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Bundesweite VdK-Kampagne "Pflege geht jeden an"
Sozialverband macht sich für pflegende Angehörige stark

"Pflegende Angehörige haben keine Lobby, und genau das wollen wir mit unserer Kampagne ändern", sagte der VdK-Vizepräsident Roland Sing zum Auftakt der bundesweiten VdK-Kampagne "Pflege geht jeden an". Vor allem die Betreuung Demenzkranker in der Familie müsse nach Meinung des Sozialverbans VdK deutlich verbessert werden.

Da viele Demenzkranke keine Pflegestufe zuerkannt bekämen, gäbe es auch kein Pflegegeld. "Maximal 200 Euro monatlich können hier aus der Pflegekasse bezahlt werden. Für eine oft 24-Stunden-Betreuung ist das so gut wie nichts", erläuterte Sing.

In Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des Sozialverbands VdK rund 240.000 pflegebedürftige Menschen. Gut 150.000 würden zu Hause gepflegt. "Pflege ist ohne pflegende Angehörige nicht denkbar. Pflegende Angehörige leisten über Jahre hinweg physische und psychische Schwerstarbeit - bei der Pflege der Eltern, des Partners oder des behinderten Kindes", betonte Roland Sing. Dieses Engagement verdiene höchste - auch finanzielle - Anerkennung. Pflegende Angehörige entlasteten die Beitrags- und Steuerzahler um Milliardenbeträge, denn in vielen Familien werde gering oder gar nicht bezahlte Pflegearbeit geleistet. "So wird eine kostenintensive professionelle und vor allem stationäre Pflege vermieden", hob der VdK-Vizepräsident hervor.

Ohne pflegende Angehörige müsse der Beitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung von 1,95 Prozent des Bruttolohns auf 4,5 Prozent bis zum Jahr 2030 steigen.

Der VdK appelliert mit seiner Kampagne "Pflege geht jeden an" an die Bundesregierung, pflegende Angehörige bei der Reform der Pflegeversicherung angemessen zu berücksichtigen und als eine wichtige Stütze des Sozialsystems zu stärken. "Wer die Pflege behinderter und älterer Menschen sicherstellen will, muss Familien entlasten", bekräftigte Roland Sing und erneuerte die pflegepolitischen VdK-Forderungen:

  • Umsetzung des seit 2009 überarbeiteten Pflegebedürftigkeitsbegriffs, um auch den demenzkranken Menschen besser gerecht werden zu können;
  • Zügiger und flächendeckender Ausbau der Pflegestützpunkte, um Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen eine wohnortnahe und neutrale Beratung bieten zu können;
  • Schaffung kostenfreier Entlastungsangebote etwa in der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege;
  • Umsetzung des Grundsatzes "Reha vor Pflege" durch mehr Angebote für geriatrische Rehabilitation und Prävention, damit ältere Patienten länger selbständig leben können;
  • Schaffung eines Anspruchs auf Pflegezeit analog der Elternzeit inklusive eines Rückkehrrechts in die Vollzeiterwerbstätigkeit;
  • Anhebung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige, um vor allem pflegende Frauen vor Altersarmut zu schützen;
  • Beibehaltung und Stärkung der solidarischen Finanzierung der Pflegeversicherung und klare Absage an eine kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung.

Der Sozialverband VdK will im Rahmen seiner Kampagne "Pflege geht jeden an" die breite Öffentlichkeit erreichen. Dafür stellt er umfangreiches Material zur Situation von pflegenden Angehörigen zur Verfügung. Sie können auf der Website www.pflege-geht-jeden-an.de abgerufen werden.

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