24. Juni 2015
VdK-Zeitung

Änderungen beim Sozialtarif: Telekom stellt auf neue Technik um

Die Telekom wird bis zum Jahr 2018 ihr gesamtes Netz auf IP umstellen. Diese neue Technik löst die mittlerweile veralteten analogen und ISDN-Telefonanschlüsse ab. Das hat auch Auswirkungen auf Telekom-Kunden, die den Sozialtarif in Anspruch nehmen.

© Imago/Udo Kröner

Wie VdK-Mitglieder berichten, hat die Telekom in einigen Regionen bereits automatisierte Schreiben verschickt, in denen sie die Umstellung von ISDN auf IP und die Kündigung des ISDN-Anschlusses ankündigt. IP steht für "Internet Protokoll" und stellt sicher, dass weltweit Datenpakete mit völlig verschiedenen Inhalten wie Sprache, Text, Musik oder Videos über das Internet verteilt werden.

Wer mit seinem Anschluss bisher nur telefoniert, dem gewährt die Telekom unter bestimmten Bedingungen Rabatte für Telekom-Verbindungen. So gilt der Sozialtarif 1 (maximal 6,94 Euro innerhalb eines Abrechnungszeitraums) für Kunden, die wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder geringem Einkommen vom Rundfunkbeitrag befreit sind beziehungsweise eine Ermäßigung erhalten, sowie Bezieher von BAföG. Den Sozialtarif 2 bekommen blinde, gehörlose oder Kunden mit einer Sprachbehinderung, denen ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 90 zuerkannt wurde (maximal 8,72 Euro innerhalb eines Abrechnungszeitraums). Beide Sozialtarife beziehen sich nur auf bestimmte Telekom-Produkte.

Da die neuen IP-Tarife grundsätzlich immer eine Festnetz- und Internetflat beinhalten, wird es künftig keinen Sozialtarif mehr geben. Ein neuer, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verankerter Sozialtarif für IP-Tarife soll nach Kenntnis des Sozialverbands VdK Deutschland nicht eingeführt werden.

Die betroffenen Kunden haben zwei Möglichkeiten: Sie können auf einen reinen Telefonie-Tarif bestehen, auch über 2018 hinaus ihren ISDN/Universal-Anschluss behalten und die Ermäßigung mit dem Sozialtarif in Anspruch nehmen. Sie müssen sich dafür aber auf jeden Fall nach Erhalt des Informationsschreibens bei der Telekom melden und schriftlich mitteilen, dass sie den Telefonie-Tarif behalten wollen. Oder: Sie können sich für einen neuen IP-Tarif mit Internet und Flatrate entscheiden, dann aber ohne Sozialtarif.

Nach Rabatten fragen

Dorothee Czennia, Referentin der Abteilung Sozialpolitik in der VdK-Bundesgeschäftsstelle, empfiehlt, bei einer geplanten Kündigung des Telekom-Anschlusses darauf hinzuweisen, dass einem durch die Umstellung und den Wegfall des Sozialtarifs finanzielle Nachteile entstehen, und gezielt nach einem individuellen Rabatt zu fragen. Grundsätzlich habe die Telekom ein Interesse daran, ihre Kunden zu behalten. Der jeweilige Telekom-Vertrieb könne daher freiwillig Rabatte auf dem Kulanzweg anbieten. Allerdings werde es dafür keine einheitlichen Regelungen geben. Solche individuell ausgehandelten Rabatte seien nicht in den AGB der Telekom festgelegt, so Dorothee Czennia. 

sko

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01.11.2016
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Presse-Kontakt
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Eine zusammengerollte VdK-Zeitung, Ausgabe Dezember 2016/Januar 2017
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