28. November 2016
VdK-Zeitung

Rentenerhöhung 2017 fällt niedriger aus

Mitte nächsten Jahres steigen die Altersbezüge um 1,5 bis zwei Prozent

Im Jahr 2016 fiel die Rentenanpassung mit 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten erfreulich hoch aus. Für Juli 2017 rechnet die Deutsche Rentenversicherung aber nur noch mit einer Erhöhung zwischen 1,5 und zwei Prozent.

Gedämpfte Aussichten für die Renten 2017. | © imago/blickwinkel

„Für die 20,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner ist das eher mager“, sagt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, zur von der Deutschen Rentenversicherung veröffentlichten Prognose. Verbesserung ist nicht in Sicht: Wegen der Kürzungsfaktoren in der Rentenformel würden die Rentenerhöhungen auch in den kommenden Jahren weiterhin unter der Lohnentwicklung liegen. „Die Rentnerinnen und Rentner bleiben also weiter von der Wirtschaftsentwicklung abgehängt“, erklärt Mascher.

Der Sozialverband VdK fordert deshalb eine Streichung aller Kürzungsfaktoren. „Aktuell haben wir es nur einer extrem niedrigen Inflation und der letzten hohen Anpassung zu verdanken, dass die Kaufkraft der Renten gestiegen ist. Aber dieser Effekt wird schnell weg sein“, warnt die VdK-Präsidentin.

Trotz der jährlichen Rentenerhöhungen greift die Altersarmut weiter um sich, die Zahl der Grundsicherungsbezieher steigt weiterhin an. Viele Rentner und vor allem Rentnerinnen leben zudem schon heute nur knapp über der Armutsgrenze. „Deshalb ist eine grundlegende Rentenreform notwendig. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, muss sich darauf verlassen können, später nicht jeden Cent umdrehen zu müssen“, betont die VdK-Präsidentin.

Akuten Handlungsbedarf sieht der VdK vor allem bei Geringverdienern, Erwerbsminderungsrentnern, (Solo-)Selbstständigen sowie Langzeitarbeitslosen. Mascher appelliert an die Bundesregierung, bereits diskutierte Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen. „Die Rentenabschläge müssen weg“, fordert sie. Außerdem sollte die Zurechnungszeit auf das 65. Lebensjahr angehoben werden, um die Renten auf ein höheres Niveau zu heben. Diese Verbesserungen müssten für Neu- und Bestandsrentner gelten.

Die angekündigte stärkere Förderung der betrieblichen Altersvorsorge begrüßt der VdK zwar grundsätzlich, doch die meisten Niedriglöhner würden damit nicht erreicht und damit diejenigen, die eine zusätzliche Alterssicherung am nötigsten hätten. Der VdK fordert, den Mindestlohn so anzuheben, dass eine Rente oberhalb der Grundsicherung erreicht werden kann.

Aktuell schlägt die Bundesregierung vor, dass für Grundsicherungsbezieher für Einkünfte aus privater oder betrieblicher Altersvorsorge ein Freibetrag zwischen 100 und 200 Euro gelten soll. Mascher begrüßt dies, fordert aber die Ausweitung des Freibetrags auf die Mütterrente sowie für jährliche Rentenanpassungen: „Das wäre ein echter Schritt zur Armutslinderung.“


VdK-TV: Erwerbsminderungsrente - eine Rente, die in die Armut führt?

Etwa 1,75 Millionen Menschen in Deutschland bekommen eine Erwerbsminderungsrente, Tendenz steigend. Der Beitrag gibt einen Überblick zum Thema und zeigt, wo der VdK Handlungsbedarf sieht.

