfest in Grüningen

Grüningen bei Greussen, lud, am 29.08.2015 , zu seinem Vereinsfest ein. Der Kreisverband Nordthüringen des VdK war mit seinem Info-Stand vor Ort. Interessierte konnten sich zum Kreisverband und zu bestimmten Themen, z.B. Barrierefreiheit, informieren.

Bernd Reiber, Katja Strohmeyer, Hans Dieter Dünkel und Ina Römer (von links nach rechts)© R.Römer

Es gab auch ein Quiz, woran sich die anwesenden Vereine mit je 3 Fragen beteiligten. Die Preise wurden von den einzelnen Vereinen gestellt. Der Kreisverband stellte eine Überraschungstüte mit Wasserball, Kuli, Süßes und ein paar andere Kleinigkeit, zur Verfügung. Der Info-Stand wurde von Bernd Reiber, Hans Dieter Dünkel, Katja Strohmeyer, sowie Ina und Ronald Römer betreut.

Frauenvertreter des VdK Bezirksverbandes in Mühlhausen

Pünktlich 14.00 Uhr am 26. August begrüßte Ursula Meyer, Vorsitzende des VdK Ortsverbandes "unterm Stein" und Kreisfrauenvertreterin des Unstrut- Hainich Kreises, die aus allen Verbandsstufen des VdK Bezirksverbandes Thüringen Nord angereisten Teilnehmerinnen des diesjährigen Frauenforums in der Klingemühle in Mühlhausen.
Das jährlich an wechselnden Orten stattfindende Frauenforum ist die Veranstaltung auf Bezirksebene zum Erfahrungsaustausch der Vertreterinnen der Frauen in den Vorständen unserer Verbandsstufen.

Frauenforum 2015© R.Römer

Nach einem kurzen Film zur Vorstellung der Klingemühle und dem Verein MühlenHaus begrüßte Christian Fliegner als Vorsitzender des Gastgebenden Kreisverbandes und in Vertretung des Vorsitzenden des Bezirksverbandes die Vertreterinnen der Verbandsstufen.
Er dankte im Namen des Bezirksvorstandes insbesondere den Kreisfrauenvertreterinnen und der Bezirksfrauenvertreterin für die Vorbereitung der Veranstaltung und der im vergangenen Jahr geleisteten Arbeit und gab einen Überblick zur Verbandsarbeit im Unstrut-Hainich Kreis.
Ingrid Müller, Vertreterin der Frauen im Bezirksvorstand des VdK Nordthüringen berichtete vom Treffen der Frauenvertreter auf Landesverbandsebene und der Aktivitäten im Bezirk.
Nach Kaffee und Kuchen und angeregtem Erfahrungsaustausch brach man gegen 15.30 Uhr zu einer gemeinsamen Stadtrundfahrt mit der Tschu Tschu Bahn der Regionalbus GmbH durch unser schönes Mühlhausen auf.

gemeinsamen Stadtrundfahrt mit der TschuTschu Bahn© R.Römer

Vom Stadtführer Walter Bütow geführt war selbst für Mühlhausen Kenner so manch neues und wissenswertes zu erfahren.
Entlang der Mühlhäuser Stadtmauer vorbei an vielem Sehenswerten in Mühlhausen führte die Fahrt über das Löwendenkmal und der Popperöder Quelle zurück zum Ausgangspunkt der Rundfahrt, die Klingemühle .
In einem waren sich die Teilnehmer am Ende des Tages einig. Das war eine gelungene Veranstaltung die die Frauen des Kreisverbandes Unstrut-Hainich da organisiert hatten und das lag nicht nur herrlichem Sommerwetter des Tages.

