28. November 2016
VdK-Zeitung

Ehrenamtliche sind die Seele der großen VdK-Familie

Ob Ortsverbandsvorsitzender, Kassierer oder Pflegebegleiter: Es gibt viele Möglichkeiten, sich für andere zu engagieren

Sie organisieren, informieren und helfen: Mehr als 60 000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Deutschland für die 1,75 Millionen VdK-Mitglieder da. Und es werden immer mehr. Auf dieser Seite stellen wir beispielhaft einige Frauen und Männer vor. Ohne sie und die vielen anderen wäre der VdK nicht der unabhängige, solidarische und starke Sozialverband, der er heute ist.

Pflegebegleiterin Heidi Reuthlinger (links) aus Bayern entlastet pflegende Angehörige. | © VdK-TV


„Ich will für die Menschen da sein, denen sonst keiner hilft.“ So beschreibt Kristina Reichert aus Mecklenburg-Vorpommern ihre Motivation, sich im Sozialverband VdK zu engagieren. Schließlich sei sie selbst einmal in einer ähnlichen Situation gewesen und habe vom VdK Hilfe bekommen. Vor einigen Jahren wurde sie von einer Krankheit ausgebremst, konnte ein Jahr lang nicht mehr laufen. „Zwei Jahre lang kämpfte ich um eine Reha, ohne Erfolg“, erzählt die ehemalige Krankenschwester. Erst als sie den VdK einschaltete, hatte sie innerhalb von zwei Wochen die Bewilligung von der Krankenkasse. Heute ist Kristina Reichert stellvertretende VdK-Landesverbandsvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern. Die 43-Jährige hat sich das Vertrauen der VdK-Mitglieder erarbeitet, zuerst als stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende in Ueckermünde/Torgelow, später als Vorsitzende des Kreisverbands Vorpommern/Greifswald. Durch ihr Ehrenamt beim VdK ist die junge Frau darin bestärkt worden, beruflich neue Wege zu gehen, und hat ein Studium „Soziale Arbeit“ begonnen.

Kristina Reichert aus Mecklenburg-Vorpommern. | © Foto: privat


Ehrenamtliche wie Kristina Reichert tragen maßgeblich dazu bei, dass Solidarität in unserer Gesellschaft nicht ins Hintertreffen gerät. Sie organisieren die Arbeit in den Kreis- und Ortsverbänden und sind Ansprechpartner für all jene, die sonst kein Gehör finden: ältere und jüngere Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung. „Es ist ihr Verdienst, dass der VdK eine Gemeinschaft ist, in der das Miteinander aktiv gelebt wird“, würdigt VdK-Präsidentin Ulrike Mascher und ergänzt: „Jeder Ehrenamtliche ist wichtig und trägt zum gemeinsamen Erfolg bei. Alle sind die Seele der VdK-Familie.“

Es gibt viele Möglichkeiten, sich im VdK einzubringen. Neben den klassischen Aufgaben in der Vorstandsarbeit der Orts- und Kreisverbände prägen zunehmend neue Ehrenämter den größten Sozialverband Deutschlands. Günther Blöchinger aus Bayern ist seit drei Jahren ehrenamtlicher VdK-Berater für Barrierefreiheit. Er organisiert Begehungen vor Ort und macht Entscheidungsträger in den Städten und Gemeinden auf Barrieren aufmerksam. „Es macht Spaß, etwas zu bewegen“, sagt der 63-Jährige, der zugleich VdK-Ortsvorsitzender in Himmelstadt bei Würzburg ist.

Diese Erfahrung hat auch Angelika Seitz aus Neuburg an der Donau gemacht. Seit September 2015 ist sie VdK-Lotsin, ein vergleichsweise junges Ehrenamt im VdK Bayern. Ehrenamtliche wie Angelika Seitz helfen Ratsuchenden, die über ihre sozialrechtlichen Fragen an die VdK-Rechtsabteilung hinaus weitere Hilfe benötigen. Die Beratung ist auch für Nicht-VdK-Mitglieder offen. „Oft hören wir nur zu“, erzählt die 56-Jährige. Denn viele Menschen fühlen sich alleingelassen und finden sich im Behörden-Dschungel nicht zurecht.

Ein Erfolgsprojekt wie die VdK-Lotsen in Bayern sind auch die AAL-Lotsen im Saarland. Sie informieren Ratsuchende über Alltagsunterstützende Assistenzlösungen (AAL), die den Alltag erleichtern – vor allem im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit. Einer von ihnen ist Arno Salm aus Rodenhof/Rußhütte, einem Stadtteil von Saarbrücken. Oft ist er auf Hausbesuch bei VdK-Mitgliedern. „Sie wollen so lange wie möglich in ihrer Wohnung bleiben, auch wenn sie pflegebedürftig sind“, so der 66-Jährige. Manchmal seien es nur kleine Dinge wie die Verbreiterung einer Tür, die den Alltag erleichtern. Arno Salm unterstützt bei der Auswahl geeigneter Produkte und gibt Tipps zur Finanzierung.

