22. Oktober 2013
VdK-Zeitung

Angst vor Altersarmut wächst - Viele glauben nicht, dass ihre Rente später einmal zum Leben reicht

Der Sozialverband VdK Deutschland sieht sich in seinen Mahnungen zur Sicherung der Renten im Kampf gegen Altersarmut bestätigt: Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) rechnen 42 Prozent der Bundesbürger damit, dass ihre gesetzliche Rente nicht mehr zum Leben reicht.

© Imago

"Der neue Bundestag muss zügig eine zukunftsfeste Rentenpolitik umsetzen. Das Übel der Altersarmut müssen wir an der Wurzel packen: Minijobber, Beschäftigte im Niedriglohnsektor, Erwerbsgeminderte durch Krankheit oder Frauen in Teilzeit – sie alle sind durch niedrige Löhne von Armut im Alter bedroht", so VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Der VdK fordert daher einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn zur Sicherung einer Rente über dem Grundsicherungsniveau. Er sieht darüber hinaus auch eine gesetzliche Regelung zur Einschränkung von Leih- und Zeitarbeit sowie von befristeten Jobs als notwendig an, um Lohndumping zu bekämpfen.

Kein Randproblem

Auch andere Umfragen zeigen, dass Altersarmut längt kein Phänomen am Rande der Gesellschaft mehr ist. Vor allem künftige Rentner- Generationen machen sich schon heute Sorgen. Laut einer aktuellen Allensbach-Umfrage im Auftrag der Postbank sind 89 Prozent der Berufstätigen davon überzeugt, dass künftig immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen sein werden. Zwei von drei Deutschen halten es auch für falsch, die Rentenbeiträge weiter abzusenken.

Mit den Überschüssen der Rentenkasse solle man viel mehr Maßnahmen gegen Altersarmut finanzieren. Der VdK hat bereits im Sommer 2012 den Kabinettsbeschluss der Bundesregierung, den Rentenbeitrag abzusenken, als "kurzsichtig und wenig vorausschauend", kritisiert. Die noch vorhandenen Reserven der Rentenkassen müssten nicht nur erhalten bleiben, sondern sie sollten ausgebaut werden. "Die künftige Regierung muss auf Beitragssenkungen verzichten und die gesetzlich festgelegte Deckelung der Rücklage auf 1,5 Monatsausgaben streichen. Die Mehreinnahmen sollen für die Stabilisierung der Renten verwendet werden, insbesondere für die Erwerbsminderungsrente und das wichtige Feld der Rehabilitation", so die VdK-Präsidentin.

Sollte es Anfang nächsten Jahres zu einer weiteren Absenkung des Rentenbeitrags kommen, wäre das schon die dritte Beitragssenkung in Folge. 2011 lag der Beitrag noch bei 19,9 Prozent des Bruttoeinkommens. Erst zu Jahresbeginn 2013 hatte es eine Senkung von 19,6 auf 18,9 Prozent gegeben. Damit sich das Altersarmutsproblem nicht weiter verschärft, fordert der VdK erneut, die Absenkung des Rentenniveaus von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent bis zum Jahr 2030 zu stoppen: "Bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns muss Schluss sein", so Ulrike Mascher.

Endlich handeln!

Außerdem müssen die Dämpfungsfaktoren, die sich negativ auf die Rentenerhöhung auswirken, abgeschafft werden und die Rentenanpassung wieder uneingeschränkt der Lohn- und Gehaltsentwicklung folgen. "Wenn wir in der Rentenpolitik nicht endlich umsteuern, drohen kommende Generationen dauerhaft in Altersarmut zu versinken. Das dürfen und werden wir nicht zulassen", betont die VdK-Präsidentin.


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ikl

Schlagworte Altersarmut | Rente | Armut | gesetzliche Rente | Rentenpolitik | Minijob | Rentenkasse | Überschüsse | Rentenbeitrag | Dämpfungsfaktoren

 

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