Hessischer Ministerpräsident ehrt VdK-Mitglieder

Hessischer Ministerpräsident Volker Bouffier ehrte anlässlich des Hessentages in Hofgeismar den stellvertretenden VdK-Landesvorsitzenden Dr. Günther Schnell aus Kassel mit dem Hessischer Verdienstorden.
Weiter wurden VdK-Mitglieder mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen geehrt.

https://www.hessentag2015.de/aktuelles/details/artikel/landestreffen-vdk-auf-dem-hessentag-in-hofgeismar.html

VdK fordert "Hessenpakt gegen soziale Spaltung"

Mehr als 5000 Teilnehmer bei Großkundgebung des Sozialverbands auf dem Hessentag
Landesvorsitzender Karl-Winfried Seif sprach vor mehr als 5000 Teilnehmern über: "Die Kluft zwischen Arm und Reich in unserer Gesellschaft, die immer mehr wächst. Immer größere Teile der Gesellschaft, auch der Mittelschicht, werden von Wohlstand und wirtschaftlicher Entwicklung abgehängt."
"Hessenpakt gegen soziale Spaltung"
Der VdK fordert, die Anstrengung zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen deutlich zu verstärken, Fördermaßnahmen wurden insbesondere im Rahmen des Sparpakets zur Finanzkrise gestrichen. Insbesondere Schwerbehinderte sind auch in Hessen überproportional stark von Arbeitslosigkeit betroffen.
Das Rentenniveau muss bei mindestens 50Der VdK fordert einen Mindestlohn von 10 Euro. Dies bedeutet einen Nettoverdienst von etwa 1.200 Euro im Monat. Es muss das Ziel sein, dass Arbeitnehmer von ihrem Monatsgehalt ihre Existenz sichern können.
Das trifft nicht nur in Hessen zu, sondern betrifft Thüringen und alle anderen Bundesländer.

"Wir waren dabei" - 25 Jahre VdK Thüringen

Der VdK Thüringen lud, am 28.Mai 2015 zu seiner Festveranstaltung anlässlich des 25. Gründungsjubiläum des VdK Thüringen e.V., nach Erfurt ein. Gäste waren aus allen sozialen Bereichen, aus der Politik und den einzelnen Kreis-und Ortsverbänden geladen.
Zu Auftakt des Festakt, 25 Jahre Sozialverband VdK in Thüringen, wurde der Kurzfilm "25 Jahre VdK Thüringen" vorgeführt. Danach eröffnete Gottfried Schugens, Stlv. Landesvorsitzender des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen den Festakt, die Gäste und Vertretern der Kreis-und Ortsverbänden wurde von Karl-Winfried Seif begrüßt.

Landesvorsitzender VdK Hessen-Thüringen Karl-Winfried Seif© B.Reiber

Festreden wurden gehalten vom Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow, von Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen.
Karl-Winfried Seif und Ulrike Mascher sprachen von den schwierigen Anfängen, von Erfolgen und Rückschlägen. Doch in den Jahren schmolzen beide Verbände eng zusammen. Jetzt stehen 20.592 Mitglieder (Stand: 26.Mai 2015) zu Buche und das Durchschnittsalter wurde auf 60 Jahre gesenkt. Der Weg ist der Richtige. Aber es gibt noch viele Hindernisse die gemeinsam überwunden werden müssen, z.B. die Schaffung einer flächendeckenden Ortsverbandsstruktur, die Stärkung ehrenamtlicher Sozialrechtsberatung, der Ausbau der Betriebs-, Junioren und Selbsthilfearbeit und die Gewinnung von Mitglieder, das Ziel ist auch das Erreichen der 25.000 Mitgliedergrenze. Auch wurden sozialpolitische Forderungen an den Thüringer Landtag und die Thüringer Landesregierung gerichtet, wie die Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege für Bedürftige - Aktionsplan Pflege 2035, die Armutsbekämpfung, barrierefreies Wohnumfeld, es gäbe noch Vieles auf zu zählen.

Danksagung an verdiente VdK Mitglieder.© B.Reiber

Geehrt wurden verdiente Persönlichkeiten, wie Albrecht Engel, Jelka Wetzel , Dr. Claus Dieter Junker, Josef Krüger und Frank Konscholky.
Der VdK Hessen-Thüringen ist wie eine große Familie, wo jeder einen Platz findet. So gehen wir die nächsten Jahre mit viel Optimismus und Zuversicht an.

