Url dieser Seite: http://vdk.de/kv-freudenstadt/ID181363
Sie befinden sich hier:

"Im Mittelpunkt steht der Mensch"

Schwarzwälder-Bote 15. April 2018
von Waltraud Günther

Vor 70 Jahren wurde im Kreis Freudenstadt der "Kreisverband der Körperbeschädigten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen" gegründet. Inzwischen ist daraus auf Kreisebene der moderne Sozialverband VdK entstanden, dem 23 Ortsvereine angegliedert sind.

Freudenstadt. Im Kreis Freudenstadt gehören dem VdK 3000 Mitglieder an. Welche wichtige Bedeutung heute der Sozialverband hat, wurde bei der gut besuchten Festveranstaltung im Kurhaus Freudenstadt spürbar. Alle Grußworte verdeutlichten, dass heute eine schlagkräftige Interessenvertretung für alle sozialen Bereiche, ein umfassender und qualifizierter Sozialrechtsschutz und vielfältige Fachinformationen notwendiger sind denn je.

Dass der VdK daneben immer schon ein Verband ist, bei dem auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, wurde in den Grußworten ebenfalls deutlich. So bekannte Landrat Klaus Michael Rückert, dass er als Kind davon überzeugt war, dass der VdK ein Ausflugsunternehmen sei. Als kleiner Junge sei er von seinen Großmüttern regelmäßig auf VdK-Ausflüge mitgenommen worden. Rückert schätzte den VdK als Verband, der die Stimme erhebt für alle diejenigen, die es nicht können. Er dankte dem Kreisverbandsvorsitzenden Oswald Zink für seine jahrzehntelange engagierte Arbeit.

Dankesworte vom Landtagsabgeordneten

Den Dankesworten schloss sich auch Landtagsabgeordneter Norbert Beck (CDU) in seinem Grußwort an. Er ging auf die Notwendigkeit der Verbandsgründung nach dem Leid des Zweiten Weltkriegs ein und stellte klar, dass 70 Jahre später zusätzliche Personengruppen und Aufgaben dazu gekommen sind. Dass dies in der Tat so ist, belegte das Referat von VdK-Landesverbandsgeschäftsführer Hans-Josef Hotz. In seiner Ansprache "Soziale Spaltung stoppen – im Mittelpunkt steht der Mensch" erläuterte er die fünf Kernforderungen seines Verbands: Rente müsse zu einem würdigen Leben reichen, Armut müsse aktiv bekämpft werden, Gesundheit und Pflege müsse für alle bezahlbar sein, Behinderung dürfe kein Nachteil sein und Vermögen müsse in Deutschland gerechter verteilt werden.

Wie Hotz ausführte, lasse sich Deutschland auf zwei unterschiedliche Arten beschreiben: Als ein Land, in dem die Wirtschaft brummt, das Exportweltmeister ist und in dem Überschüsse erzielt werden. Leider aber auch auch als Land, in dem 1,6 Millionen Kinder von Hartz IV leben, in dem 350?000 Rentner regelmäßig Suppenküchen besuchen müssen und in dem Altersarmut und prekäre Beschäftigungen zunehmen. Für Hotz ist Deutschland auch ein Land, in dem Bildung an fehlenden Lehrkräften und kaputten Schulen scheitert und in dem eine zunehmende Zweiklassenmedizin und ein wachsender Pflegenotstand zu beklagen ist. Eindringlich rief Hotz dazu auf, diese soziale Spaltung zu stoppen. Er verwies auf die Erfolge des VdK, der jährlich rund 60?000 Ratsuchende betreue und der für seine Mitglieder in über 4000 Prozessen über neun Millionen Euro Nachzahlungen erstreite.

OB Osswald lobt gute Zusammenarbeit

Für den VdK-Bezirksverband Südwürttemberg-Hohenzollern überbrachte Jürgen Neumeister die Glückwünsche zum Jubiläum. Diese untermauerte er mit einem Scheck für den Verein. Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Julian Osswald dankte Oswald Zink für die gute Zusammenarbeit und verwies auf wichtige gemeinsame Projekt wie das Vorhaben "Weg mit den Barrieren". Nachdenkliche Worte zur Totenehrung fand Kreisfrauenvertreterin Annerose Trost. Umrahmt wurde die Jubiläumsveranstaltung duch musikalische Beiträge der beiden Musikerinnen Ana-Maria Falan, Violine, und Julia-Laura Andrei, Klavier.

In seiner Festrede gab Kreisvorsitzender Oswald Zink einen Rückblick auf die bewegte Vereinsgeschichte des Sozialverbands. Die Wurzeln des VdK-Kreisverbands Freudenstadt reichen bis in das Jahr 1946 zurück. Damals wurde der "Verband für Körperbeschädigte, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebene" gegründet. Hans Blötscher aus Freudenstadt, einem doppelschenkelamputierten Kriegsheimkehrer, gelang es in den schwierigen Jahren der Nachkriegszeit am 30. März 1948 einen VdK-Ortsverband und am 19. September 1948 den VdK-Kreisverband zu gründen. Seit 1. Februar 1995 leitet Oswald Zink den Verband.

Für Zink zeigen die vielen neuen Mitglieder, dass der VdK längst "nicht mehr ein Veteranenverein ist, sondern ein Sozialverband für alle Behinderten und Nichtbehinderten geworden ist". Mit dem Versprechen auch zukünftig alles zu tun, um den Mitgliedern zu ihrem Recht zu verhelfen, beendete er seine Rede.

Quelle:
https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.freudenstadt-im-mittelpunkt-steht-der-mensch.0861d001-5111-4eae-ba9b-ddd293cd8e92.html

Bildrechte einblenden

Bildrechte auf der Seite "https://www.vdk.de/kv-freudenstadt/ID181363":

    Liste der Bildrechte schließen