Ein Ehrenamt, das genau zu ihr passt, hat auch Heidi Reuthlinger aus Ingolstadt gefunden. Seit sechs Jahren kümmert sie sich als VdK-Pflegebegleiterin um hilfsbedürftige Menschen. Einmal in der Woche trinkt die 72-Jährige mit einer pflegebedürftigen Frau Tee und spielt Scrabble mit ihr. „So entlaste ich auch die Angehörigen, die in dieser Zeit mal etwas für sich tun können“, so das VdK-Mitglied.


VdK-TV: Ehrenamt im VdK - Pflegebegleiterin Heidi Reuthlinger

Im VdK sind über 60.000 Menschen ehrenamtlich tätig. Ohne sie wäre Deutschlands größter Sozialverband mit seinen rund 1,75 Millionen Mitgliedern gar nicht denkbar. Hier stellt sich Pflegebegleiterin Heidi Reuthlinger vor.

Überall im Land ist der VdK aus dem gesellschaftlichen Leben in den Städten und Gemeinden nicht mehr wegzudenken. So auch in Plauen in Sachsen, wo Harald Seelbinder den Ortsverband nach der Wende mit aus der Taufe hob. Zudem gründete er Mitte der 1990er-Jahre unter dem Dach des VdK eine Selbsthilfegruppe für junge Menschen mit Behinderung. Er organisiert Veranstaltungen und Fahrten und ist Ansprechpartner für Sorgen und Probleme. „Das ist wie in einer großen Familie“, sagt er.

Dass die Aktivitäten im Ortsverband ganz entscheidend dafür sind, dass sich die Mitglieder wohlfühlen, diese Erfahrung hat Siegbert Martin aus Bad Zwischenahn in Niedersachsen gemacht. Der Vorsitzende des gleichnamigen Ortsverbands im VdK Niedersachsen-Bremen will das Interesse von Menschen wecken und setzt deshalb auf thematische Veranstaltungen wie beispielsweise Gesundheitsmessen. So könnten auch andere auf den VdK aufmerksam gemacht werden.

Ähnlich ist auch die Arbeitsweise von Rudi Eckl und Kurt Weiland aus Baden-Württemberg. Die Kreisvorsitzenden aus Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim gehen sozusagen mit doppelter Kraft voran. Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen organisieren sie gemeinsam, weil beide Kreise regional viele Gemeinsamkeiten haben. So haben sie bereits mehrere Kooperationen, unter anderem mit einer Therme, abgeschlossen. Davon profitieren VdK-Mitglieder besonders. Auch die VdK-Messeauftritte wurden intensiviert und somit attraktiver. „Zusätzlich zur sozialrechtlichen Beratung können wir unseren Mitgliedern viele Vorteile bieten“, so die Kreisvorsitzenden.

Bernhard Wislaug aus Berlin. | © privat

Auf eine konsequente Mitgliederbetreuung baut auch Bernhard Wislaug, Vorsitzender des VdK-Kreisverbands Treptow-Köpenick im VdK Berlin-Brandenburg. „Hier fühle ich mich aufgehoben. Hier gehöre ich hin“, so die Devise des 68-Jährigen. Dieses Gefühl versuche er auch an andere zu vermitteln. Mit Erfolg: Sein Kreisverband wächst stetig, und was Bernhard Wislaug besonders freut: Immer mehr bleiben. Derzeit schreibt der Berliner an einer Chronik und hofft, noch viele Mitstreiter begeistern zu können.

Schritt für Schritt in den VdK hineingewachsen ist auch Wilhelm Ideus aus Handewitt im VdK Nord. Der 77-Jährige hatte schon verschiedene Funktionen in seinem Ortsverband inne. Im Februar nächsten Jahres blickt er bereits auf 25 Jahre im Vorstand zurück.

30 Jahre Ehrenamt beim VdK Hessen-Thüringen liegen hinter Anneliese Hicks. Die stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbands Rothwesten bei Kassel ist auf der Suche nach einer Nachfolgerin. Aus gesundheitlichen Gründen muss die 76-Jährige ihr Amt aufgeben. „Das tue ich wirklich schweren Herzens“, sagt die engagierte Frau, die ihren Lebensgefährten durch ihr Ehrenamt beim Sozialverband VdK kennengelernt hat.

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28.11.2016 | ikl

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Schlagworte Ehrenamt | Engagement | ehrenamtlich

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