Vorsitzender Bezirksverband Nordthüringen Dietmar Buchardt© B.Reiber

Von unseren Kreisverband waren anwesend: Birgit Zörkler, Katja Strohmeyer, Doren Berner-Ose, Dietmar Buchardt und Bernd Reiber.
Nach den Festakte konnte eine Ausstellung zum Thema: "25 Jahre Sozialverband VdK in Thüringen" angeschaut werden.

Langzeitarbeitslose brauchen gezielte Unterstützung

© VdK Archiv

Deutschlands Wirtschaft brummt, aber die Langzeitarbeitslosen profitieren nicht davon. Dass Bundesministerin Nahles jetzt ein Förderprogramm für diese Gruppe auflegen will, ist begrüßenswert. Aber es geht nicht weit genug, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der heutigen öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag.
Die mit dem Konzept beabsichtigten befristeten Förderungen von insgesamt etwa 43.000 Menschen können aus Sicht des größten deutschen Sozialverbands keine langfristige Verbesserung der Situation bewirken. "Es ist eine neue Struktur in der Arbeitsmarktpolitik notwendig. Immer neue Projekte, befristete Programme und Maßnahmen für stark eingegrenzte Zielgruppen reichen nicht aus. Wir brauchen mehr Mittel zur Förderung nachhaltiger Programme zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen", so Mascher.
Derzeit gelten rund eine Million Menschen als langzeitarbeitslos, 700.000 im Westen Deutschlands und 300.000 im Osten. Wer länger als ein Jahr ohne Arbeit ist, gehört zu dieser Gruppe, aber auch Menschen, die oft zehn Jahre und länger arbeitslos sind. "Wenn Menschen so lange ohne eine feste Arbeit sind, dann führt dies häufig zu einer Reihe von Schwierigkeiten: Psychische und gesundheitliche Probleme, Entwertung der bisher erlangten Qualifikation und eine gesellschaftlich-kulturelle Isolation und Verarmung. Familien können daran zerbrechen und ganze Biografien zerstört werden", mahnt die VdK-Präsidentin.
Der VdK fordert daher die Schaffung eines dauerhaft geförderten Arbeitsmarkts mit tariflich entlohnten, sozialversicherungspflichtigen und arbeitsrechtlich abgesicherten Arbeitsplätzen für besonders benachteiligte Personengruppen. "Ein öffentlicher Beschäftigungssektor kann Langzeitarbeitslosen, die aufgrund von sozialen, psychischen oder gesundheitlichen Problemen keine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt haben, eine Perspektive bieten", so Mascher.
Darüber hinaus sollten die Mittel zur Eingliederung in den Jobcentern deutlich aufgestockt werden und gezielte Weiterbildungsmaßnahmen mit für den ersten Arbeitsmarkt verwertbaren Abschlüssen das Ziel sein. "Die große Mehrheit der Langzeitarbeitslosen will arbeiten. Und etliche engagieren sich in Vereinen und Initiativen ehrenamtlich, um die Zeit bis zu einer festen Stelle sinnvoll zu überbrücken. Wir sollten aber Menschen auf einem öffentlich geförderten Arbeitsmarkt die Chance geben, die Arbeitslosigkeit dauerhaft zu überwinden. Wir dürfen sie nicht zurücklassen und müssen sie gezielt nach ihren Fähigkeiten und Erfahrungen fördern?, betont Mascher.
Zur aktuellen Diskussion um die Verteilung der finanziellen Mittel an die Jobcenter sagt die VdK-Präsidentin: "Es ist kontraproduktiv, wenn verschiedene Gruppen von Arbeitslosen gegeneinander ausgespielt werden. Angesichts der guten Einnahmesituation des Bundes müssen ausreichend Gelder zum wirksamen Abbau von Arbeitslosigkeit eingesetzt werden."

