16. September 2015
Armut

Umfrage: Politik kümmert sich nicht genug um Kinderarmut

Eine breite Mehrheit der Deutschen kritisiert, dass sich die Politik in Deutschland nicht genug um die Bekämpfung der Kinderarmut und das Schicksal von Flüchtlingskindern kümmert.

© VdK

Lediglich 26 Prozent sind der Ansicht, dass sich Politiker «sehr gut» oder «gut» für die Bekämpfung der Kinderarmut einsetzen. Nur 27 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sich Deutschland gut um die Belange von Flüchtlingskindern kümmert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von infratest dimap für Unicef Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk zum Weltkindertag am 20. September.

Die Unterstützung für Familien und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werten lediglich 41 Prozent der Befragten als «sehr gut» oder «gut». Bei der Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ist eine große Mehrheit (62 Prozent) der Meinung, dass diese «weniger gut» oder «gar nicht gut» erfüllt ist.

Mehr zum Weltkindertag

Der Weltkindertag am 20. September steht in diesem Jahr unter dem Motto "Kinder willkommen!"

www.weltkindertag.de
www.unicef.de/mitmachen/weltkindertag


Zum Weltkindertag 2015 rufen Unicef Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk dazu auf, die Rechte und Bedürfnisse aller Kinder in das Zentrum von Politik und Gesellschaft zu stellen - ausdrücklich auch die von Kindern und Jugendlichen, die als Flüchtlinge in Deutschland Schutz suchen.

Der Tag wird überall in Deutschland mit bunten Kinder- und Familienfesten gefeiert. Die beiden größten Veranstaltungen finden am 20. September in Berlin und in Köln statt.

VdK zum Thema Kinderarmut

Der Sozialverband VdK setzt sich gegen Kinderarmut ein. In Deutschland lebt fast jedes 4. Kind unter 15 Jahren in einem Haushalt, der – bezogen auf die 60 Prozent-Armutsschwelle – einkommensarm ist und/oder SGB-II-Leistungen bezieht. Ein erhöhtes Risiko, von SGB-II-Leistungen leben zu müssen, haben insbesondere jüngere Kinder oder solche, die in Alleinerziehenden-Haushalten leben, mehrere Geschwister haben oder deren Eltern eine der folgenden Merkmale aufweisen: Migrationshintergrund, niedriger Bildungsabschluss und/oder eine unzureichende oder gar keine Arbeitsmarktintegration.

Der Kampf gegen Bildungsarmut muss daher eine zentrale Aufgabe für die Politik werden. Bildung ist entscheidend für die späteren Perspektiven in der Gesellschaft. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist stärker als früher dafür entscheidend, den Zugang zur Mittelschicht zu öffnen und die Gefahr eines sozialen Abstiegs zu verringern. Die Förderung jedes Einzelnen ist notwendig, um die Herausforderungen des demografischen Wandels für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu meistern. Dazu fordert der VdK eine familienunterstützende Infrastruktur, neue inklusive Schulkonzepte, die Weiterentwicklung der beruflichen Ausbildung und ein engmaschiges Vorsorgesystem für Kinder in der Gesundheitsversorgung.

Mehr dazu in den Grundpositionen des VdK unter "Armut":

Der VdK
Symbolfoto: Ein Mann im Anzug oder in einer Richterrobe schlägt etwas in einem Aktenordner nach, in der Hand eine Lupe
Lesen Sie hier die sozialpolitischen Grundpositionen des Sozialverbands VdK Deutschland, die beim letzten Bundesverbandstag in Berlin beschlossen wurden. | weiter

dpa

Schlagworte Kinderarmut | Armut | Weltkindertag

VdK-TV: Die Tafeln

Bundesweit unterstützen die Tafeln inzwischen regelmäßig rund 1,5 Millionen Menschen und die Nachfrage steigt stetig. Aber so gut und wichtig es ist, dass es die Tafeln gibt, belegen sie andererseits auch das Versagen des Staates.

VdK-TV: "Steueroase Deutschland" - Interview mit Markus Meinzer

Markus Meinzer ist Buchautor und Blogger und engagiert sich im "Netzwerk Steuergerechtigkeit". VdK-TV hat ihn zum Interview getroffen und mit ihm über sein Buch "Steueroase Deutschland" gesprochen.

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Symbolfoto: Nachgestellter Unfall zwischen Fahrrad und Auto - das Fahrrad liegt auf der Straße
Nach einem Arztbesuch am Morgen ist der anschließende Weg zur Arbeit in der Regel nicht unfallversichert. Anderes gilt nur, wenn der Aufenthalt in der Praxis mindestens zwei Stunden gedauert hat, urteilte am Dienstag, 5. Juli 2016, das Bundessozialgericht in Kassel. | weiter
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Gesundheit
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06.07.2016 | juragentur
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Symbolfoto: Ein Kalender und darin ein Klebezettel mit der Aufschrift "Rentenantrag stellen"
Betreuer von psychisch Kranken müssen auch bei fehlendem Kontakt deren Rechte und Pflichten im Blick haben. Wird wegen einer monatelangen nicht möglichen Kontaktaufnahme zu dem Betreuten ein Rentenantrag zu spät eingereicht, kann deshalb nicht rückwirkend eine Rente verlangt werden, entschied jetzt das Sozialgericht Mainz. | weiter
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Armut
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18.05.2016 | juragentur

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7 Bilder

Fotostrecke Aktion gegen Armut: Im Jahr 2008 startete der VdK eine große bundesweite Kampagne, um auf die zunehmende Kinder- und Altersarmut aufmerksam zu machen.

Rente
Symbolfoto: Buchstabenwürfel bilden das Wort "Rente", darauf sitzen kleine Figürchen von Senioren
Lesen Sie hier aktuelle Informationen rund um das Thema Rente und Alterssicherung. Informieren Sie sich über die aktuelle Rentenpolitik, über die Themen Rentenanpassung und Rentengarantie, Betriebsrente und vieles mehr.
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Armut
Plakatmotiv der VdK-Aktion gegen Armut
Armut ist ein wachsendes Problem in Deutschland. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose. Der VdK setzt sich gegen Armut ein und für Maßnahmen, die Armut verhindern.