24. Februar 2016
VdK-Zeitung

Betreuung während Reha: Rentenversicherung zahlt Fahrtkosten der Kinder

Wer kümmert sich um die Kinder, wenn man zur ambulanten Reha muss? Vor dieser Frage stand auch das VdK-Mitglied Myriam Brinis aus Nordrhein-Westfalen. Mit Hilfe des VdK-Kreisverbands Bergisch Land in Wuppertal setzte sie durch, dass die Rentenversicherung Rheinland die Fahrtkosten der Kinder zur Nachmittagsbetreuung im Rahmen der sogenannten Haushaltshilfe bezahlt.

© Imago/bonn-sequenz

Myriam Brinis hatte schon länger gesundheitliche Probleme und beantragte daher bei der Rentenversicherung eine medizinische Rehabilitation. Diese wurde auch bewilligt, und zwar als ambulante Reha zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben. Für die dringend erforderliche Maßnahme musste Myriam Brinis regelmäßig von ihrem Wohnort Velbert nach Wuppertal fahren. Doch wer kümmerte sich in dieser Zeit um die beiden schulpflichtigen Kinder? Und wer kam für die Kosten auf?

Weder Mutter noch Vater konnten die Kinder von der Schule abholen und zur Nachmittagsbetreuung bringen. Diese mussten mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Jugendzentrum fahren. Myriam Brinis wandte sich an die Rentenversicherung Rheinland und beantragte, dass diese die Kosten für das sogenannte „Schoko-Ticket“ der beiden Kinder in Höhe von monatlich insgesamt 66,70 Euro übernimmt. Das Ticket ist ein Abonnement für den öffentlichen Personennahverkehr in NRW speziell für Kinder und Jugendliche. Doch die Rentenversicherung lehnte ab. Der Widerspruch blieb erfolglos. Daraufhin übergab Myriam Brinis die Angelegenheit dem VdK.

Versorgungslücke schließen

Die Juristen Uwe Wittkowski und Olga Weinberg vom VdK-Kreisverband Bergisch Land nahmen sich der Sache an. Der VdK erhob Klage beim Sozialgericht Düsseldorf. Myriam Brinis müsse nicht für die Fahrtkosten aufkommen. Es sei Sache der Rentenversicherung, die Versorgungslücke zu schließen, indem sie die Fahrtkosten im Rahmen der Haushaltshilfe für die Zeit der Rehabilitation übernehme.

Nach erneuter Prüfung erkannte die Rentenversicherung Rheinland den Anspruch an und zahlte das „Schoko-Ticket“ für die beiden Kinder. VdK-Mitglied Myriam Brinis war froh, dass die Angelegenheit dank der Unterstützung des VdK letztendlich ohne einen Streit vor Gericht beigelegt werden konnte.

sko

Schlagworte Kinder | Betreuung | Rehabilitation | Reha | Kinderbetreuung | Kosten | Kostenübernahme

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