VdK: Weitere Nachbesserungen am Versorgungsstärkungsgesetz nötig

© VdK Archiv

"Es gibt zwar gute Ansätze im Gesetzentwurf, aber die geplante Strukturreform der medizinischen Versorgung hat weiter Nachbesserungsbedarf. Das erklärte Ziel der Bundesregierung, eine bedarfsgerechte, flächendeckende und gut erreichbare medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen, wird durch die geplanten Maßnahmen leider nicht erreicht", erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Hintergrund der Kritik ist die morgige Anhörung des Ausschusses für Gesundheit zum Gesetzentwurf der Bundesregierung.
Ein Fortschritt für Patienten seien die gesetzlichen Klarstellungen beim Krankengeld, die der VdK seit langem gefordert hat. ?Endlich wird die Versorgungslücke beim Krankengeldbezug geschlossen?, so Mascher. Bisher hatten Patienten, die etwa im Anschluss an einen Klinikaufenthalt am Wochenende arbeitsunfähig blieben, Probleme. Das hatte für Betroffene fatale Auswirkungen, weil sie aus dem Krankengeldbezug herausfielen. Versicherte sollen nun zukünftig den Anspruch auf Krankengeld behalten, soweit die Arbeitsunfähigkeitsfolgebescheinigung am nächsten Arbeitstag, der ein Werktag ist, ausgestellt wird. Krankenhäusern wird zudem die Möglichkeit eingeräumt, Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen. ?Es fehlt aber immer noch die Möglichkeit, rückwirkend krankzuschreiben. Dadurch verlieren jedes Jahr viele Menschen ihren Anspruch auf Krankengeld?, kritisiert die VdK-Präsidentin.
Ein weiterer Punkt im Versorgungsstärkungsgesetz umfasst die Einrichtung von sogenannten Terminservicestellen. Patienten mit einer Überweisung sollen binnen einer Woche einen Termin beim Facharzt erhalten. Die maximale Wartezeit darf vier Wochen betragen. "Die Ursache des Problems wird damit nicht behoben. Solange es für Ärzte lukrativer ist, Privatpatienten zu behandeln, werden gesetzlich Versicherte benachteiligt bleiben", so die VdK-Präsidentin. Deshalb fordert der VdK eine einheitliche Gebührenordnung für ambulante Ärzte und eine bessere Kontrolle der Individuellen Gesundheitsleistungen.
Der VdK begrüßt, dass die zahnmedizinische Versorgung für Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige verbessert werden soll. "Wegen ihrer mehrfachen Erkrankungen und eingeschränkten Mobilität haben sie häufig Transportprobleme und einen hohen Bedarf an fachärztlicher Versorgung in ihrem Pflegeheim oder im eigenen Zuhause", sagt Mascher.
Das Gesetz sieht auch vor, den Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen mit Behinderung zu verbessern. "Das darf keine unverbindliche Absichtserklärung bleiben, sondern muss im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention in die Tat umgesetzt werden", so die VdK-Präsidentin. Wichtig seien beispielsweise Fördermöglichkeiten für den Umbau bestehender Praxen. ?Immer noch ist die Mehrheit der Arztpraxen nicht barrierefrei?, betont Mascher.
verantwortlich: Cornelia Jurrmann

