Sozialverband VdK Deutschland e.V.
15. März 2016
Gesundheit

DAK-Gesundheitsreport 2016: Frauen sind anders und öfter krank als Männer

Laut einer Auswertung des Krankenstands 2015 von 2,7 Millionen Versicherten der DAK waren Frauen zu 14 Prozent öfter krank als ihre Kollegen. Dafür gehen Männer seltener zum Arzt, ein Trend, der seit Jahren anhält. Sie erkranken häufiger an Herz- und Kreislaufproblemen als Frauen.

© Imago/blickwinkel

Zwischen 45 und 64 Jahren sind Männer besonders gefährdet, an einem koronaren Herzleiden zu erkranken. Auch bei Verletzungen führen die Männer - sie gelten als risikobereiter beziehungsweise üben öfter gefährliche Berufe aus als Frauen. Bei den psychischen Erkrankungen wie Depression sind Frauen wiederum an der Spitze. So erhielt jede elfte Frau im letzten Jahr eine Verordnung für Antidepressiva, hingegen nur jeder zwanzigste Mann.

Bei Krebs zeigen sich weitere Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen erkranken meist im Erwerbsleben und überwiegend an Brustkrebs. Sie haben dadurch 74 mehr Fehltage als Männer, die überwiegend jenseits der 60 und am häufigsten am Prostatakarzinom erkranken. Bei den Branchen gibt es vereinzelt stärkere Abweichungen. So sind im Öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen Frauen häufiger krank. Hingegen weisen in seltenen Fällen Männer im Gartenbau und in den Naturwissenschaften mehr Fehltage auf. 2015 war der höchste Krankenstand seit 16 Jahren. Die DAK führt dies zum einen auf wiederkehrende und starke Grippewellen zurück und zum anderen auf eine Zunahme bei psychischen Erkrankungen und bei Erkrankungen des Muskel-Skelett-Komplexes.

Interessant ist die Rangfolge der Krankheiten bei den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) bei Frauen: Auf Rang 1 steht die Depression (wobei die depressive Episode und die wiederkehrende depressive Störung zusammengefasst sind). Alleine auf diese Diagnose entfallen bei den Frauen 147,3 AU-Tage je 100 Versicherte. Zu den zehn wichtigsten Einzeldiagnosen der Frauen gehören zwei weitere psychische Erkrankungen, und zwar die Anpassungsstörungen sowie andere neurotischen Störungen, wie vor allem Neurasthenie, ein Ermüdungs- und Erschöpfungssyndrom. Auf Rang 2 bei den Frauen folgen akute Infektionen, die 118,1 AU-Tage je 100 Versicherte verursachen und die große Rolle der Atemwegserkrankungen widerspiegeln. Daneben hat noch die Einzeldiagnose Bronchitis Gewicht unter den zehn wichtigsten Einzeldiagnosen bei Frauen. Bei Männern sieht es so aus: Die wichtigste Einzeldiagnose sind akute Infektionen, die 95,0 AU-Tage je 100 Versicherte verursacht. Auf den weiteren vorderen Rängen folgen Rückenschmerzen, Verletzungen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Details des DAK-Gesundheitsreports gibt es unter

www.dak.de/dak/bundes-themen/Gesundheitsreport_2016-1782678.html


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stw

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