21. März 2016
Rente

Größte Rentensteigerung seit 23 Jahren - Mehr als 4 Prozent Plus

Die gut 20 Millionen Rentner können sich in diesem Jahr auf die stärkste Rentenerhöhung seit mehr als 20 Jahren freuen. In Westdeutschland steigt die Rente zum 1. Juli um 4,25 Prozent, im Osten um 5,95 Prozent. Das gab das Bundessozialministerium am Montag in Berlin bekannt.

© Imago/Michael Weber

Es ist die höchste Rentenerhöhung seit 23 Jahren. Bei einer Monatsrente von brutto 900 Euro bringt sie rund 38 Euro mehr im Westen und 54 Euro mehr im Osten. Die Erhöhung wird auch nicht durch die Preisentwicklung aufgefressen. Die Europäische Zentralbank erwartet eine Teuerungsrate von nur 0,1 Prozent in diesem Jahr.

Das Rentenplus wird durch die gute Beschäftigungslage und die gestiegenen Einkommen ermöglicht. Für die alten Länder wurde eine Lohnsteigerung von knapp 3,8 Prozent eingerechnet, für die neuen knapp 5,5 Prozent. Es gibt aber auch einen Sondereffekt: 2015 fiel die Erhöhung wegen einer Änderung bei der Lohnstatistik um rund einen Prozentpunkt niedriger aus. Dies wird nun ausgeglichen. Im vergangenen Jahr waren die Renten um 2,1 Prozent (West) und 2,5 Prozent (Ost) gestiegen.

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) sagte, die Rentner profitierten nun von der guten Arbeitsmarktlage und vom Wachstum. Die durch Umlagen finanzierte Rente bewähre sich. "Das ist eine gute Nachricht, gerade in Zeiten niedriger Zinsen." Der Beitragssatz bleibe in den kommenden Jahren bei 18,7 Prozent.

Die Kluft zwischen Ost- und Westrenten sinkt weiter - erkennbar an der Entwicklung des Rentenwerts, quasi der monatlichen Rente für ein Jahr Beschäftigung mit Durchschnittsentgelt. Im Osten beträgt der Wert nun 94,1 Prozent des Westwertes, bisher 92,6 Prozent. Denn im Westen steigt der Wert um 1,24 auf 30,45 Euro, im Osten um 1,61 auf 28,66 Euro. Zum 1. Juli will die Koalition prüfen, wie weit die bis Ende 2019 geplante Ost-West-Rentenangleichung gekommen ist.

VdK-Präsidentin: Rentner starten mit immer kleineren Einkommen in den Ruhestand

Opposition und Sozialverbände kritisierten das längerfristig sinkende Rentenniveau. Das ist das Verhältnis zwischen Arbeits- und Renteneinkommen. Es soll laut Rentenversicherungsbericht von rund 48 Prozent 2014 auf knapp 45 Prozent 2029 sinken. "Die seit Jahren sinkenden Neurenten zeigen, dass die Rentnerinnen und Rentner mit immer kleineren Einkommen in den Ruhestand starten müssen", sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher. Bei vielen ärmeren Senioren werde die Erhöhung mit der Grundsicherung verrechnet.

dpa

Schlagworte Rente | Rentenerhöhung | Rentner

VdK-Pressemeldung
VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
25.11.2016 - Der Sozialverband VdK fordert Nachbesserungen nach dem gestrigen Rentengipfel der Koalition. Zu den aktuellen Entscheidungen der Koalition zur Rentenpolitik erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland: | weiter
25.11.2016 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

VdK-TV: Erwerbsminderungsrente - eine Rente, die in die Armut führt?

Etwa 1,75 Millionen Menschen in Deutschland bekommen eine Erwerbsminderungsrente, Tendenz steigend. Der Beitrag gibt einen Überblick zum Thema und zeigt, wo der VdK Handlungsbedarf sieht.

