28. November 2016
VdK-Zeitung

Wo sich alle Generationen begegnen

In den bundesweit 450 Mehrgenerationenhäusern gibt es viele Angebote für Alt und Jung

Mehrgenerationenhäuser sind jeden Tag ein Treffpunkt für mehr als 50.000 Menschen aller Altersgruppen. Das Angebotsspektrum ist so unterschiedlich wie die Bewohner selbst: offener Austausch, Betreuungsangebote für Kinder, Unterstützung älterer Menschen, Dienstleistungs- und Freiwilligenbörsen sowie Bildungs- und Beratungsangebote.

© S. Hofschläger/pixelio.de

Im Jahr 2006 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Aktionsprogramm für Mehrgenerationenhäuser ins Leben gerufen. Viele Häuser entwickelten sich aus bestehenden Einrichtungen, beispielsweise Eltern-Kind-Zentren, Familien- und Nachbarschaftszentren oder Seniorenbüros. Andere wurden ganz neu gegründet. Seitdem ist von den Alpen bis an die Ostsee ein dichtes Netzwerk von Mehrgenerationenhäusern entstanden, die zusammen mehr als 12.200 Angebote und Dienstleistungen anbieten und bedarfsorientiert neue Angebote entwickeln.

Zentraler Mittelpunkt der Mehrgenerationenhäuser ist der „Offene Treff“, zum Beispiel als Bistro oder Café. Hier begegnen sich Menschen, kommen miteinander ins Gespräch und knüpfen erste Kontakte. Für viele Besucherinnen und Besucher der Mehrgenerationenhäuser ist der „Offene Treff“ die erste Anlaufstelle und Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten. In zahlreichen Orten sind die Mehrgenerationenhäuser längst zu einem festen Bestandteil und zu einer Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens geworden. Einige wurden für ihre Arbeit sogar ausgezeichnet, wie die Gemeinde Arzberg in Nordsachsen mit dem sächsischen Inklusionspreis 2016 in der Kategorie „Demografie“. Seit der Eröffnung im Juli 2008 hat sich das Ostelbische Mehrgenerationenhaus „O-M-A“ zu einem beliebten Zentrum des generationenübergreifenden Zusammenlebens in der ländlich geprägten Gemeinde entwickelt.

Der Austausch zwischen den Generationen steht überall im Vordergrund. Denn heutzutage wird das Leben in Großfamilien immer seltener. Großeltern wohnen weit weg von ihren Kindern und Enkeln und vermissen den Kontakt zu jüngeren Menschen. „Ich hatte das Glück, in einer Großfamilie aufzuwachsen, habe es genossen, den Geschichten der Älteren zuzuhören und von ihnen zu lernen. Heute lerne ich am meisten von meiner Tochter. Weil dieser Austausch so bereichernd ist, unterstütze ich die Idee“, so Schauspielerin Jasmin Tabatabai, die Patin eines Mehrgenerationenhauses in Berlin-Mitte ist.

Diese Häuser können eine Brücke zwischen den Generationen sein. So wie im nordrhein-westfälischen Dülmen, wo Schülerinnen und Schüler als Seniorenbegleiter geschult werden. In anderen Häusern geben ältere Menschen ihren Erfahrungsschatz an Jüngere weiter, lesen Kindern vor, helfen ihnen bei den Hausaufgaben oder kochen mit ihnen, eben wie in einer richtigen Familie.

Förderprogramm 2017 neu aufgelegt

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend startet am 1. Januar 2017 ein neues Programm zur Förderung von Mehrgenerationenhäusern in der Bundesrepublik. Damit wird das bis Ende 2016 laufende Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II in eine weitere Förderung bis 2020 überführt. Dies ermöglicht den Mehrgenerationenhäusern mehr Flexibilität in ihrer Arbeit, damit sie ihre Angebote noch besser an den Ausgangslagen und Anforderungen vor Ort ausrichten können.

Kommunen stärken Statt vier – wie im bisherigen Aktionsprogramm – wird es künftig nur noch zwei inhaltliche Schwerpunkte geben: die Bewältigung des demografischen Wandels (obligatorisch) und die Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte (zusätzlich, fakultativ).

Es werden drei Ziele verfolgt: generationenübergreifende Arbeit, Einbindung freiwilligen Engagements und Sozialraumorientierung.

Das neue Bundesprogramm zielt auf eine stärkere Verankerung der Mehrgenerationenhäuser in den Kommunen. Angestrebt ist, dass Städte und Gemeinden die Mehrgenerationenhäuser in ihre Planungen zur Bewältigung des demografischen Wandels im Sozialraum einbinden. Die Gesamtfördersumme je Haus beträgt 40.000 Euro pro Jahr.


