Sozialverband VdK Deutschland e.V.
24. September 2015
VdK-Zeitung

VdKler engagieren sich bundesweit für Flüchtlinge

Vielfältiger Einsatz: Ortsverbände sammeln Hilfsgüter, Mitglieder reparieren Fahrräder, Unterkünfte werden bereitgestellt

Hunderttausende Menschen fliehen aus Krisenregionen nach ­Europa. Mit großer Hilfsbereitschaft der Bürger werden sie in Deutschland willkommen geheißen. Auch viele Mitglieder, Landes-, Kreis- und Ortsverbände des Sozialverbands VdK engagieren sich für die Flüchtlinge. Sie zeigen Menschlichkeit und leisten Großartiges. Exemplarisch für die enorme Hilfsbereitschaft innerhalb des größten Sozialverbands der Bundesrepublik hat die VdK-Zeitung zehn Projekte he­rausgegriffen und stellt sie hier vor. Für VdK-Präsidentin Ulrike Mascher ist es vorbildlich, wie sich VdK-Mitglieder einsetzen: „Ich bedanke mich für dieses Engagement und möchte alle dazu ermutigen, ebenfalls aktiv zu werden.“

Neue alte Räder

Richtig Fahrt aufgenommen hat die Initiative „Fahrräder für Flüchtlinge“ in Oldenburg in Niedersachsen. Die „Nordwest-Zeitung“ hatte dazu aufgerufen, nicht mehr genutzte alte Räder zur Verfügung zu stellen. Diese mussten natürlich sortiert und wieder in Gang gebracht werden. VdK-Mitglied Gerd-Bernd Lehnen fühlte sich davon sofort angesprochen. Als gelernter Kfz-Mechaniker kennt er sich bestens aus und hat schon so manches klapprige Rad in der Familie oder von Freunden wieder fahrtüchtig gemacht. „Das ist eine ganz praktische Hilfe, die den Flüchtlingen vor Ort hilft, mobil zu sein“, sagt der 56-Jährige. Denn die ehemaligen Kasernen, wo sie untergebracht sind, liegen außerhalb der Stadt. „Wenn Sie in die Augen der Menschen schauen, die ein Rad bekommen, wissen Sie, dass es sich lohnt“, sagt der Oldenburger. Inzwischen werkeln einige Flüchtlinge selbst in den Werkstätten mit. Gemeinsam arbeiten und sich kennenlernen – so funktioniert Völkerverständigung in Oldenburg. ikl

Inklusive Kita

In der VdK-Kindertagesstätte „Flohkiste“ im sächsischen Heidenau wird Inklusion jeden Tag gelebt. Hier gibt es kein „anders“, hier sind alle gleich. Kinder aus unterschiedlichen Ländern, mit verschiedenen Nationalitäten, mit und ohne Behinderung spielen, lernen und gestalten gemeinsam den Kita-Alltag. Auch Mädchen und Jungen, die aus Krisengebieten nach Deutschland geflüchtet sind, werden aufgenommen. Insgesamt besuchen zurzeit über 280 Kinder die zentral im Wohngebiet Heidenau-Mügeln gelegene Kita. fm

Solidarische Hilfe

„Die Spendenbereitschaft ist riesig“, freut sich Roland Jänsch aus Berlin-Lichtenberg. Der stellvertretende VdK-Kreisvorsitzende wohnt gegenüber einer Turnhalle, in der Flüchtlinge untergebracht waren. Für ihn ist es selbstverständlich, zu helfen. „Ich kenne das nicht anders.“ Ein Stück weit wolle er die Solidarität zurückgeben, die er selbst während der Überschwem­mungskatas­trophe 2002 in Sachsen-Anhalt erlebt habe. Der 65-Jährige ist über WhatsApp und Facebook vernetzt. Was wo fehlt, erfährt er über aktuelle Listen des Bezirks und kann so Anrufer genau informieren. Zurzeit werden ehrenamtliche Begleiter für Arztbesuche und Behördengänge gesucht. Wer hilft, dem wird geholfen. Das hat auch Roland Jänsch erfahren, als Flüchtlinge ihm den schweren Herd in die Wohnung trugen. sko

Hausaufgabenhilfe

Im oberbayerischen Piding engagiert sich seit Längerem eine Gruppe von VdK-Mitgliedern für Flüchtlinge. Gemeinsam mit Gertrud Titze vom Besuchskreis der katholischen Pfarrgemeinde setzen sich unter anderem Johann Wallner und Christoph Schaller vom VdK-Ortsverband Piding für die Flüchtlinge ein. VdK-Mitglied Helene Hinterstoisser organisiert eine Hausaufgabenbetreuung und einen Leseunterricht. VdK-Mitglied Franz Salzberger leitet einen Deutschkurs für die Asylbewerber. Die ehrenamtlichen Helfer haben bei der Integration große Fortschritte festgestellt. So gehen einige der Kinder bereits in den Kindergarten oder zur Schule. hei

