19. September 2011
VdK-Pressemeldungen 2011

VdK: Pflegereform muss endlich auf den Weg gebracht werden

VdK-Präsidentin Mascher: "Koalitionsinterner Streit darf nicht länger auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden"

"Der koalitionsinterne Streit über die Finanzierung der Pflege darf nicht länger auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen werden und zu weiteren Verzögerungen führen", erklärte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, anlässlich heutiger Meldungen, nach denen sich die Reform der Pflegeversicherung weiter verzögern wird. "Es ist ein Skandal, dass sich im von der Regierung ausgerufenen Jahr der Pflege 2011 die Situation der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen nicht im Geringsten verbessert hat", sagte Mascher.

Zugleich erteilte die VdK-Präsidentin dem Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, der die Pflegeversicherung um eine kapitalgedeckte Zusatzversicherung erweitern will, erneut eine klare Absage. "Das Recht auf gute Pflege darf nicht von den finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen abhängen", betonte Mascher. Der VdK schlägt stattdessen eine geringe Anhebung des Pflegeversicherungsbeitrags vor. Dabei müssen auch die Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden. Zudem hält der VdK einen Solidarausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung für angemessen. "Gute Pflege ist ein Gebot der Menschenwürde, und diese darf nicht unter Kostenvorbehalt stehen. Die notwendigen Mittel sind vorhanden, sie müssen nur solidarisch verteilt werden", forderte Ulrike Mascher die Bundesregierung zum Handeln auf.

Vor allem die Situation pflegender Angehöriger sei unbefriedigend und stehe in keinem Verhältnis zu dieser schweren und wichtigen Aufgabe. Deshalb fordert der VdK, den Pflegebedürftigkeitsbegriff zu erweitern. Denn von vier Millionen Menschen, die zu Hause gepflegt werden, haben 2,5 Millionen, darunter viele Demenzkranke, keine Pflegestufe und erhalten so auch kein Pflegegeld aus der Pflegeversicherung. Ohne Pflegestufe gibt es für die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken keine Anrechnung von Rentenanwartschaften und auch keine Entlastungsangebote wie Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Dabei sind sie häufig rund um die Uhr – oft genug zum Nulltarif – im Einsatz. "Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, brauchen mehr Wertschätzung, Entlastung und Geld", so VdK-Präsidentin Mascher.

Mit seiner Kampagne "Pflege geht jeden an" appelliert der Sozialverband VdK an die Bundesregierung, pflegende Angehörige bei der Reform der Pflegeversicherung angemessen zu berücksichtigen. (Michael Pausder, Pressesprecher)

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