28. April 2014
VdK-Zeitung

Seltene Erkrankungen: VdK Bayern erkämpft Erwerbsminderungsrente

Chiari-Malformation und Syringomyelie sind weitgehend unbekannte, schwer feststellbare Krankheiten. Die Symptome sind äußerst vielfältig und wirken sich bei jedem Erkrankten anders aus. VdK-Mitglied Maria M. (Name von der Redaktion geändert) leidet bereits seit 1996 unter den beiden Erkrankungen. Mithilfe des Sozialverbands VdK Bayern kämpfte sie jahrelang um ihre Erwerbsminderungsrente.

Im Jahr 1996 wurde VdK-Mitglied Maria M. erstmalig wegen Taubheit in den Beinen ins Krankenhaus gebracht. Die Ärzte diagnostizierten einen Bandscheibenvorfall. Es folgte eine Odyssee durch Kliniken, bis Maria M. durch einen Fernsehbericht auf ein Krankenhaus in München aufmerksam wurde. Der zuständige Arzt kannte die Krankheit. Er gab ihr die Telefonnummer einer Klinik in Mainz. Dort stellte man dann die Diagnose Chiari-Malformation ersten Grades und Syringomyelie.

Die Chiari-Malformation gehört zu den häufigsten embryonalen Entwicklungsstörungen. Bei dieser Erkrankung kommt es zu knöchernen Fehlbildungen des Schädelrands und der ersten Halswirbel. Bei der Syringomyelie handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung des Rückenmarkkanals, bei der es im Rückenmark zu einem oder mehreren mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräumen kommt.

Maria M. wurde in den Jahren 2000 und 2005 operiert, mit anschließender Reha. Sie hat unter anderem auf der rechten Körperseite kein Gefühl. Bis zum heutigen Tag fährt sie einmal jährlich für drei Tage nach Ulm, um sich diversen Untersuchungen zu unterziehen. Eine Heilung ihrer Krankheit gibt es nicht. Aufgrund der Schwere ihrer Leiden konnte Maria M. nicht mehr arbeiten und stellte im Jahr 2003 einen Rentenantrag. Die Deutsche Rentenversicherung lehnte diesen Antrag jedoch ab, da ihrer Meinung nach die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Rente nicht gegeben waren. In den letzten fünf Jahren vor Eintritt einer eventuellen Erwerbsminderung habe Maria M. keine drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt. Ein weiterer Rentenantrag aus dem Jahr 2006 blieb aus den gleichen Gründen erfolglos.

Im Jahr 2012 stellte Maria M. mithilfe des zuständigen VdK-Kreisverbands erneut einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente, der wieder abgelehnt wurde. Der VdK-Sozialreferent argumentierte im weiteren Verfahren, dass die Erwerbsminderung nicht erst 2006 eingetreten sei, sondern schon im Jahr 2000, als die Krankheit diagnostiziert wurde. Zu diesem Zeitpunkt wären die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt und Maria M. würde ihre Rente zustehen. Nach erfolglosen Vorverfahren entschieden sich die VdK-Experten, den Klageweg vor dem Sozialgericht Regensburg einzuschlagen.

In der mündlichen Verhandlung verwiesen die VdK-Juristen erneut darauf, dass die Erkrankung von Maria M. bereits zum Jahr 2000 ärztlicherseits festgestellt worden sei, und legten nochmals detaillierte Unterlagen über das Krankheitsbild vor. Damit waren sie erfolgreich. Die Deutsche Rentenversicherung erkannte die Erwerbsminderung an und gewährte Maria M. eine volle Erwerbsminderungsrente auf Dauer (Aktenzeichen: SG Regensburg S 15 R 105/13). Nach fast 13 Jahren hartem Kampf hat das VdK-Mitglied nun mit Unterstützung der Experten vom VdK Bayern die ihr zustehende volle Erwerbsminderungsrente erhalten.

sko

Schlagworte Chiari-Malformation | Syringomyelie | Sozialrecht | VdK Bayern | Diagnose | Erwerbsminderungsrente | seltene Krankheit

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