Fest der Nationen

Bereits seit Mitte Dezember 2014 kümmert sich der hessische VdK-Ortsverband Hofbieber um Menschen, die in der Flüchtlingsunterkunft „An der Georgshöhe“ wohnen. Die meisten Flüchtlinge, die zurzeit in der Rhön leben, kommen aus Syrien. „Viele haben eine monatelange Odyssee hinter sich und kamen mit nichts als einer Tasche hier an“, erzählt Vorsitzender Reinhold Henkel. Die Ehrenamtlichen nahmen die neuen Mitbürger in der Gemeinde herzlich auf. Die Helfer spendeten unter anderem Spielsachen, Kleider, Fahrräder, Kühlschränke, Fernseher und Eintrittskarten für das nahe gelegene Schwimmbad.
Doch besonders schön fanden die VdKler eine gemeinsame Feier mit den Flüchtlingen. „Wir haben im Juni zu einem ‚Sommerfest der Nationen‘ eingeladen.“ Beide Seiten hatten Freude daran, jeweils ihre Lieblingsspeisen zuzubereiten, und Frauen führten traditionelle Tänze vor. Die Veranstaltung kam so gut an, dass im Herbst eine Fortsetzung folgt: „Wir freuen uns schon auf das nächste Begegnungsfest am 16. Oktober“, sagt Henkel. ant

Willkommenskultur: Flüchtlinge freuten sich über das Sommerfest, zu dem der VdK Hofbieber einlud. | © Gaby Henkel/VdK Hofbieber

Rundumbetreuung

Günter Leuck vom VdK-Ortsverband Besch im saarländischen Perl hat gleich mehrere Flüchtlingsprojekte ehrenamtlich auf die Beine gestellt. Er betreut mit einer Gruppe von 20 Helfern rund 130 Flüchtlinge, die in Perl und im benachbarten Mettlach leben. Die Ehrenamtlichen bieten Rundumbetreuung. Sie werden informiert, wenn neue Flüchtlinge ankommen. Dann fahren die VdKler hin und begleiten die Menschen durch die ersten Tage. Sie fahren zu Behörden und besuchen die Familien regelmäßig. Dank ihres Engagements gibt es in einem leer stehenden Gebäude in Perl eine Zweigstelle der Tafel Merzig, die hauptsächlich den Flüchtlingen zugute kommt. Die VdK-Mitglieder sammeln Kleider für Flüchtlinge, die im ehemaligen VdK-Erholungsheim Haus Sonnenwald leben, und organisieren ein Kennenlern-Fest. kes/hei

Geschenke für Kinder

In Pirmasens, einer 40.000-Einwohner-Stadt in Rheinland-Pfalz, treffen jeden Tag neue Flüchtlinge ein. „Sofort haben sich Vorstände gefunden, die helfen wollen“, berichtet der VdK-Orts- und -Kreisvorsitzende Wolfram Stüger. Mit dem „Pakt für Pirmasens“, der von städtischer Seite aus alle Hilfsaktionen koordiniert, hat der VdK vereinbart, dass der Kreisverband Weihnachtsgeschenke für die Flüchtlingskinder organisieren wird. Die rund 7500 Mitglieder in den Ortsverbänden werden mit einem Rundschreiben um Spenden gebeten. Darüber hinaus hat der VdK-Ortsverband Sauertal bei einem Grillfest Spenden gesammelt. Es kamen rund 260 Euro zusammen, die für die Flüchtlings­hilfe verwendet werden sollen. Außerdem wird erwogen, Patenschaften für Flüchtlingskinder zu übernehmen. ali

Simmern singt

Erst vor zwei Jahren hat sich der VdK-Chor des VdK-Kreisverbands Simmern in Rheinland-Pfalz gegründet. Jetzt treten die 50 Sänger für einen guten Zweck auf – im November gleich zweimal, um Spenden für Flüchtlinge in Not zu sammeln. Weitere Konzerte und Auftritte sind in Planung. ali

Platz zum Leben

Turn- und Messehallen, Kasernen und Zelte: Hier ist ein Großteil der Flüchtlinge in Deutschland untergebracht. Privatsphäre gibt es kaum. Eigene Wohnungen ebenso wenig. Umso schöner, dass das VdK-eigene Wohnungs- und Immobilienunternehmen GSW (Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH) mit Sitz in Sigmaringen seit Ende vergangenen Jahres Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung stellt. Mit den Landratsämtern Ortenaukreis, Rottweil, Schwarzwald-Baar, Tübingen und Zollernalbkreis schloss das Unternehmen entsprechende Mietverträge ab. Allein in Tübingen kommen seit Mai rund 50 Flüchtlinge in GSW-Wohnungen unter. Die GSW freut sich, den vom Schicksal hart getroffenen Menschen ein Zuhause geben zu können. csf

Schuhe und Sprachunterricht

Schuhe, Kleidung und Spielzeug: Der nordrhein-westfälische VdK-Kreisverband Bergisch-Land sammelt Sachspenden für die Flüchtlinge in Wuppertal. Darüber hinaus gibt Georgina Manfredi, Mitglied im VdK-Ortsverband Unterbarmen, ehrenamtlich kostenlosen Sprach­unterricht. Die Migrantin mit griechischen Wurzeln weiß genau, dass die Sprache der Schlüssel zur Integration ist. Inzwischen gibt es schon einen Satz, den die bis zu zehn Schüler alle verstehen: „Guten Tag und herzlich willkommen zum Unterricht.“ ali

Heike Herrig, VdK-Kreisvorsitzende von Bergisch-Land (links), ihr Stellvertreter Frank Beyrodt (Dritter von links) und Ehrenvorsitzender Berholt Gottschalk (Vierter von links) besuchen den Deutschunterricht von Georgina Manfredi (Zweite von rechts) und ihren Schülern Juhoir Zarhan (Zweiter von links) und Ahmad Abu Saiem (rechts). | © Jürgen Heinrich

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21.09.2015 | VdK

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21.09.2015

Schlagworte Flüchtlinge | Aktionen | Ehrenamt | Engagement

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