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VdK-Standpunkt: Heimkosten

Bundesländer bürden Heimbewohnern immer höhere Kosten auf

Neben den reinen Pflegekosten fallen bei der Pflege in einem Heim für die Bewohner Kosten für Unterbringung und Verpflegung sowie Investitionskosten an. Letztere haben sich zu einer erheblichen finanziellen Belastung entwickelt. Eigentlich müssten sich die Bundesländer beteiligen, tun dies aber nicht.

Wer in einem Heim gepflegt wird, muss gewissermaßen drei verschiedene Rechnungen bezahlen:

Pflegekosten. Dies sind die Kosten für die reinen pflegerischen Versorgungsleistungen. Nur an diesen beteiligt sich die Soziale Pflegeversicherung mit einem Festbetrag je nach Pflegegrad. Die Differenz zwischen den Pflegekosten und der Pflegeversicherungsleistung bezahlen die Bewohner aus der eigenen Tasche.

Unterkunftskosten. Dies sind die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Sie können je nach Standort, Ausstattung und Leistungsangebot des Heims stark variieren und müssen von den Bewohnern in voller Höhe selbst getragen werden.

Investitionskosten. Dies sind die Kosten für Aus-, Umund Neubauten, für technische Ausstattung, für Investitionsgüter wie Fuhrpark oder Einrichtungsgegenstände sowie für Instandhaltung. Sie können auf die Heimbewohner umgelegt werden.

Um eine angemessene pflegerische Infrastruktur zu gewährleisten, sind die Bundesländer nach § 9 Sozialgesetzbuch XI verpflichtet, sich an den Investitionskosten für Pflegeeinrichtungen zu beteiligen. Allerdings kommen nur noch wenige Bundesländer dieser Verpflichtung nach und wenn, dann sehr unzureichend. Dies hat dazu geführt, dass sich in den vergangenen Jahren die Investitionskosten in vielen Bundesländern zu einer erheblichen finanziellen Belastung für Heimbewohner entwickelt haben.

Entwicklung der privaten Kosten der Pflege im Heim (Eigenfinanzierungs-Anteile) zwischen 1999 und 2015. Zum Vergrößern auf die Grafik klicken. | © VdK


Innerhalb Deutschlands variieren die Kostensätze beträchtlich: Mit im Schnitt 8,65 Euro pro Person und Tag zahlen Heimbewohner in Sachsen-Anhalt nur etwa halb so viel wie in Nordrhein-Westfalen, wo täglich 17,46 Euro in Rechnung gestellt werden. Im Einzelfall kann sich der Investitionskostenanteil, den der Bewohner tragen muss, auf bis zu 1.500 Euro im Monat belaufen.

Pflegebedürftige, die diese Kosten nicht mehr tragen können, können beim Sozialamt Pflegewohngeld beantragen. Dies ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Letztendlich kommt damit jedoch wieder der Steuerzahler für die unzureichende Beteiligung der Bundesländer an den Investitionskosten von Pflegeeinrichtungen auf – ein Nullsummenspiel.

Der Sozialverband VdK spricht sich daher für eine stärkere öffentliche Förderung der Investitionskosten und insgesamt für eine Steuerfinanzierung aller Infrastruktur-Maßnahmen im Bereich Pflege aus, wie dies gesetzlich gefordert ist.

  • Themenblatt Pflege.pdf (592,49 KB, PDF-Datei)

    VdK-Standpunkt und Forderungen zum Thema Pflege. Pflegebedürftigkeit wird zunehmend zum Armutsrisiko. Viele pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen können sich eine professionelle Pflege kaum noch leisten, weil ihr Eigenanteil immer höher wird. Die Kosten für die Pflege galoppieren den Geldleistungen der Pflegeversicherung davon.

Schlagworte Pflege | Pflegeheim | Heimkosten | Soziale Spaltung stoppen | Bundestagswahl | Forderungen | Pflegebedürftige | Kosten | Sozialamt | Pflegewohngeld | Pflegeversicherung

Ausführliches Themenblatt Pflege herunterladen:

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    VdK-Standpunkt und Forderungen zum Thema Pflege. Pflegebedürftigkeit wird zunehmend zum Armutsrisiko. Viele pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen können sich eine professionelle Pflege kaum noch leisten, weil ihr Eigenanteil immer höher wird. Die Kosten für die Pflege galoppieren den Geldleistungen der Pflegeversicherung davon.


Soziale Spaltung stoppen! - Pflege (UT)

Version mit Untertiteln: Die Forderungen des Sozialverbands VdK zur Bundestagswahl 2017 zum Thema Pflege auf einen Blick. Knapp 2,9 Millionen Menschen sind pflegebedürftig. Annähernd drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, 1,38 Millionen allein durch Angehörige.
Rente
Symbolfoto: Vier Seniorinnen und Senioren sitzen nebeneinander auf einer Bank, ein Rollator steht daneben.
Die gesetzliche Rente muss Altersarmut verhindern und zukunftssicher gemacht werden. Davon profitieren auch künftige Generationen von Rentnerinnen und Rentnern.
Gesundheit
Symbolfoto: Geldscheine, ein Stethoskop und ein Taschenrechner
Gesundheit muss für alle bezahlbar bleiben. Der Erhalt der Gesundheit darf nicht von der Größe des Geldbeutels abhängig sein.
Behinderung
Symbolfoto: Junger Mann im Rollstuhl steht am Fuß einer Treppe
Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Deutschland, das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung umzusetzen.
Armut
Symbolfoto: Hände einer Seniorin zählen Kleingeld.
Armut ist ein wachsendes Problem in Deutschland. Besonders betroffen sind Kinder, ältere, alleinerziehende und langzeitarbeitslose Menschen.
Finanzierung
Symbolfoto: Ein Taschenrechner auf einem Haufen Euro-Münzen und -scheine
Um eine soziale Balance zu schaffen, sind gezielte Investitionen für die ärmere Hälfte der Bevölkerung notwendig. Finanzierbar ist dies durch eine gerechtere Steuerpolitik.

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