Sozialverband VdK Deutschland e.V.
Startseite | Mitglied werden | Kontakt | Leichte Sprache
24. Januar 2014
VdK-Zeitung

Mit 63 zwangsweise in Frührente

Arbeitsagenturen schicken Erwerbslose öfter in den Ruhestand

Wer 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll ab Sommer schon mit 63 Jahren ohne Abschlag in Ruhestand gehen können. Das plant die neue Bundesregierung. Diejenigen, die Arbeitslosengeld II bekommen, werden kaum profitieren. Dabei werden sie immer öfter in Frührente geschickt.

© Imago

Für viele Empfänger von Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") ist es ein großes Ärgernis - und daran wird sich durch die Rentenpläne der Regierungskoalition wenig ändern: Wenn sie 63 Jahre alt sind, stoppen die Arbeitsagenturen bei immer mehr Betroffenen die Zahlungen und schicken sie in Rente. Finanzielle Einbußen sind die Folge. Denn Langzeitarbeitslose kommen im Regelfall nicht auf 45 Beitragsjahre. Sie müssen also wie bisher mit Abschlägen rechnen.

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion geht hervor, dass die Zahl der Betroffenen deutlich ansteigt. Im Juli 2008 schieden knapp 800 Leistungsberechtigte aus dem Bezug aus. Fünf Jahre später waren es 2300. Hochgerechnet auf das Jahr 2013 entspricht dies 28 000 Betroffenen. Viele von ihnen wurden wahrscheinlich zwangsverrentet.

Hintergrund: Seit 2008 gilt die 58er-Regelung nicht mehr. Bis dahin konnten sich Erwerbslose im Alter von 58 Jahren oder älter vom Arbeitsmarkt abmelden und bekamen weiterhin Leistungen. Mit der Neuregelung ist damit Schluss. Je nach Renteneintrittsalter verlieren Betroffene bis zum Lebensende monatlich zwischen 7,2 Prozent (Rentenbeginn: 65 Jahre) und 14,4 Prozent (67 Jahre).

Einzige Ausnahmen: Wer arbeitet und den Verdienst mit Grundsicherungsleistungen aufstockt, eine Beschäftigung in Aussicht hat oder innerhalb von drei Monaten abschlagsfrei in Rente gehen kann.
Eine steigende Zahl von Zwangsverrentungen ist zu befürchten. Gleichzeitig nehmen die Abschläge aufgrund der "Rente mit 67" zu. Eine weitere Verschärfung der Altersarmut ist programmiert. Für den VdK ist dies untragbar. Der Sozialverband wehrt sich dagegen, dass Menschen gezwungen werden, vorzeitig und mit Abschlägen in Rente zu gehen.

hei

Schlagworte Rente | Frührente | HArtz IV | ALG 2 | Arbeitslosengeld 2 | Erwerbslose | Ruhestand | Zwangsverrentung | Zwangsrente | 63

Aktuelle Artikel im September 2014:

VdK-Zeitung
Rund 180.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung sind arbeitslos. Sie profitieren nicht von der guten Arbeitsmarktlage, kritisiert der Sozialverband VdK. Diese Situation widerspreche dem im Koalitionsvertrag formulierten Ziel der Inklusion.
VdK-Zeitung
Immer mehr Frauen und Männer in Deutschland haben gute Chancen, ihren 100. Geburtstag feiern zu können. Und sich dabei mitten im Leben zu fühlen. Im Jahr 2000 zählte man 5937 über Hundertjährige in Deutschland, zehn Jahre später waren es schon 13 198. Einige von ihnen wurden in einer repräsentativen Untersuchung befragt.

VdK-Zeitung
Ob durch eine Krankheit, einen Unfall oder altersbedingt: Menschen, deren Sehkraft schwindet, fürchten häufig um ihre Selbstständigkeit. Doch es gibt Möglichkeiten, weiter aktiv am Leben teilzuhaben und neue Wege einzuschlagen.
VdK-Zeitung
Mit der gesetzlichen Rentenversicherung kann jeder – wenn er nicht schon pflichtversichert ist – auch freiwillig vorsorgen. Durch freiwillig gezahlte Rentenbeiträge kann ein Rentenanspruch erworben oder die spätere Rente erhöht werden. Nachfolgend werden die wichtigsten Fragen rund um die freiwillige Rentenversicherung beantwortet.

Hier finden Sie die Artikel aus unserer Reihe "So hilft der VdK":

VdK-Zeitung
In unserer beliebten Serie "So hilft der VdK" berichten wir in der VdK-Zeitung regelmäßig über echte Fälle aus der Sozialrechtsberatung unserer VdK-Landesverbände. | weiter
VdK-Pressemeldung
Unsere Pressemitteilungen informieren bundesweit über wichtige Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK.
Presse
Unter www.vdktv.de finden Sie mehr als 100 spannende und informative Filmbeiträge rund um die Themen des Verbands, zum Beispiel zu Rente, Pflege und Gesundheit.
Presse
Journalisten finden hier Hintergrundinformationen und Logos zum VdK Deutschland sowie Pressefotos und eine Vita der VdK-Präsidentin.
VdK-Zeitung
Die VdK-Zeitung erscheint zehnmal pro Jahr. Mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren gehört sie zu den größten Mitgliederzeitungen bundesweit.