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Sozialverband wächst, Probleme wachsen auch
Bericht in der WAZ vom 8.8.2013

VON OLIVER KÜHN

Duisburg Von solch einem Mitgliederzulauf können andere Vereine und Organisationen nur träumen. Rund 3000 Personen stoßen jährlich zum Sozialverband VdK am Niederrhein, der sich für Kriegsopfer, Behinderte, Rentner und Sozialschwache in Duisburg sowie den Kreisen Wesel und Kleve einsetzt. Über 21 000 Menschen gehören zu diesem niederrheinischen Kreisverband, doch uneingeschränkt freuen kann sich der Vorstand darüber nicht. Denn das ungebrochene Interesse am VdK bedeutet auch, dass es den Menschen in Duisburg und Umgebung schlecht geht und dass das Armutsrisiko sich vergrößert. Das zeige sich laut VdK deutlich sowohl am gestiegenen Beratungsbedarf im Bereich des Schwerbehinderten- oder Rentenrechts, sowie an den steigenden Zahlen der Erwerbsminderungsrentner. Von deutschlandweit 1,65 Million betroffenen Menschen (330 000 in NRW) wohnen derzeit 974 in Duisburg, die von ihrer Erwerbsminderungsrente mit der durchschnittlichen Höhe von 716 Euro nicht leben können.

Zudem hätten sich die Ursachen für Erwerbsminderung verändert: Der Anteil psychischer Erkrankungen ist von 20 auf 40 Prozent gesunken, ebenso das Eintrittsalter, das jetzt im Schnitt bei 50,5 Jahren liegt. Auch sind immer mehr Frauen inzwischen betroffen.

Im Kampf gegen diese Situation sieht der Sozialverband neben der Gesetzeslage vor allem die mangelnde Ärzteversorgung als Problem: "Das Ruhrgebiet wird diskriminiert",sagt Landesverbands-Vize Horst Vöge. Bei der Bedarfsplanung für Ärzte und Fachärzte hat der Gemeinsame Bundesausschuss festgelegt, auf wie viele Einwohner wie viele Mediziner kommen dürfen. Das Ruhrgebiet wird dabei - das ist einmalig im Bund - als Sondergebiet eingestuft. Der VdK sieht darin eine "eklatante Ungleichbehandlung" der Region. Denn kommt andernorts ein Hausarzt auf 1671 Einwohner, steigt die Zahl im Ruhrgebiet auf 2134. Bei Fachärzten sieht die Situation noch schlechter aus, hier sind pro Mediziner 30 bis 60 Prozent mehr Menschen vorgesehen. Bei Nervenärzten ist die angesetzte Einwohnerzahl sogar mehr als doppelt so hoch wie sonst in Deutschland. "Darunter leiden vor allem die Älteren, Einkommensschwachen und Pflegebedürftigen", sagt Vöge.


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