Dr. Bettina Schubarth

Schlagworte Rente | Rentenerhöhung | 2017 | Alter | Rentner | Altersarmut | Armut | Erwerbsminderungsrente | Rentenangleichung | Rentenanpassung | Kürzungsfaktoren | Rentenreform

Aktuelle Artikel im Dezember 2016:

VdK-Zeitung
Motiv der Kampagne "Weg mit den Barrieren!". Bildbeschreibung: Auf der linken Seite ein Foto vom Mount Everest und der Text "1953 - Der Mensch bezwingt den höchsten Berg der Welt." Auf der rechten Seite der Text: "2016 - Gehbehinderte Menschen träumen vom Wohnen ohne Stufen. Wir sollten weiter sein. Weg mit den Barrieren! Unterstützen Sie uns. www.weg-mit-den-barrieren.de"
Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember veröffentlicht ein Bündnis aus BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen), vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband), Sozialverband VdK und weiterer Verbände eine Erklärung zur Barrierefreiheit.
VdK-Zeitung
VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
Dieser Fall machte Schlagzeilen: Ein 82-Jähriger bricht vor einem Bankautomaten zusammen. Mindestens vier Menschen steigen achtlos über ihn hinweg. Eine Überwachungskamera hält fest, dass es 20 Minuten dauert, bis ein fünfter Kunde kommt, den Notruf wählt und Hilfe holt – für diesen Rentner aber leider zu spät.

VdK-Zeitung
Symbolfoto: Ein Schulmädchen in der Klasse, sie hat den Kopf auf die Hände gestützt.
Die geplanten neuen Regelsätze der Grundsicherung leisten keinen Beitrag für die dringend notwendige Bekämpfung der Armut im reichen Deutschland. Trotz erheblich höherer Bedarfe sollen die Regelsätze zum Jahreswechsel nur geringfügig steigen. Armut wird so nicht überwunden, sondern zementiert, sagt der Sozialverband VdK und fordert eine grundlegend neue Berechnung der Regelsätze.
VdK-Zeitung
Symbolfoto: Drei Wegweiser mit den Aufschriften Inklusion, Integration und Teilhabe
Das Bundesteilhabegesetz soll Schluss machen mit Benachteiligungen für Menschen mit Behinderung. Doch hält der Gesetzentwurf der Bundesregierung, was er verspricht? Der Sozialverband VdK sagt: nein. Die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung kann sich damit sogar verschlechtern.

Pflege
Symbolfoto: Eine Frau schiebt ältere Frau im Rollstuhl
Mit dem Pflegestärkungsgesetz II, das ab Januar 2017 umgesetzt wird, wird die häusliche Pflege neu geordnet. Waren es bisher mindestens 14 Stunden pro Woche, die pflegende Angehörige aufbringen mussten, um Rentenansprüche für die Pflege zu erwerben, so sind es ab 1. Januar nur noch zehn. Das heißt: Mehr Menschen als bisher erhalten Rentenpunkte für häusliche Pflege.
Teilhabe und Behinderung
Symbolfoto: Fassage der Agentur für Arbeit, davor ein Schild, das einen Behindertenparkplatz ausweist
Menschen mit Behinderung haben es oft schwer, eine Arbeitsstelle zu finden. Denn es grassieren immer noch viele Vorurteile und Bedenken in den Köpfen der Arbeitgeber. Doch wie sollte man eigentlich mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung im Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch umgehen? Der Sozialverband VdK gibt Antworten auf Fragen wie diese.

Hier finden Sie die Artikel aus unserer Reihe "So hilft der VdK":

Mitgliedschaft
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
In unserer Serie "So hilft der VdK" berichten wir regelmäßig über echte Fälle aus der Sozialrechtsberatung unserer VdK-Landesverbände, bei denen der VdK seinen Mitgliedern zu ihrem Recht verholfen hat. | weiter
VdK-Pressemeldung
Foto: Ulrike Mascher bei einer Pressekonferenz
Unsere Pressemitteilungen informieren bundesweit über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK.
Presse-Kontakt
Symbolfoto: eine PC-Tastatur mit Symbolen für E-Mail, Telefon und Brief
Ihre Ansprechpartner für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland.
Für Medienvertreter
Symbolfoto: Eine Fotokamera
Journalisten finden hier Hintergrundinformationen und Logos zum VdK Deutschland sowie Pressefotos und eine Vita der VdK-Präsidentin.
VdK-Zeitung
Eine zusammengerollte VdK-Zeitung, Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017
Die VdK-Zeitung erscheint zehnmal pro Jahr. Mit einer Auflage von mehr als 1,5 Millionen Exemplaren gehört sie zu den größten Mitgliederzeitungen bundesweit. Die überregionalen Artikel der VdK-Zeitung können Sie jeden Monat kostenlos hier lesen.