27. November 2015
VdK-Zeitung

Aussichten von Langzeitarbeitslosen verschlechtern sich

Kurzfristige Arbeitsmarktprogramme helfen nicht – Menschen brauchen wirkliche Perspektiven

Der Wirtschaft geht es gut, die Beschäftigung wächst. Doch über eine Million Menschen haben nichts davon: die Langzeitarbeitslosen. Deshalb fordert der Sozialverband VdK einen dauerhaft geförderten Arbeitsmarkt mit abgesicherten Arbeitsplätzen.

© Imago/Müller-Stauffenberg

Im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit sind kaum Fortschritte erreicht worden. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie aufzeigt, haben sich die Aussichten von Langzeitarbeitslosen in den vergangenen Jahren sogar verschlechtert. Während 2010 noch knapp zwei Prozent aller Langzeitarbeitslosen pro Monat eine reguläre Stelle fanden, waren es 2014 nur 1,4 Prozent.

Länger ohne Job

Zudem seien Langzeitarbeitslose inzwischen länger auf Jobsuche als früher. So lag der Anteil der Menschen, die zwei oder mehr Jahre erwerbslos sind, im Juni 2010 noch bei 49,7 Prozent, im Juni 2014 waren es laut IAB bereits 54,3 Prozent. 90 Prozent der Langzeitarbeitslosen sind Hartz-IV-Bezieher. Für den Sozialverband VdK zeigt diese Entwicklung auf, dass die Bundesregierung langzeitarbeitslose Menschen nicht ausreichend unterstützt. Sie hat die Mittel zur beruflichen Eingliederung massiv gekürzt.

Diese Menschen haben heute kaum noch eine Chance am Arbeitsmarkt. Nur jeder zehnte Langzeitarbeitslose erhält ein Förderangebot zur beruflichen Eingliederung. Das führt häufig zu sozialer Ausgrenzung und Isolation. Die Folgen für die Menschen und ihre Familien sind in jeglicher Hinsicht fatal. Sie führen oft ein Leben am Existenzminimum und können nicht im gleichen Maße wie andere am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

„Immer neue, befristete Programme für stark eingegrenzte Zielgruppen reichen nicht aus. Wir brauchen mehr Mittel für nachhaltige Programme zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen“, fordert VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Für besonders Benachteiligte könne nur ein dauerhaft geförderter Arbeitsmarkt mit tariflich entlohnten, sozialversicherungspflichtigen und arbeitsrechtlich abgesicherten Arbeitsplätzen langfristig wirkliche Verbesserungen bringen. „Langzeitarbeitslose wollen arbeiten. Sie benötigen unsere Hilfe, um sich wieder auf dem Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft zu integrieren“, so die VdK-Präsidentin.

Die Finanzierung öffentlich geförderter Beschäftigung sollte dem Grundsatz folgen, anstelle von Langzeitarbeitslosigkeit mit all ihren negativen Folgen lieber sinnvolle Erwerbsarbeit mit Perspektive zu schaffen. „Für Menschen, die kaum noch in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln sind, braucht es neue Ansätze“, sagt Ulrike Mascher. Für diese könnte mit einer Förderung in Sozialbetrieben gute und reelle Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden. So könne der wachsenden sozialen Ungleichheit und Armut langfristig entgegengewirkt werden. Davon profitiere nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft.


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ikl

Schlagworte Arbeitsmarkt | Langzeitarbeitslose | Arbeitslosigkeit

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