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6. Oktober 2008
"Armut isoliert, Armut grenzt aus, Armut macht krank, Armut verbaut Bildungschancen!" Mit einem landesweiten Aktionstag hat der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen am 4. Oktober 2008 auf die Armut "Made in Germany" eindringlich hingewiesen und an über 50 Info-Ständen in Städten und Gemeinden Unterschriften gesammelt.
Die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft werden damit aufgefordert, Konzepte zu entwickeln, um die Explosion einer sozial und gesellschaftlich tickenden Zeitbombe zu verhindern.
Die gesammelten Unterschriften werden am 9. Oktober 2008 um 13 Uhr an Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann vor dem Sozialministerium in Hannover übergeben.
An der Übergabe sind neben der VdK-Landesvorsitzenden Ute Borchers-Siebrecht und den Landesvorstandsmitgliedern auch die Vorsitzenden aller VdK-Kreisverbände aus Niedersachsen beteiligt. Danach wollen die Beteiligten noch mit der Sozialministerin über das Thema Armut diskutieren.
Die Medien sind dazu herzlich eingeladen.
30. Juni 2008
VdK-Stellungnahme
Stellungnahme zum 3. Armuts- und Reichtumsbericht - Die
wesentlichen Erkennisse des aktuellen Armuts- und
Reichtumsberichtes der Bundesregierung sind alarmierend: Die Schere
zwischen Arm und Reich ist in Deutschland immer mehr auseinander
geklafft. Lesen Sie hier ausführliche Stellungnahme des
Sozialverbands VdK Deutschland zu dem Bericht.
Stellungnahme
Aktion
gegen Armut<img src="/kv-bremen/img/00096381B1214991448.jpg"
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Bitte beachten Sie die folgende AFP-Meldung vom 22.07.2008 zum Thema "Armut":
Alleinerziehende und kinderreiche Familien von Armut
bedroht
Berlin (AFP) - Alleinerziehende und kinderreiche Familien in
Deutschland sind in besonderer Weise von Armut betroffen. Bei den
Alleinerziehenden beträgt die durchschnittliche
Armutsgefährdungsquote 26 Prozent, bei Familien mit drei und
mehr Kindern 13 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
In den kinderreichen Familien erhöhe sich das Einkommen in der
Regel nur noch durch das Kindergeld, häufig werde zudem nur
Teilzeit gearbeitet, hieß es zur Begründung. Besonders
hoch ist das Armutsrisiko demnach bei Alleinerziehenden mit drei
und mehr Kindern: Hier lag die Quote bei 42 Prozent.
Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2005. Den Angaben des Bundesamtes zufolge gingen 2007 deutschlandweit bei 51 Prozent der Familien mit zwei Elternteilen Mutter und Vater einer Erwerbstätigkeit nach. Nach der "klassischen" Rollenverteilung, bei der ausschließlich der Vater arbeiten geht, gestalteten 35 Prozent der Paare mit Kindern ihr Erwerbsleben. Eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei ein ausreichendes Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten,insbesondere für Kleinkinder. Bei den unter Dreijährigen haben die Eltern von rund 320.000 Kindern zum 15. März 2007 eine Betreuung in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege in Anspruch genommen. Der Anteil der Kinder in Tagesbetreuung an allen Kindern dieser Altersgruppe belief sich damit auf rund 16 Prozent. Im Jahr 2006 hatte die Betreuungsquote noch bei 14 Prozent gelegen.
Bei den Kindern zwischen drei und fünf Jahren hat sich der Anteil der betreuten Kinder an allen Kindern dieser Altersgruppe im März 2007 auf rund 89 Prozent erhöht, gegenüber 87 Prozent in 2006. Damit nutzten rund zwei Millionen Eltern ein solches Angebot.
Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes erfreut sich das 2007 eingeführte Elterngeld bei Vätern weiter wachsender Beliebtheit: Der Anteil der Väter, die für die Erziehung ihres 2007 geborenen Kindes Elterngeld erhielten, stieg im ersten Quartal 2008 auf 19 Prozent. Insgesamt wurden von Januar 2007 bis März 2008 720.000 Anträge bewilligt. Die Quote lag damit für den Gesamtzeitraum bei zwölf Prozent. Damit habe sich der Väteranteil gegenüber dem früheren Erziehungsgeld fast vervierfacht.
Bitte beachten Sie die folgende dpa-Meldung vom 22.08.2008
zum Thema
"Armut":
Verbraucherzentralen warnen vor wachsender Armut durch
Preisanstieg
Berlin (dpa) - Die Verbraucherzentralen haben vor wachsender Armut
in
Deutschland wegen des drastischen Preisanstiegs für Energie
und Lebensmittel
gewarnt. «Ich bin sicher, dass die Armutsschwelle bei
steigenden
Energiepreisen nach oben gehen wird», sagte der Chef des
Bundesverbands der
Verbraucherzentralen, Gerd Billen, der Deutschen Presse-Agentur dpa
in
Berlin. «Das Problem wird verschärft durch die
Lebensmittelpreise, die
meiner Meinung nach ebenfalls weiter steigen werden. Wenn nicht
gleichzeitig
die Einkommen steigen, wächst die Gefahr der Verarmung.»
Die Folge sei, dass
die Menschen beim Essen sparten. «Diese Gruppe wird in den
nächsten Jahren
größer werden.»
Die höheren Energiepreise führen nach Angaben des
Verbraucherschützers zu
großer Mehrbelastung. «Für einen Vier-
Personen-Haushalt haben die
steigenden Energiekosten dazu geführt, dass er über das
ganze Jahr gesehen
rund 1000 Euro mehr an Ausgaben für Strom, Heizung und Benzin
haben wird als
im letzten Jahr», sagte Billen. Es gebe schon jetzt mehrere
hunderttausend
Haushalte, denen pro Jahr der Strom abgestellt werde.
Die Lösung liegt für Billen aber nicht in
«Kampfpreisen» für
Lebensmittel, weil dies auf Kosten der Qualität oder der
Erzeuger geht. «Ich
habe viel Sympathie für das Anliegen der Milchbauern. Es geht
hier um einen
fairen Preis», sagte er.
Der oberste Verbraucherschützer hält ein
20-Milliarden-Euro- Programm zum
Energiesparen für nötig, um Konsumenten zu entlasten.
«Wir fordern, dass die
Bundesregierung hier erheblich mehr Geld in die Hand nimmt, um ein
wirksames
Klima- und Energieprogramm zu finanzieren», sagte Billen.
«Das ließe sich
zum Teil mit den Erlösen aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten
finanzieren.»
Mit zehn Milliarden Euro im Jahr könnten Hausbesitzer und
Wohnungsbaugesellschaften unterstützt werden. Bei mehr als 15
Millionen
Häusern, die saniert werden müssen, reichten keine
günstigen Kredite für
eine Heizung.
Fünf Milliarden Euro pro Jahr seien im Verkehr nötig.
«Statt die
Pendlerpauschale auszuweiten, plädieren wir dafür, mehr
Geld für den
öffentlichen Nahverkehr auszugeben und den Fernverkehr
auszubauen.» Mit zwei
Milliarden Euro solle unter anderem der Ausbau von Fernwärme
und dezentraler
Stromerzeugung gefördert werden, drei Milliarden sollten in
mehr Anreize für
Energiespargeräte fließen. «Deutschland ist ein
Land mit alten
Kühlschränken.» Das Durchschnittsalter liege bei 15
Jahren. Kurzfristig
könne ein Durchschnittshaushalt bis zu 20 Prozent Energie
sparen, etwa mit
Energiesparbirnen und dem Abschalten von Geräten über
eine Steckerleiste.
Gespräch: Marc-Oliver von Riegen, dpa