19. Mai 2015
VdK-Zeitung

So hilft der VdK: Ein behindertengerechtes Auto für Carolin Schmid

Inklusion ist mehr als nur ein Begriff: Mitglied aus Villingen setzt seinen Anspruch auf Kfz-Beihilfe mit Unterstützung des VdK durch

VdK-Mitglied Carolin Schmid aus Villingen in Baden-Württemberg ist von Geburt an schwerstbehindert. Sie ist auf Hilfe sowie auf ihren Rollstuhl mit Kamera und Sprachcomputer angewiesen. Dank des VdK setzte sie ihren Anspruch auf Kfz-Beihilfe durch und ist jetzt mit einem behindertengerechten VW-Bus mobil.

© imago/Paul von Stroheim

Selbstbestimmt am Leben teilhaben, Ausflüge und andere Fahrten zu geselligen und kulturellen Veranstaltungen zu unternehmen, war schon immer ein großer Wunsch von Carolin Schmid. Doch bis dieser endlich in Erfüllung ging, dauerte es einige Zeit. Vor ein paar Monaten bekam die 25-Jährige nun endlich das langersehnte eigene Fahrzeug. Mit ihrer Mutter Heike am Steuer kann sie nun die gewünschten Fahrten realisieren.

„Bis zum behindertengerecht umgebauten VW-Bus war es jedoch ein harter und steiniger Weg“, sagt der Kreis- und Ortsverbandsvorsitzende des VdK Villingen, Dieter König. Das Plus an Selbstständigkeit und Mobilität für Carolin Schmid ist insbesondere dem tatkräftigen VdK-Einsatz sowie dem Engagement weiterer Stellen und zahlreicher hilfsbereiter Bürgerinnen und Bürger zu verdanken.

Viele Menschen aus Schmids Heimatgemeinde Tuttlingen hatten Geld gespendet. Dank des vorbildlichen Bürgereinsatzes beteiligten sich auch offizielle Hilfsorganisationen wie Caritas und Diakonisches Werk an der Aktion. Die junge Frau hatte auch einen Antrag auf Kfz-Beihilfe beim Landratsamt Tuttlingen gestellt. Dieser war jedoch abgelehnt worden. Hier schaltete sich der Sozialverband VdK Baden-Württemberg ein und machte Schmids Anspruch geltend. Der VdK legte Widerspruch für sie ein. Er stellte gegenüber dem Landratsamt klar, dass es hier um „gelebte Inklusion geht – nicht mehr und nicht weniger“. Immerhin hat sich die Bundesrepublik Deutschland bereits 2009 rechtlich dazu verpflichtet, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen auch in Deutschland umzusetzen.

„Wir haben gegenüber der Behörde verdeutlicht, dass die Inklusion nicht einfach nur als vielversprechender Begriff im Gesetz stehen darf“, stellt Dieter König klar. „Es geht hier nicht um ein schönes Programm. Die Inklusion muss auch tatsächlich in die alltägliche Praxis umgesetzt werden. Sie muss bei den einzelnen Menschen mit Behinderung ankommen.“

Die engagierte Überzeugungsarbeit des VdK war erfolgreich. Das Landratsamt Tuttlingen hielt nicht länger an seiner Ablehnung fest. So konnte mit der Kfz-Beihilfe und dank der Unterstützung aus Organisationen und Bürgerschaft ein VW-Bus angeschafft und behindertengerecht aus- und umgebaut werden.
„Jetzt kann unser Mitglied Carolin Schmid mit ihrer Mutter Heike die gewünschten Unternehmungen machen, Selbstbestimmung erfahren und so auch ein wenig Normalität erleben“, bekräftigt der Kreisvorsitzende König. Für die 25-jährige schwerstbehinderte Frau ging damit ein lang gehegter Wunsch nach mehr Teilhabe und Teilnahme in Erfüllung. Beim „Tag der offenen Tür“ des VdK Villingen teilte Carolin Schmid über ihren Sprachcomputer allen VdK-Verantwortlichen mit: „Ich danke euch.“

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Schlagworte Auto | behindertengerecht | Inklusion | So hilft der VdK | Rechtsberatung | Kfz-Beihilfe | Behinderung

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