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3. September 2013
VdK-Zeitung

Warum Freunde so wichtig im Leben sind

Man geht mit ihnen ins Kino oder in die Lieblingskneipe. Und die Besten unter ihnen haben notfalls auch mitten in der Nacht ein offenes Ohr. Freunde sind wichtig, egal ob man sie schon seit Kindertagen kennt oder erst seit ein paar Jahren. Doch Freundschaften wachsen nicht von selbst. Sie wollen immer wieder aufs Neue gepflegt werden.

In guten wie in schlechten Zeiten: Freunde sind wichtig! | © Imago

Alle Menschen brauchen Freunde. Was Aristoteles schon vor mehr als 2000 Jahren niederschrieb, erfahren Menschen auch noch heute. Neben der Familie gehören Freunde zu den wichtigsten Bezugspersonen. Erst recht für all jene, die allein und weit weg von ihrer Familie leben. Die beste Freundin oder der verlässliche gute Kumpel treten dann oft an die Stelle des Partners. Mit ihnen teilt man Interessen und entdeckt Neues. Sie sind aber auch in schweren Lebensphasen, zum Beispiel während einer Krankheit, eine große Stütze. Damit werden Freunde zu einer Art "Wahlfamilie", also zu einem gleichwertigen Ersatz für die Blutsverwandten.

Ähnlichkeiten verbinden

Im Laufe des Lebens wird es schwerer, Freunde zu finden. Denn wo man früher in Schule, Studium und Berufsleben täglich von Menschen umgeben war, haben Menschen im Rentenalter zwangsläufig weniger soziale Kontakte. Hinzu kommt, dass einige Gleichaltrige bereits verstorben sind. "Wer nicht allein bleiben will, muss aktiv auf andere zugehen", so Psychotherapeut und Buchautor Dr. Wolfgang Krüger. Er macht gerade zurückhaltenden und nicht so selbstbewussten Menschen Mut: "Traut euch! Es braucht erst mal nicht viel: Zuhören, Zuverlässigkeit und Interesse sind gefragt." Am leichtesten finde man Freunde in Gruppen mit ähnlichen Interessen, beim Sport zum Beispiel. Viele Beziehungen bleiben im Stadium einer Bekanntschaft. Bei anderen geht es irgendwann tiefer. Mit der Zeit entsteht eine gemeinsame Basis, ein Geben und Nehmen. Ähnlichkeiten bringen uns anderen näher. Der Freund sollte eine Ergänzung sein. Wer gerne redet, braucht jemanden, der gut zuhören kann.

Im besten Fall entstehe eine Herzensfreundschaft, die besondere Verbindung, die tiefer geht, als bloß Spaß zu haben oder einander zu nützen. Aus ihr beziehen wir Zuspruch, Anerkennung und Unterstützung – unverzichtbare Ressourcen, um unser Selbstwertgefühl immer wieder aufs Neue zu stabilisieren und uns vor Einsamkeit zu bewahren. Im Kern sei Freundschaft immer eine positive Beziehung, in der sich beide Seiten guttun und helfen, wenn es nötig ist. "Je mehr beide bereit sind, sich zu öffnen und auch über Intimes wie Ängste und Sorgen zu sprechen, umso tiefer kann das Verhältnis werden", so der Berliner Psychotherapeut.

Gut für die Gesundheit

Forscher haben zudem herausgefunden, dass sich Freundschaften positiv auf Körper und Seele auswirken. Eine australische Studie zeigt: Wer von guten Freunden umgeben ist, hat eine höhere Lebenserwartung. Der positive Einfluss von Verwandten, Kindern, aber auch dem Partner war dagegen deutlich geringer. Eine Schlüsselrolle für diese positive Wirkung spielt offenbar das Hormon Oxytocin, das in Momenten von Vertrautheit verstärkt gebildet wird. Oxytocin wirkt doppelt: Es bringt Stress und Angst in sozialen Situationen unter Kontrolle, indem es die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol hemmt und das Belohnungszentrum stimuliert.

"Freunde haben eine wichtige Entlastungsfunktion", so fasst es Dr. Wolfgang Krüger zusammen. Doch im Laufe des Lebens können sich auch Freundschaften verändern, einige intensivieren sich, andere verflachen. Ähnlich wie in einer Paarbeziehung brauchen auch Freundschaften ständige Pflege, müssen reifen wie ein guter Wein. Dr. Krüger empfiehlt, mindestens zwei Stunden in der Woche dafür zu investieren. Das sei insbesondere für Männer wichtig. Der Berliner Psychotherapeut hat festgestellt, dass nur etwa ein Drittel der Männer Freundschaften aktiv pflegen, wogegen rund zwei Drittel aller Frauen eine gute Freundin haben. Letztendlich erweise sich der Wert einer wahren Freundschaft erst in einer Lebenskrise. So wussten die "Drei von der Tankstelle" schon vor 80 Jahren: "Ein Freund bleibt immer Freund, auch wenn die ganze Welt zusammenfällt."

Tipps

Den einen Beweis für eine wahre Freundschaft gibt es gewöhnlich nicht. Doch anhand einiger Merkmale lässt sich eine tiefergehende Beziehung festmachen. Freunde:

  • interessieren sich füreinander und versuchen, am Leben des anderen teilzuhaben,
  • stehen einander bei,
  • sind ehrlich und verlässlich und reden gegenüber Dritten nicht schlecht über den Freund,
  • behalten Geheimnisse für sich,
  • erkennen und respektieren die Grenzen des anderen,
  • geben sich so, wie sie sind, und verstellen sich nicht,
  • sagen dem anderen die Wahrheit, ohne ihn zu bevormunden. Eine gute Freundschaft hält auch einen Streit aus.

ikl

Schlagworte Freunde | Freundschaft | Bindung | Gesundheit | Unterstützung | Beziehung

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