So hilft der VdK

VdK-Zeitung
Symbolfoto: Ein Blatt Papier, auf das ein Paragraphen-Symbol aufgedruckt ist
Mit 56 Jahren fängt Regina Özcan aus Westerngrund im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg noch einmal ganz von vorne an: Die gelernte Krankenpflegehelferin wird Busfahrerin. Die von der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern finanzierte Umschulung hat sie sich mit Hilfe des VdK erstritten. | weiter
28.11.2016 | ali
VdK-Zeitung
Foto: Angelika Szymanski im Büro des VdK Kreisverbands Coburg mit VdK-Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein
Mit Hilfe des VdK konnte Angelika Szymanski aus dem oberfränkischen Landkreis Coburg
15 Monate früher in Rente gehen. Die Deutsche Rentenversicherung hatte es versäumt, sie darauf hinzuweisen, freiwillig in die Rentenkasse einzubezahlen, um vorzeitig die Wartezeit zu erfüllen. Der VdK beantragte mit Erfolg eine rückwirkende Beitragszahlung. | weiter
23.06.2016 | ali
VdK-Zeitung
Symbolfoto: Außenansicht des Gebäudes der Deutschen Rentenversicherung
Jonas Thein war 17 Jahre alt, als sich sein Leben für immer veränderte: Im Frühling 2013 erlitt er eine Hirnblutung, seither ist er ein Schwerstpflegefall. Obwohl sich der Jugendliche noch in einer Ausbildung befand, hat der VdK Bayern für ihn rückwirkend eine Erwerbsminderungsrente erwirkt. | weiter
23.03.2016 | ali

Urteile zur Rente

Rente
Symbolfoto: Ein Kalender und darin ein Klebezettel mit der Aufschrift "Rentenantrag stellen"
Betreuer von psychisch Kranken müssen auch bei fehlendem Kontakt deren Rechte und Pflichten im Blick haben. Wird wegen einer monatelangen nicht möglichen Kontaktaufnahme zu dem Betreuten ein Rentenantrag zu spät eingereicht, kann deshalb nicht rückwirkend eine Rente verlangt werden, entschied jetzt das Sozialgericht Mainz. | weiter
10.06.2016 | juragentur
Rente
Symbolfoto: Eine Justitia-Statue und ein Paragraphen-Zeichen
Können Arbeitnehmer wegen eines eingeschränkten Sehvermögens die üblichen Wege zur Arbeit nur noch unter Gefahr zurücklegen, sind sie erwerbsgemindert. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg in einem am Donnerstag, 31. März 2016, veröffentlichten Urteil klargestellt. | weiter
04.04.2016 | juragentur

VdK-TV: Generationengerechtigkeit Teil 4 (UT)

Auch im 4. Teil der Reihe zum Thema "Generationengerechtigkeit" will der VdK nachvollziehen, was die Ursachen der wachsenden Altersarmut sind und welche Maßnahmen der Sozialverband VdK für dringend erforderlich hält.

VdK-TV: Generationengerechtigkeit Teil 3 (UT)

"Kinder sind die Zukunft. Jeder in unserem Land sollte ein Interesse daran haben, dass es den Familien gut geht", verkündet die Bundeskanzlerin auf ihrer Homepage. Ein enorm wichtiger Faktor dabei ist die gesetzliche Rente. Sie muss stabil bleiben – nicht nur für die jetzigen Rentner, sondern vor allem auch für die heute noch jungen Frauen.

Rente
Symbolfoto: Buchstabenwürfel bilden das Wort "Rente", darauf sitzen kleine Figürchen von Senioren
Lesen Sie hier aktuelle Informationen rund um das Thema Rente und Alterssicherung. Informieren Sie sich über die aktuelle Rentenpolitik, über die Themen Rentenanpassung und Rentengarantie, Betriebsrente und vieles mehr.
Gesundheit
Symbolfoto: Ein Stethoskop
Wissenswertes in Form von aktuellen Informationen aus dem Bereich Gesundheit, etwa zu Arzneimitteln, Patientenrechten, zu den Themen Prävention, medizinische Rehabilitation, Kur und vieles mehr.
Pflege
Symbolfoto: Angehörige oder Pflegekraft beugt sich über einen Senior im Rollstuhl
Informieren Sie sich über aktuelle Meldungen aus dem Bereich Pflege, zum Beispiel zu Neuerungen in der Pflegepolitik, zur Reform der Pflegeversicherung oder Informationen für pflegende Angehörige.
Teilhabe und Behinderung
Symbolfoto: Eine Frau im Rollstuhl an ihrem Schreibtisch im Büro
Aktuelle Informationen rund um das Thema Behinderung, zum Beispiel zu den Bereichen Barrierefreiheit, Behindertenpolitik, Nachteilsausgleiche, Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben und vieles mehr.
Armut
Plakatmotiv der VdK-Aktion gegen Armut
Armut ist ein wachsendes Problem in Deutschland. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose. Der VdK setzt sich gegen Armut ein und für Maßnahmen, die Armut verhindern.