VdK-TV: Wohnen für Hilfe

Was bringt das Ehepaar Kienzerle und die chinesische Studentin Huan Wu zusammen? Das Projekt "Wohnen für Hilfe"!

ikl

Schlagworte Mehrgenerationenhäuser | Generationen | Wohnen | Gemeinschaft | Wohnformen | Alter | Senioren

Aktuelle Artikel im Dezember 2016:

VdK-Zeitung
Motiv der Kampagne "Weg mit den Barrieren!". Bildbeschreibung: Auf der linken Seite ein Foto vom Mount Everest und der Text "1953 - Der Mensch bezwingt den höchsten Berg der Welt." Auf der rechten Seite der Text: "2016 - Gehbehinderte Menschen träumen vom Wohnen ohne Stufen. Wir sollten weiter sein. Weg mit den Barrieren! Unterstützen Sie uns. www.weg-mit-den-barrieren.de"
Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember veröffentlicht ein Bündnis aus BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen), vzbv (Verbraucherzentrale Bundesverband), Sozialverband VdK und weiterer Verbände eine Erklärung zur Barrierefreiheit.
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VdK-Präsidentin Ulrike Mascher
Dieser Fall machte Schlagzeilen: Ein 82-Jähriger bricht vor einem Bankautomaten zusammen. Mindestens vier Menschen steigen achtlos über ihn hinweg. Eine Überwachungskamera hält fest, dass es 20 Minuten dauert, bis ein fünfter Kunde kommt, den Notruf wählt und Hilfe holt – für diesen Rentner aber leider zu spät.

VdK-Zeitung
Symbolfoto: Ein Schulmädchen in der Klasse, sie hat den Kopf auf die Hände gestützt.
Die geplanten neuen Regelsätze der Grundsicherung leisten keinen Beitrag für die dringend notwendige Bekämpfung der Armut im reichen Deutschland. Trotz erheblich höherer Bedarfe sollen die Regelsätze zum Jahreswechsel nur geringfügig steigen. Armut wird so nicht überwunden, sondern zementiert, sagt der Sozialverband VdK und fordert eine grundlegend neue Berechnung der Regelsätze.
VdK-Zeitung
Symbolfoto: Drei Wegweiser mit den Aufschriften Inklusion, Integration und Teilhabe
Das Bundesteilhabegesetz soll Schluss machen mit Benachteiligungen für Menschen mit Behinderung. Doch hält der Gesetzentwurf der Bundesregierung, was er verspricht? Der Sozialverband VdK sagt: nein. Die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung kann sich damit sogar verschlechtern.

Pflege
Symbolfoto: Eine Frau schiebt ältere Frau im Rollstuhl
Mit dem Pflegestärkungsgesetz II, das ab Januar 2017 umgesetzt wird, wird die häusliche Pflege neu geordnet. Waren es bisher mindestens 14 Stunden pro Woche, die pflegende Angehörige aufbringen mussten, um Rentenansprüche für die Pflege zu erwerben, so sind es ab 1. Januar nur noch zehn. Das heißt: Mehr Menschen als bisher erhalten Rentenpunkte für häusliche Pflege.
Teilhabe und Behinderung
Symbolfoto: Fassage der Agentur für Arbeit, davor ein Schild, das einen Behindertenparkplatz ausweist
Menschen mit Behinderung haben es oft schwer, eine Arbeitsstelle zu finden. Denn es grassieren immer noch viele Vorurteile und Bedenken in den Köpfen der Arbeitgeber. Doch wie sollte man eigentlich mit einer Beeinträchtigung oder Behinderung im Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch umgehen? Der Sozialverband VdK gibt Antworten auf Fragen wie diese.

Hier finden Sie die Artikel aus unserer Reihe "So hilft der VdK":

Mitgliedschaft
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
In unserer Serie "So hilft der VdK" berichten wir regelmäßig über echte Fälle aus der Sozialrechtsberatung unserer VdK-Landesverbände, bei denen der VdK seinen Mitgliedern zu ihrem Recht verholfen hat. | weiter
VdK-Pressemeldung
Foto: Ulrike Mascher bei einer Pressekonferenz
Unsere Pressemitteilungen informieren bundesweit über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK.
Presse-Kontakt
Symbolfoto: eine PC-Tastatur mit Symbolen für E-Mail, Telefon und Brief
Ihre Ansprechpartner für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland.
Für Medienvertreter
Symbolfoto: Eine Fotokamera
Journalisten finden hier Hintergrundinformationen und Logos zum VdK Deutschland sowie Pressefotos und eine Vita der VdK-Präsidentin.
VdK-Zeitung
Eine zusammengerollte VdK-Zeitung, Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017
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