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Barrierefreiheit I

Plakette des Sozialverbandes VdK Hessen-Thüringen
"barrierefrei erbaut"

Plakette bearrierefrei erbaut

© Plakette bearrierefrei erbaut

Der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen setzt sich aktiv auf allen Ebenen für eine barrierefreie Gestaltung der Umwelt ein. Ob bauliche Hürden oder ein barrierefreies Internet: Der Sozialverband Hessen-Thüringen fordert eine volle Zugänglichkeit für alle Menschen. Von Barrierefreiheit profitieren behinderte, chronisch kranke und ältere Menschen, aber auch Familien sowie Mütter mit ihren Kindern.

Dazu gehören:

  • barrierefreies Planen und Bauen
  • barrierefreies Wohnen und Leben
  • barrierefreies Reisen
  • Barrierefreies Internet

Was bedeutet Barrierefreiheit?
Seit einiger Zeit tauchen neben dem Begriff "barrierefrei" vermehrt irreführende Begrifflichkeiten wie "seniorenfreundlich", "alter(n)sgerecht", "behindertenfreundlich" oder "rollstuhlgerecht" auf.

Definition von Barrierefreiheit

Rollstuhlfahrer

© Rollstuhlfahrer

Im Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) ist "barrierefrei" folgendermaßen definiert:

"Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind."

Im öffentlichen Bereich regelt die DIN 18024 bzw. zukünftig die DIN 18040, Teil 1 eindeutig, was unter "barrierefrei" zu verstehen ist. Im Wohnungsbau dagegen wird in der DIN 18025 genauso wie in der zukünftigen DIN 18040, Teil 2 noch mal unterschieden zwischen "barrierefrei" und "rollstuhlgerecht".

Ganz aktuell wird auch in der "UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" über Barrierefreiheit (hier: "universelles Design") als eine Voraussetzung für inklusives Leben diskutiert: "(?) bedeutet ?universelles Design' ein Design von Produkten, Umfeldern, Programmen und Dienstleistungen in der Weise, dass sie von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können. ?Universelles Design' schließt Hilfsmittel für bestimmte Gruppen von Menschen mit Behinderungen, soweit sie benötigt werden, nicht aus."

(UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 2)

Hilfsmittel bilden keine Barrierefreiheit, sie sind nur als Hilfsmittel zu betrachten !

Dazu gehören Gebärdendolmetscher und Übersetzungen in "leichte Sprache" genauso wie Rampen, Aufzüge, breite Türen, Haltegriffe in den Sanitärräumen, Braille-Schrift u.v.m.

Bedeutet aber auch :
Was bedeutet Barrierefreiheit?
.
Rollstuhlfahrer brauchen Rampen ? das ist heutzutage auch Menschen bewusst, die nicht selbst Rollstuhl fahren. Doch anders als viele denken, reichen breite Türen und Rampen nicht aus, um Barrierefreiheit zu schaffen. Der Begriff ist vielfältiger und bezieht sich auf Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen und auf unter- schiedliche Lebensbereiche. Das macht auch die UN-Behindertenrechstkonvention deutlich, die den Aspekt der Barrierefreiheit im Artikel 9 festschreibt und die Vertragsstaaten dazu verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur Beseitigung von Hindernissen und Zugangsbarrieren zu treffen.

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude und Orte, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so gestaltet werden, dass sie allen Menschen zugänglich sind. Auch Menschen mit Behinderung sollen sie also ohne besondere Erschwernis und möglichst ohne fremde Hilfe benutzen beziehungsweise betreten können.

. Barrierefreiheit für alle
.
Auf alle Bedürfnisse gleichzeitig einzugehen, bedeutet hohen Aufwand und hohe Kosten ? und wird sich auch nicht immer umsetzen lassen. Doch Barrierefreiheit für alle ist das Ideal, dem sich die Realität annähern sollte. Zugunsten der Menschen mit Behinderung, aber auch mit Blick auf Menschen ohne Behinderung: So ist ein Aufzug auch eine Erleichterung für Senioren oder für Eltern mit Kinderwagen. Und was für Menschen mit (geistiger) Behinderung gut ist ? nämlich Texte in einfacher Sprache oder visuelle Darstellungen ? hilft auch vielen anderen: Menschen, die wenig Deutsch sprechen; Menschen, die noch nicht oder kaum lesen können; Menschen, die sich an einem Ort noch nicht auskennen.

! ! !

Für Menschen mit Behinderung bedeutet Barrierefreiheit viel mehr als zusätzlichen Komfort, nämlich etwas ganz Grundsätzliches: Sie können selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
.

Verfassung
des
Freistaats Thüringen

Artikel 2 Absatz 4
Menschen mit Behinderung stehen unter dem
besonderen Schutz des Freistaats. Das Land und
seine Gebietskörperschaften fördern ihre gleichwertige
Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft.

Gesetz zur Gleichstellung behinderter
Menschen

§ 1 Gesetzesziel
Ziel dieses Gesetzes ist es, die Benachteiligung von behinderten
Menschen zu beseitigen und zu verhindern sowie die gleichberechtigte
Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft zu
gewährleisten und ihnen eine selbstbestimmte Lebensführung zu
ermöglichen. Dabei wird besonderen Bedürfnissen Rechnung getragen.

§ 4 Barrierefreiheit
Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel,
technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der
Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen
und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete
Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein
üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne
fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

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