Nachbesserungen im Präventionsgesetz

© kobinet/omp

Berlin (kobinet) Das geplante Präventionsgesetz bringt nach Ansicht des Sozialverbands VdK Deutschland (VdK) nur kleine Verbesserungen, erfülle aber die Erwartungen immer noch nicht. So kommentiert Ulrike Mascher, die Präsidentin des Verbands die gestrige 1. Lesung des Gesetzentwurfs im Deutschen Bundestag.
Zwar sollen die Krankenkassen ab 2016 pro Versichertem im Jahr sieben Euro statt rund drei Euro für Präventionszwecke ausgeben, aber die Verteilung der Mittel stellt der VdK in Frage. "Man beschränkt sich weiter auf punktuelle Leistungsverbesserungen. Insgesamt sind Prävention und Gesundheitsförderung im Bereich der Krankenversicherung auch dann noch unterfinanziert. Sie sind aber gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Alle Sozialversicherungsträger und die private Kranken- und Pflegeversicherung müssen in die Pflicht genommen werden", so Ulrike Mascher.
Der VdK kritisiert vor allem, dass mit dem Präventionsgesetz Bevölkerungsgruppen wie Langzeitarbeitslose, Ältere oder Menschen mit Behinderung kaum erreicht werden. Dabei würden diese in besonderem Maße von Vorsorge profitieren. "Es ist beispielsweise hinreichend bewiesen, dass Prävention bei Älteren einer Pflegebedürftigkeit vorbeugt oder diese zumindest abmildert und damit enorme Kosten für die Pflege- und Krankenkassen einspart", stellt Ulrike Mascher fest.
Der VdK begrüßt zwar, dass die Pflegekassen Präventionsleistungen in voll- und teilstationären Einrichtungen erbringen müssen. "Es ist aber nicht nachvollziehbar, dass der Präventionsauftrag der Pflegeversicherung nur auf diesen Bereich beschränkt wird. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten zu Hause versorgt. Auch dort sind Präventionsleistungen notwendig", so die VdK-Präsidentin. Angebote wie etwa die Sturzprophylaxe müssten noch viel häufiger bei den Betroffenen ankommen. Dazu gehöre auch, den präventiven Hausbesuch in den Pflichtleistungskatalog der Krankenversicherung aufzunehmen. "Der Hausarzt muss als Präventionslotse fungieren und individuelle präventive Maßnahmen verordnen dürfen. Dafür muss aber auch die bessere Qualifizierung der Ärzte und Medizinstudentinnen und -studenten hinsichtlich Gesundheitsförderung und -beratung gewährleistet sein.?
21. März 2015, Ottmar Miles-Paul

Wachsende soziale Spaltung in Hessen und Thüringen
Der Sozialverband VdK ist tief besorgt

Angesichts der vom Paritätischen Wohlfahrtsverband veröffentlichten Zahlen zur Armutsentwicklung in Deutschland äußerte sich der Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen, Karl-Winfried Seif, sehr besorgt. Laut aktueller Daten ist die Armutsgefährdungsquote in Hessen von 12,1 Prozent im Jahre 2010 auf 13,7 Prozent im Jahre 2013 gestiegen, in Thüringen von 17,6 auf 18,0 Prozent.
"Der wirtschaftliche Erfolg kommt leider nur bei einem kleinen Teil der Bevölkerung an. Niedriglohn und sinkende Renten sind eine reale Bedrohung für viele Menschen. Die Politik muss zur Kenntnis nehmen, dass die Gesellschaft kontinuierlich an Zusammenhalt verliert", so Seif.

© VdK

Besorgniserregend ist es aus Sicht des VdK, dass durch explodierende Mieten und Energiekosten viele Menschen unverschuldet immer mehr unter Druck geraten. Auch die stetig steigende Anzahl von Menschen, die auf private Lebensmittelspenden der Tafeln angewiesen sind, ist aus Sicht des Verbandes nicht akzeptabel. Insbesondere Bezieher von kleinen Renten und niedrigen Löhnen geraten bei der Sicherung ihrer Existenzgrundlagen immer stärker unter Druck.
"Mit Blick auf die jüngeren Generationen besorgt es uns zutiefst, dass besonders alleinerziehende Frauen, Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor und Langzeitarbeitslose nicht nur jetzt, sondern auch im Alter zunehmend von Armut bedroht sind", betont Karl-Winfried Seif.
Philipp Stielow, Pressesprecher

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  1. Logo Armut | © VdK
  2. VdKler | © R.Römer
  3. Porträt Karola Stannge | © ThLt
  4. Info-Stand | © R.Römer
  5. Frauen des VdK | © R.Römer
  6. Kleinbahn | © R.Römer
  7. Landesvorsitzender VdK Hessen-Thüringen Karl-Winfried Seif | © B.Reiber
  8. Danksagung an verdiente VdK Mitglieder. | © B.Reiber
  9. Zuschauer | © B.Reiber
  10. Porträt Mascher | © VdK Archiv
  11. Porträt Mascher | © VdK Archiv
  12. Paragraphen | © kobinet/omp
  13. Die Kluft wächst | © VdK

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