24. Februar 2016
VdK-Zeitung

Rechtzeitig erkannt, ist Darmkrebs heilbar

Aktionsmonat der Felix Burda Stiftung zur Vorsorge unter dem Motto „Ausreden können tödlich sein!“

Der März ist bundesweit der Aktionsmonat für die Darmkrebsvorsorge und steht unter dem Motto „Ausreden können tödlich sein!“. Deshalb ist die Früherkennung so wichtig. Denn bei dieser Krebsart bestehen sehr gute Heilungschancen, wenn er rechtzeitig erkannt wird.

Mit einem Endoskop kann der Gastroenterologe in den Darm hinein­schauen und auch kleine Polypen entfernen. | © Felix Burda Stiftung

Der Aktionsmonat ist eine gemeinsame Initiative der Felix Burda Stiftung, der Stiftung Lebensblicke und des Netzwerks gegen Darmkrebs.

Weltweit erkranken jedes Jahr 1,4 Millionen Menschen neu an Darmkrebs, allein in Deutschland sind es mehr als 60 000. Trotz umfangreicher Präventionsangebote sterben jährlich immer noch 26.000 Menschen daran. Es ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Das Risiko steigt mit dem Lebensalter. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkrankt mehr als die Hälfte der Betroffenen ab dem 70. Lebensjahr. Etwa zehn Prozent sind bereits vor dem 55. Lebensjahr betroffen.

Darmkrebs entwickelt sich im Verborgenen. Halten Beschwerden wie Magenschmerzen, Durchfall oder Verstopfung länger als zwei Wochen an, sollte man zum Arzt gehen. Auch bei Blut im Stuhl sollte die Ursache gleich abgeklärt werden.

Vorstufe Polypen

90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entwickeln sich aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. Deshalb wird empfohlen, ab 50 einmal jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl zu machen. Das kann der Hausarzt übernehmen. Mittlerweile gibt es zwei verschiedene Arten von Tests: den chemischen (Okkultbluttest) und den neueren immunologischen Stuhltest. Die Kassen tragen die Kosten für den chemischen Bluttest jährlich vom 50. bis 55. Lebensjahr und danach alle zwei Jahre. Der neuere immunologische Stuhltest ist auf eigene Kosten in der Apotheke erhältlich. Er weist ebenfalls kleinste Spuren menschlichen Bluts nach und lässt sich nicht durch Nahrungsmittel wie rohes Fleisch irritieren.

Ein Bluttest allein ist aber noch keine eindeutige Diagnose. Erst eine Darmspiegelung (Koloskopie) bringt letztlich Klarheit. Das weitere Vorgehen bespricht man am besten mit einem Gastroenterologen (Magen-Darm-Arzt). Dieser untersucht den Darm mit einem Endoskop und kann dabei auch Polypen entfernen. Die Untersuchung ist unproblematisch und kostet nicht viel Zeit. Dank dieser Untersuchung könne Darmkrebs früh erkannt und damit bei den meisten Menschen zu 100 Prozent geheilt werden, so die Felix Burda Stiftung.


"Der Kinderchor". Ein TV-Spot der Felix Burda Stiftung

TV-Spot der Felix Burda Stiftung zum Darmkrebsmonat März 2016.

Es kann bis zu zehn Jahre dauern, bis sich aus einem zunächst gutartigen Darmpolypen Krebs entwickelt. Weil das Erkrankungsrisiko mit dem Alter steigt, sollte man spätestens Mitte 50 erstmals zur Vorsorge gehen, bei familiärer Vorbelastung entsprechend früher.

Gibt es in der Familie Hinweise auf eine Häufung von Darmkrebs oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, sollte die erste Darmspiegelung zehn Jahre vor dem Alter liegen, in dem beim Familienmitglied Darmkrebs oder Darmpolypen festgestellt wurden, so die Stiftung. Bei einem familiären Risiko übernimmt die Kasse die Kosten für die Untersuchung.

Vorsorge-Koloskopie

Wer eine Vorsorge-Koloskopie vor dem 55. Lebensjahr durchführen lassen möchte und kein familiär erhöhtes Risiko hat, muss mit Kosten von etwa 300 Euro rechnen. Ansonsten besteht ab dem 56. Lebensjahr ein gesetzlicher Anspruch auf die Koloskopie, die nach zehn Jahren kostenfrei wiederholt werden kann. Dass diese Vorsorge eine Kassenleistung ist, ist dem Engagement der Felix Burda Stiftung zu verdanken. Sie setzt sich seit 2001 für die Früherkennung von Darmkrebs ein.

Um das Risiko einer Darmkrebs erkrankung zu vermindern, sollte man sich ausreichend bewegen, gesund, ballaststoffreich und zuckerarm ernähren, wenig Fertiggerichte und Fleisch essen, ausreichend trinken und nicht rauchen. Der sensible Darm wird es einem danken.

Info

Felix Burda Stiftung, Arabellastraße 27, 81925 München, Telefon (0 89) 92 50 25 01, www.felix-burda-stiftung.de, kontakt@felix-burda-stiftung.de

Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg (www.krebsinformationsdienst.de) informiert täglich von 8 bis 20 Uhr kostenfrei unter der Telefonnummer (08 00) 4 20 30 40.

sko

Schlagworte Darmkrebs | Vorsorge | Vorsorgeuntersuchung | Krebs | Darmkrebsmonat | Prävention | Krebserkrankung

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