19. Mai 2010
VdK-Pressemeldungen 2010

VdK-Präsidentin Mascher: Rente mit 67 ist realitätsfern

Einstimmiges Votum des Bundesverbandstages in Berlin gegen die Rente mit 67

Der Sozialverband VdK verstärkt seine Aktivitäten, um die Einführung der Rente mit 67 zu verhindern. Die 200 Delegierten des zurzeit in Berlin stattfindenden Bundesverbandstags des VdK Deutschland sprachen sich einstimmig gegen eine Anhebung der Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Der VdK ist der größte Sozialverband in Deutschland und vertritt die Interessen der Rentner und älteren Arbeitnehmer.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher bezeichnete die Rente mit 67 als realitätsfern. „Tatsache ist, dass nur jeder zehnte Arbeitnehmer überhaupt bis 65 durchhält, immer noch die Hälfte aller Betriebe keinen einzigen über 50-Jährigen beschäftigt und die meisten Firmen keine Weiterqualifizierungsangebote für ihre älteren Mitarbeiter anbieten.“

Bezogen auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation sagte Mascher: „Wer heute mit über 50 seinen Job verliert, wird mit ziemlich großer Sicherheit keinen neuen Arbeitsplatz mehr finden, muss die Zeit bis zur Rente mit Hartz IV überbrücken und bei vorzeitigem Rentenbeginn hohe Abschläge bis zum Lebensende in Kauf nehmen. Unter diesen Bedingungen würde die Rente mit 67 viele Menschen in die Altersarmut treiben.“

Mascher weiter: „Natürlich gibt es Berufsgruppen, die bis 67 oder sogar 70 arbeiten können, wie zum Beispiel Bundesbanker, Anwälte oder Firmenchefs. Aber für Menschen, die mit niedrigen Löhnen in körperlich und psychisch belastenden Berufen arbeiten, ist das reine Utopie.“

Der Sozialverband VdK fordert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen auf, die Rente mit 67 in diesem Jahr ernsthaft zu überprüfen, so wie es das Gesetz vorgibt. „Erst wenn alle Berufsgruppen eine realistische Chance haben, bis 67 arbeiten zu können und zu dürfen, ist eine Anhebung der Regelaltersgrenze vertretbar.“ (Michael Pausder)

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