5. Juni 2019
Themen

Wir fordern die #Rentefüralle!

Seit 6. Mai läuft die große Kampagne des Sozialverbands VdK für ein gerechtes Rentensystem

Der Sozialverband VdK gilt als absoluter Experte in Rentenfragen. Wer, wenn nicht Deutschlands größter Sozialverband, wäre also besser geeignet, einen echten Neustart für das deutsche Rentensystem zu fordern? Seit ein paar Wochen läuft die bundesweite VdK-Kampagne #Rentefüralle. Den Startschuss gab VdK-Präsidentin Verena Bentele in Berlin.

Laut und deutlich: VdK-Präsidentin Verena Bentele gibt das Signal zum Start der Kampagne. | © Henning Schacht

Vor der Hauptstadt-Presse erläuterte Bentele die Gründe für die VdK-Rentenkampagne: „Rente ist für alle ein Riesenthema, ob Alt oder Jung. Vielen Menschen fehlt der Glaube in die gesetzliche Rentenversicherung. Das wollen wir vom VdK nicht einfach hinnehmen.“ Unterstützung erhielt Bentele in Berlin von Vertretern aus den VdK-Landesverbänden und den VdK-Präsidiumsmitgliedern Katharina Batz, Horst Vöge, Paul Weimann, Willi Jäger, Wolfgang Krause, Hans-Jürgen Albien und Friedrich Stubbe.

Der Start der Kampagne des Sozialverbands VdK passe perfekt, erklärte Bentele: „Aktuell wird über die Einführung und Ausgestaltung der Grundrente diskutiert. Zugleich arbeitet die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission an weiteren Vorschlägen.“ Auf Druck des VdK ist im Kampf gegen Altersarmut an manchen Stellen nachgebessert worden, etwa bei der Mütterrente. Es müsse aber das ganze System der Alterssicherung auf den Prüfstand, ist Bentele überzeugt.


#Rentefüralle: So startete die VdK-Rentenkampagne in Berlin

Es ist Zeit für eine gerechte #Rentefüralle. Dafür setzt sich der VdK sich seiner bundesweiten Rentenkampagne ein. Impressionen vom Auftakt am 6. Mai 2019 gibt es hier!

„Wir setzen auf soziale Gerechtigkeit in der Rentenpolitik. Deshalb lautet unser Motto auch #Rentefüralle“, sagte die VdK-Präsidentin. Da dürfe es auch keine Tabus in der Diskussion geben. Die weitreichendsten VdK-Forderungen sind zum einen die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung, in die alle ohne Ausnahme einzahlen sollen, und zum anderen mehr Umverteilung durch mehr Steuergerechtigkeit, um Leistungen für Rentenbezieher zu finanzieren.

Persönlicher Antrieb sind für sie auch eigene Beobachtungen: „Es macht mich wütend, wenn ein 69-jähriger Fahrer mir ein schweres Paket in den vierten Stock schleppt oder eine 74-Jährige noch putzen geht. Sie verdienen sich damit ja keine schönen Extras, sondern oft nur einen Wintermantel.“ Solche Schicksale gelte es zu verhindern. „Die gesetzliche Rente muss Teilhabe im Alter ermöglichen“, forderte Bentele. Das stark gesunkene Rentenniveau lasse aber viele ins Abseits geraten. Auch die Anhebung der Regelaltersgrenze erwische diejenigen am härtesten, die ohnehin wenig haben: „Für Altenpflegerinnen, Handwerker oder Kassiererinnen, die es teils schon jetzt nicht bis 65 schaffen zu arbeiten, ist das wegen der Abschläge eine Rentenkürzung.“

Die Qualität der Arbeit sei Dreh- und Angelpunkt einer guten Rentenpolitik, sagte Bentele. „Faire Löhne, ein Mindestlohn für eine Rente oberhalb der Grundsicherung und gesunde Arbeitsbedingungen garantieren ein gutes Rentenkonto und gefüllte Rentenkassen, die für das Funktionieren des Generationenvertrags sorgen.“

Bei der Auftakt-Pressekonferenz in Berlin war Ingrid Grundmann zu Gast. Die 80-Jährige aus Schwerin machte anschaulich, wie aus 40 Jahren harter Arbeit eine Rente von nicht einmal 600 Euro werden konnten. Aktuell läuft über den VdK ein Antrag auf Grundsicherung im Alter. Im Amt gab es nämlich Probleme: die Wohnung 6,5 Quadratmeter zu groß, ihre Rücklagen von 5221 Euro um 221 Euro zu hoch. Sie fragte den Sachbearbeiter ganz fassungslos: „Wann fängt Vermögen für Sie an?“. Sie muss die kaputten Zähne und das alte Auto richten lassen – ihr „Vermögen“ hat sich wohl bald in Luft aufgelöst. „Beschämend“, findet sie all das. Trotzdem will sie sich nicht verstecken: „Ich bin froh, dass ich für viele reden darf. Vielleicht ändert sich ja mal was.“

Für Menschen wie Ingrid Grundmann geht der VdK in die Öffentlichkeit. #Rentefüralle soll gesehen und gehört werden: auf der Straße, im Internet, in politischen Diskussionen und bei der Bundesregierung. Deshalb fuhren am 6. Mai sechs Postercars mit den VdK-Plakaten durch das politische Berlin: Brandenburger Tor, Reichstag, Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Kanzleramt waren die Stationen. „Wir sind fast zwei Millionen VdK-Mitglieder, unsere Forderungen wird die Politik sehen und hören“, verspricht Bentele.

Mehr zur VdK-Kampagne #Rentefüralle lesen Sie hier:

Website zur Kampagne: www.rentefüralle.de

Hintergrundinformationen: www.vdk.de/rentefüralle

sowie auf Facebook, YouTube, Instagram und Twitter.

bsc

Schlagworte #Rentefüralle | Rente | Rentenkampagne

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